Emmendingen sagt Eisbahn ab und plant weitere Maßnahmen zum Energiesparen
Aufgrund des Ukraine-Kriegs und der unkalkulierbaren Lage auf dem Energiemarkt hat die Stadt Emmendingen entschieden, für dieses Jahr in der Weihnachtszeit auf die Eisbahn auf dem Marktplatz zu verzichten.

Die Entscheidung musste aufgrund der langen Vorlaufzeit der Eisbahn-Organisation so früh getroffen werden.
Die Stadtverwaltung berät seit mehreren Wochen in einem eingerichteten „Energiekrisen-Stab“ über mögliche Einsparpotentiale und Vorsorgemaßnahmen für den Herbst und Winter. Ein Bereich der genauer betrachtet wird, ist das Einsparen von Strom. Darunter fällt auch die Eisbahn auf dem Weihnachtsmarkt, die mit ca. 20.000 verbrauchten Kilowattstunden (kWh) einiges an Einsparpotential bietet. Die eingesparte Energie beträgt ungefähr so viel Strom wie fünf 4-Personenhaushalte in einem Jahr verbrauchen.
„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, so Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, „weil es wieder die Kinder und Jugendlichen trifft. Wir sind gerade dabei Alternativkonzepte in der Vorweihnachtszeit auf dem Marktplatz für Kinder zu organisieren, um den Weihnachtsmarkt erhalten zu können.“
Die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt ist fast vollständig auf LED-Technik umgestellt, der Verbrauch ist damit schon so gering, sodass diese wenig Potential zum Einsparen bietet.
Weitere Maßnahmen zum Energiesparen und zur Vorsorge
Im „Energiekrisen-Stab“ hat die Stadtverwaltung in den letzten Wochen zunächst die städtischen Gebäude auf ihre Heizmethode geprüft und dann priorisiert. Unter die priorisierten Gebäude fallen zum Beispiel Krippen, Kindergärten und Schulen. Außerdem wurden zwei mobile ölbetriebene Heizanlagen angemietet, um mit Gas beheizte, priorisierte Gebäude auch bei Gasmangel beheizen zu können.
In einem zweiten Schritt erarbeitete die Stadt Emmendingen einen Maßnahmenkatalog, um Energie einzusparen. Eingebunden waren dabei neben dem Führungsstab auch das Klimaschutzmanagement und das Gebäudemanagement der Stadt.
Als erstes wurden Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs geprüft, dazu gehört zum Beispiel die Außenbeleuchtung von öffentlichen Gebäuden zu reduzieren. Die Stadt hat diese Maßnahme umgesetzt und schaltet die Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden zwischen 24 und 6 Uhr ab.
Eine weitere Möglichkeit, Energie zu sparen, betrifft die Warmwasseraufbereitung in öffentlichen Gebäuden. Deshalb wird es ab sofort in Hallen und städtischen Gebäuden wie dem Rathaus kein warmes Wasser mehr geben. Ausgenommen von den Sparmaßnahmen sind Schulen, Kindertagesstätten und Jugendeinrichtungen.
Außerdem prüft die Stadt die Empfehlungen des Städtetags, die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden während der Heizperiode zu senken.
Maßnahmen zum Einsparen von Wasser
Seit Wochen ist es zu heiß und es regnet nicht oder viel zu wenig - überall fehlt es an Wasser und die städtischen Zisternen sind leer.
Die Mitarbeitenden des Betriebshofs der Stadt müssen deshalb schon seit Tagen auch Bäume im Stadtgebiet wässern um Hitzeschäden zu vermeiden. Um das zu ermöglichen, wird die Stadt Emmendingen zugunsten der klimawichtigen großen Bäume die saisonale Bepflanzung an einigen Stellen im Stadtgebiet zurückbauen.
Das bedeutet, dass Blumenkästen und Blumenkübel reduziert werden. Auch die jährliche Wechselbepflanzung in den Beeten und an Kreisverkehren wird an einigen Stellen nicht mehr gegossen, um dafür die Bäume mit Wasser zu unterstützen.
Ausnahmen bilden hier die Bepflanzung an der Freiburger Brücke und der Six-Fours-Brücke. Auch der Stadtgarten wird weiter bewässert, um das Naherholungsgebiet mitten in der Altstadt für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.
„Wir gehen als Verwaltung mit gutem Beispiel voran und versuchen, wo es möglich ist jetzt im Sommer Wasser und auch Energie einzusparen, um so gemeinsam mit den Emmendingerinnen und Emmendingern gut durch den Winter zu kommen. Jetzt sind wir alle gefragt!“ so Oberbürgermeister Stefan Schlatter.


