Alles unter einem Dach: Neues Verwaltungsgebäude des Kreises in Kehl bündelt Dienstleistungen
Kurze Wege für Bürgerinnen und Bürger
Offenburg/Kehl, 20. November 2025 – Landrat Thorsten Erny hat am Mittwochnachmittag das neue Kehler Verwaltungsgebäude des Kreises in der Hafenstraße im Beisein von Vertretern der Kreispolitik, Verwaltung und beteiligten Unternehmen offiziell eingeweiht.

Feierten die Eröffnung des neuen Kreis-Verwaltungsgebäudes in Kehl (v.l.): OB Wolfram Britz; Dezernentin Ulrike Karl (LRA); Landrat a. D. Frank Scherer; Landrat Thorsten Erny; Projektleiter Benjamin Reis, Architekt Heiko Bartle, Geschäftsführer Carsten Kipper (alle Vollack).
Der viergeschossige Neubau vereint erstmals alle Kreisdienststellen am Standort Kehl unter einem Dach und schafft eine zentrale, gut erreichbare Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger in der Grenzstadt. Zugleich setzt der Landkreis mit dem als KfW-Effizienzhaus 40 konzipierten Gebäude ein deutliches Signal für Klimaschutz und moderne Verwaltung.
Zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger
Im neuen Verwaltungsgebäude in der Hafenstraße finden Bürgerinnen und Bürger künftig das Ortenau Jobcenter, das Amt für Soziales und Versorgung, das Jugendamt, die Psychologische Beratungsstelle sowie das Kfz-Bürgerbüro an einem Ort. Der Neubau ist barrierefrei zugänglich und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Damit werden Wege kürzer, Zuständigkeiten klarer und Angebote transparenter. „Unser neues Verwaltungsgebäude in Kehl ist ein Vorzeigeprojekt für eine nachhaltige Verwaltung. Es schafft Bürgernähe durch die Zusammenführung unserer Dienststellen und setzt wichtige Impulse für den Klimaschutz“, betonte Landrat Thorsten Erny bei der Einweihung. Bislang waren die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kehl auf drei angemietete Gebäude in der Richard-Wagner-Straße, der Rheinstraße und am Rathausplatz verteilt. Die bisherigen Standorte waren für viele Menschen schwer zu finden, nicht gut angebunden und nur eingeschränkt barrierefrei. Mit dem Neubau werden die Angebote nun an einem gut erreichbaren Ort gebündelt.
Moderner Arbeitgeber – Bekenntnis zu Kehl
Der Neubau bietet auf rund 3.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eine moderne Arbeitsumgebung mit viel Tageslicht, offenen Strukturen und klarer Orientierung. Die Büroflächen sind so angelegt, dass sie sowohl konzentrierte Einzelarbeit als auch Teamarbeit und bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen. „Als größter öffentlicher Dienstleister in der Region brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns langfristig erhalten bleiben“, sagte Erny. „Dazu gehören attraktive Arbeitsbedingungen, flexible Bürostrukturen und eine Umgebung, in der unsere Kolleginnen und Kollegen für die Bürgerinnen und Bürger beste Leistungen erbringen können – so wie hier in Kehl“.
Mit der Investition von rund 23 Millionen Euro bekennt sich der Ortenaukreis erneut klar zum Standort Kehl. Der Neubau reiht sich ein in ein starkes kreis- und grenzüberschreitendes Netzwerk aus den Beruflichen Schulen, der Hochschule, dem Generalsekretariat des Eurodistrikts, der Infobest und dem Europäischen Zentrum für Verbraucherschutz. „Ich freue mich sehr über das klare Bekenntnis des Ortenaukreises zu Kehl, das sich in diesem schönen und nachhaltigen Neubau ausdrückt. Ein klarer Gewinn für Kehl! Der Standort für dieses Dienstleistungshaus für unsere Einwohnerinnen und Einwohner ist optimal gewählt: in Rheinufernähe, mit Blick nach Straßburg und mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr“, erklärte Kehls Oberbürgermeister Wolfram Britz.

Im neuen Verwaltungsgebäude in der Hafenstraße sind nun alle Kreisdienststellen in Kehl einem Dach
Klimafreundliche Bauweise senkt Betriebskosten
Das Verwaltungsgebäude kommt vollständig ohne fossile Energieträger aus und setzt zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien. „Die Versorgung erfolgt über Geothermie mit 13 Erdsonden, die jeweils rund 105 Meter in den Boden reichen. Wärmepumpen der neuesten Generation wandeln die Energie in Heiz- und Kühlleistung um. Die thermische Speicherfähigkeit des Betons wird aktiv genutzt; verbaut wurde regionaler Recyclingbeton. Zusätzliche Energie liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach“, erläuterte Julian Siefert, Amtsleiter Gebäudemanagement im Landratsamt. Die Konzeption als KfW-Effizienzhaus 40 und die angestrebte Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Prädikat „Silber“ unterstreichen den hohen energetischen Standard des Gebäudes. Davon profitieren Umwelt und Klimaschutzziele des Kreises ebenso wie die laufenden Betriebskosten.
Schnelle Realisierung im Generalübernehmermodell
Der Ortenaukreis hat den Neubau erstmals im Rahmen eines Generalübernehmermodells realisiert. Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt die Firma Vollack aus Karlsruhe den Zuschlag für Konzeption, Generalplanung und schlüsselfertige Ausführung. Entscheidend waren neben der architektonischen Qualität vor allem ein schlüssiges Sicherheitskonzept, eine überzeugende Projektorganisation und Kostensicherheit. Vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung vergingen weniger als zwei Jahre. Vollack konnte den Neubau damit schneller fertigstellen als vertraglich vereinbart. Mit Vollack hatten wir einen erfahrenen Partner an der Seite, der uns von Beginn an kompetent beraten und begleitet hat“, so der Landrat. „Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen und Vertretern des Ortenaukreises war ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, erklärte Benjamin Reis, Partner und verantwortlicher Projektleiter bei Vollack. „So ist ein Gebäude entstanden, das flexibel nutzbare Flächen, hohe Aufenthaltsqualität und maximale Energieeffizienz miteinander verbindet.“


