Ein Feuerwehrauto für Vyshgorod
Das gespendete Fahrzeug hat seinen Bestimmungsort erreicht
Vor den Sommerferien hatten wir die Bevölkerung gebeten, die ukrainische Stadt Vyshgorod zu unterstützen. Geplant war der Kauf eines gebrauchten Feuerwehrautos im Wert von 17.000 Euro. Dieses sollte gemeinsam mit der Stadt Eichenau (Partnerstadt von Vyshgorod) und mit Hilfe eines Hilfsgütertransports in die Ukraine gebracht werden, wo es dringend benötigt wurde. Am 16. August war es soweit: Das Fahrzeug kam an seinem Bestimmungsort an

(V. l. n. r.) Leiter des Baumamts Jürgen Rauer, Bürgermeister Thomas Gedemer und die Kameraden der Herbolzheimer Feuerwehr Thomas Weber und Jürgen Hofstetter, die das erworbene Feuerwehrauto mit den gespendeten Aggregaten, Schläuchen und feuerwehrtechnischen Geräten entgegennehmen.
Die Vorgeschichte
Eine kleine Delegation um Bürgermeister Thomas Gedemer war Ende Juni zur Pflege der engen Freundschaft anlässlich des Mittnachtsfestes und des 5. Jahrestages der Verleihung der Stadtrechte in der Partnerstadt Morawica zu Gast. Bürgermeister Marian Buras empfing die Herbolzheimer Abordnung sowie neun weitere Partnerstädte aus dem In- und Ausland sehr freundschaftlich und gastfreundlich. Er bedankte sich nochmals ausdrücklich für die bereits von der Stadt Herbolzheim und dem Bürgerverein für Städtepartnerschaften überwiesenen Spendengelder in Höhe von 25.000 Euro, welche direkt in Hilfsprojekte für aus der Ukraine geflohene Menschen investiert werden.
Eine Partnerstadt von Morawica ist auch die ukrainische Stadt Vyshgorod, die rund 80 Kilometer nordöstlich von Kiew gelegen ist. Eine kleine Delegation um den stellvertretenden Bürgermeister Rostyslav Kirichenko war ebenfalls Ende Juni vor Ort in Polen. Rostyslav Kirichkenko berichtete sehr ausführlich und emotional von Angriffen des russischen Militärs. In den Orten in der unmittelbaren Umgebung wurden in den Privathaushalten meist die Kühlschränke, Herde und Computer gestohlen. In den Kommunen wurden vor allem Feuerwehrautos, Rettungswagen und Polizeiautos entwendet sowie wichtige Infrastruktur wie Straßen, Brücken oder Dämme zerstört

Übergabe des Feuerwehrautos an Sepp Spieß, den zweiten Bürgermeister der Stadt Eichenau (links), durch Mitglieder der Feuerwehr Herbolzheim.
Aktueller Sachverhalt
Aufgrund dieser persönlichen Begegnung entstand noch während des Partnerschaftstreffens in Morawica die Idee, umgehend Spenden zu sammeln, um ein gebrauchtes Feuerwehrauto an die Stadt Vyshgorod liefern zu können. So konnte in kurzer Zeit in Kooperation mit der Firma Reuss Sonderfahrzeuge in Neuenburg ein passendes TSF-W auf Basis eines Mercedes-Benz Vario gefunden werden. Die Firma Reuss hat angesichts des Verwendungszweckes einen Nachlass auf den eigentlichen Verkaufspreis gegeben sowie zusätzlich eine Tragkraftspritze gespendet.
Am 9. August konnte dann das mit neuem TÜV versehene Fahrzeug im Gesamtwert von 10.000 Euro abgeholt und am folgenden Tag mit von der Feuerwehr Herbolzheim und der Feuerwehr Ettenheim gespendeten Aggregaten, Schläuchen und feuerwehrtechnischen Geräten beladen werden. Gegen Mittag machten sich zwei Mitglieder der Feuerwehr Herbolzheim mit dem Fahrzeug auf den Weg nach Eichenau, ebenfalls eine Partnerstadt von Vyshgorod in der Nähe von München, von wo aus die Überführung von insgesamt 3 Feuerwehrfahrzeugen und einem Rettungswagen in die Ukraine vorbereitet wurde. Am selben Abend konnte die Übergabe an Sepp Spiess, den zweiten Bürgermeister in Eichenau, erfolgen. Von hier aus startete am 13. August der Konvoi in Richtung polnisch-ukrainische Grenze. Nach längerem Austausch von Zollpapieren und nachgeforderten Dokumenten konnte die Grenze zwei Tage später, am 15.08., passiert werden. Schließlich trafen alle Fahrzeuge am Morgen des 16. August gegen 9.00 Uhr in Vyshgorod ein und die Übergabe an die dortigen Hilfsorganisationen konnte am Nachmittag stattfinden. Ein herzliches Dankeschön geht an alle privaten Spender und Unterstützer, die diese Übergabe ermöglicht und begleitet haben und so ein Feuerwehrauto für Vyshgorod ermöglichten. Herzlichen Dank vor allem auch an die Stadt Brilon und an unseren Bürgerverein für Städtepartnerschaften. Das ist gelebte Solidarität.


