25 Jahre Verein Anwesen Leonhardt
Geschichte, Kunst und Kultur im Ackerbürgerhaus
Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, laden der Verein Anwesen Leonhardt und die Stadt Emmendingen von 11 bis 17 Uhr in das Anwesen Leonhardt, Marktplatz 14, ein.

Jacqueline Schoder, Fachbereichsleiterin Kultur, Marketing und Wirtschaft, und Frank Goos vom Verein Anwesen Leonhardt stellten das vielseitige Programm zum Jubiläum vor. In der Mitte ist Gertrud Leonhardt mit Kater Mao zu sehen.
Die Besucher erwartet ein Programm mit Musik, Kunst, Fotografie und Führungen. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, bildet von 11 bis 12 Uhr ein Konzert der Hofkapelle Leon@hardt den Auftakt. Von 12 bis 17 Uhr übernimmt der Bürger- und Verkehrsverein die Bewirtung. In dieser Zeit werden außerdem Fotokunst und Malerei im offenen Atelier gezeigt. Gundel Busch präsentiert „Fellige Muse, Gertruds Katzen in der Kunst“, Reinhard Berg zeigt „Haus- und Hofimpressionen“.
Um 12 Uhr findet im Pop-up-Store -schräg gegenüber des Anwesens- die Finissage der Ausstellung „Hofkonzerte 2025“ des Fotoclubs Emmendingen statt. Um 13, 14 und 15 Uhr können Besucher an Führungen durch die Wohnung der Künstlerin Gertrud Leonhardt im ersten Obergeschoss des Anwesens teilnehmen. Um 16 Uhr werden bei einer Fotografie-Auktion zugunsten der Stiftung Brücke Fotografien von Jens Mellies im Scheunenkeller versteigert.
Das Anwesen am Kleinen Marktplatz ist das letzte vollständig erhaltene Beispiel eines Ackerbürgerhauses aus dem 18. Jahrhundert in Emmendingen. Zum Gebäude gehören ein Vorderhaus, eine Scheune, ein Stall und ein Keller. Solche Häuser mit Scheune und Tenne prägten die historische Altstadt. Sie wurden von Bürgern bewohnt, die neben ihrem Beruf Landwirtschaft betrieben. Im Erdgeschoss befanden sich die landwirtschaftlich genutzten Bereiche, während das Obergeschoss als Wohnbereich diente.

Innenhof des Anwesen Leonhardt.
Seinen Namen trägt das Anwesen nach der Künstlerin Gertrud Leonhardt, die am 5. Oktober 1916 in Emmendingen geboren wurde und als letzte Bewohnerin in dem Gebäude lebte. Sie widmete sich insbesondere Porträts, Figuren, Akten und Stillleben. Viele Jahre wohnte sie im Haus am Marktplatz, zunächst mit ihrem schwarzen Kater Othello und später mit ihrem hellen tibetischen Kater Mao.
Der Erhalt des Anwesens stellte Gertrud Leonhardt vor große finanzielle Herausforderungen. Mit geringen finanziellen Mitteln und Mieteinnahmen gelang es ihr dennoch, das Gebäude mit großem persönlichem Einsatz zu bewahren. Dabei erhielt sie Unterstützung des Denkmalamtes. Zugleich erfüllte sie den ausdrücklichen Wunsch ihrer Erbtante, das Anwesen in seiner historischen Form zu erhalten.
Der Verein Anwesen Leonhardt wurde 2001 gegründet und setzte sich zunächst für den Erhalt und die Sanierung des historischen Gebäudes ein. Seit 1. Juli 2023 konzentriert sich der Verein auf die Ausrichtung kultureller Veranstaltungen in enger Absprache mit der Stadt Emmendingen. Die Stadt übernimmt seither die Bau- und Erhaltungsmaßnahmen am Anwesen. Zu den Veranstaltungen gehören unter anderem die Hof-Konzerte.



