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Nachrichten aus Emmendingen

30 Jahre Wochenmarkt war Urimpuls für ein ganz besonderes Zusammenkommen

Wenn alte Freunde sich wieder treffen, dann bringt dies oft bereichernde Begegnungen hervor. So auch am vergangenen Wochenende in Herbolzheim, als Vertreter aus den befreundeten Städten angereist waren, um gemeinsam das 30-jährige Wochenmarkt Jubiläum zu feiern. Die gemeinsame Zeit war geprägt von Austausch, Geselligkeit und dem europäischen Gedanken. Einen Höhepunkt bildete der Empfang am vergangenen Freitag im Bürgerhaus in Tutschfelden. 

Neue Gesichter und alte Bekannte – Erinnerungen teilen und Erlebnisse gemeinsam erfahren – die Atmosphäre war von einer freudigen Erleichterung erfüllt. Erleichterung darüber, dass solche Zusammenkünfte nun wieder möglich sind. „Wir waren zwangsgetrennt, heute sind wir wieder vereint“, brachte es Bürgermeister Thomas Gedemer (3.v.r.) auf den Punkt. Vertreter aus den verschiedensten Bereichen des Herbolzheimer Lebens waren gekommen, um gemeinsam die europäische Freundschaft zu feiern. Hans-Peter Baumann, Vorstand des Bürgervereins, erinnerte an erste Begegnungen und ließ den Blick zurückschweifen, insbesondere auf über 45 Jahre Partnerschaft mit der südfranzösischen Stadt Sisteron. Es geht darum, den europäischen Frieden zu vertiefen, ergänzte Jean-Francois Lecompte (2.v.l.), Vorstand des Comitée de Jumelage Sisteron. Jede Stadt, und sei sie noch so klein, kann einen Beitrag zu einem gemeinsamen Europa leisten, sagte der Bürgermeister der befreundeten Stadt Brilon Dr. Christoph Bartsch (rechts). 

Wenn man in diesen Tagen von Europa spricht, kommt man am UkraineKrieg nicht vorbei. Derzeit leben 300 Geflüchtete in Morawica, Herbolzheims befreundeter Stadt in Polen. Viele polnische Kommunen pflegen partnerschaftliche Beziehungen zu Städten in der Ukraine, so auch Morawica. Wie wichtig der Zusammenhalt zwischen den Partnerstädten sei, zeige sich gerade jetzt, erklärte Morawicas I 2 Bürgermeister Marian Buras (Mitte) und fügte hinzu: „Denn wir wissen nie, was passiert.“ Besonders für die Menschen, die aus der Urkaine in das benachbarte Polen geflohen sind, seien diese Verbindungen hilfreich gewesen, denn sie seien nicht in der völligen Fremde gelandet, sondern zu Menschen gekommen, die sie kennen, so Buras weiter. Auch in Herbolzheim waren die privaten Kontakte der Anker schlechthin für die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, weiß Irina Dieterle zu berichten. Sie stammt selbst aus der Ukraine und leistet seit Kriegsbeginn unkomplizierte Hilfe in Herbolzheim und den Ortsteilen. Laut Bürgermeister Thomas Gedemer ist sie die wichtigste Person in der Stadt, wenn es darum geht, die Geflüchteten zu unterstützen. „Ich bin so dankbar, dass wir immer wieder über mein Land reden“, sagte die junge Frau, die in Broggingen lebt. „Alle wurden hier so herzlich aufgenommen. Die, die hier sind, haben eine Wohnung, die Kinder besuchen Schulen und Kindergärten. In Herbolzheim ging alles schnell, sodass die Menschen weiter über eine Zukunft nachdenken können.“

Die Stadt ist weiterhin aktiv. Derzeit sammelt die Stadt Herbolzheim Geld für ein Feuerwehrauto, das in Morawicas ukrainische Partnerstadt Vyshhorod gebracht werden soll. Das russische Militär hat dort Feuerwehr- und Polizeiautos sowie Rettungswagen gestohlen. Wenn auch Sie helfen möchten, das 17.000 Euro teure Fahrzeug beschaffen zu können, dann spenden Sie über das eingerichtete Spendenkonto: Ukraine - Spende Feuerwehrauto - Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau - IBAN: DE41 6805 0101 0022 0030 78 - BIC: FRSPDE66XXX.

Wir freuen uns über jeden einzelnen Euro zugunsten der ukrainischen Bürgerinnen und Bürger. So kann die Stadt schnellstmöglich Unterstützung erfahren und Teile der dortigen Infrastruktur können wieder aufgebaut werden. Helfen Sie uns, im Namen der europäischen Gemeinschaft Solidarität zu zeigen und in Europa zusammenzustehen. So können wir auch über das Wochenmarkt-Jubiläum hinaus, den europäischen Gedanken weitertragen.

Text/Bild: Stadt Herbolzheim

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