Stadtrat lehnt Kostensteigerung bei der Umgestaltung der Unterführung Lindenweg ab – Maßnahme wird gestoppt
Die Unterführung am Lindenweg ist eine der wichtigen Hauptachsen für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger in Emmendingen. Sie verbindet Emmendingens größten Stadtteil Bürkle-Bleiche und die Ortschaften Windenreute und Kollmarsreute mit der Innenstadt.

Vor allem aber wird sie von den Schülerinnen und Schülern als Zufahrt zu den Schulzentren in der Neubronnstraße genutzt. Für dieses Verkehrsaufkommen ist die Unterführung unter der Bahn seit jeher zu klein und zu eng und deshalb vor allem ein Sicherheitsrisiko.
Da es sich um eine Bahnunterführung handelt, die sich im Besitz der Deutschen Bahn (DB) befindet, ist eine Verbreiterung oder Ausweitung von Seiten der Verwaltung aus nicht möglich. Die Deutsche Bahn wurde immer wieder eindringlich auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. Umgebaut wird aber frühestens, wenn andere Maßnahmen der DB an dieser Stelle stattfinden und das kann noch dauern. Eine Idee aus dem Radwegekonzept war es, die Unterführung im Rahmen der Sanierung der L186, einer Landesstraße, sicherer zu machen.
Die Situation bei der Radverbindungsplanung ist im Bereich der Kollmarsreuter Straße aber durch das Aufeinandertreffen von Straßen in Zuständigkeit der Stadt, des Landkreises und des Landes (L186) besonders herausfordernd und mit einem hohen Abstimmungsbedarf verbunden. Die Planungen müssten beim Regierungspräsidium zusammengeführt und zur Umsetzung gebracht werden. Immer wieder war die Situation im Lindenweg in den vergangenen Jahren Thema in den Stadtratssitzungen. Zuletzt forderte 2020 auch ein Fraktionsantrag der Grünen die zukunftsgerechte Erweiterung der Unterführung.
Deshalb hatte die Stadtverwaltung nun nach intensiven Gesprächen und umfangreichen Planungen eine eigene Lösung im Stadtrat vorgestellt. Die Planungen sahen eine Entschärfung der Steigung, eine Trennung des Fuß- und Radweges und neue Aufstellflächen vor. Die Straße Lindenweg sollte im Bereich der Zufahrt zur Unterführung ein Einfahrtsverbot erhalten, so dass Radfahrende sicher in die Unterführung ein- und ausfahren können. Der Stadtrat stimmte der Planung zu, die Arbeiten waren ausgeschrieben und sollte nun eigentlich in den Sommerferien beginnen.
Aufgrund der Preissteigerungen, vor allem im Baubereich, lag aber das Angebot des günstigen Bieters in Höhe von knapp 425.000 Euro noch 33 Prozent höher als die Schätzung der Verwaltung. Diese Kostensteigerung wurde nun dem Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung als sogenannte überplanmäßige Ausgabe (ÜPL) vorgestellt. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautete, der Kostensteigerung in Höhe von 80.000 Euro zuzustimmen, um endlich mit der Maßnahme beginnen zu können.
Aber der Stadtrat lehnte den ÜPL mit 11-Nein-Stimmen, 10-Ja-Stimmen und einer Enthaltung ab. Das bedeutet für die Verwaltung den sofortigen Stopp der Maßnahme, auch wenn schon Planungs- und Personalkosten für die umfangreichen Planungen und die Ausschreibung aufgewendet wurden.


