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Nachrichten aus Elztal

Zustandsbericht zur Innenstadt in Waldkirch zeigt Chancen und Risiken auf

Die Innenstadtberatung der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein in Waldkirch geht in die finale Phase. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung und der Marktbehörde der Stadt Waldkirch hat IHK Innenstadtberater Thomas Kaiser umfassend Daten erhoben und Handlungsvorschläge erarbeitet.

Der Marktplatz bietet gute Aufenthaltsqualität

Stadt Waldkirch

Den Zustand einer Stadt bewertet die IHK nach identischen Kriterien. Eine Rolle spielen dabei Aufenthaltsqualität, Angebotsmix, Spaß- und Erlebnisfaktor, Erreichbarkeit, Services analog und digital, wie aber auch Vermarktung und Management der Innenstadt und die innenstadtpolitische Haltung. Waldkirch ist als Große Kreisstadt mit Emmendingen und Kehl vergleichbar. Diese hatten in der Vergangenheit ebenfalls die IHK Innenstadtberatung in Anspruch genommen.

Als Besuchsgrund nannten 47% der Passanten den Einkauf im Einzelhandel. Dabei liegt Waldkirch fast auf dem Niveau von Kehl oder Emmendingen, mit dem Unterschied, dass es in Waldkirch keine ausgewiesenen Magnetbetriebe gibt. Hier machen viele gute Unternehmen in ihrer Gesamtwirkung die Attraktivität des Angebotes aus. Zählt man noch die fünf Cafés, die zwei Eisdielen, die Bäcker und Metzger mit dazu, so braucht sich Waldkirch keinesfalls verstecken.

„Eine Erkenntnis, die nicht neu ist. Wobei wir mit dem Wochenmarkt in Waldkirch durchaus einen Magnet haben“, so Melanie Gehl-Moser von der Wirtschaftsförderung. Dies bestätigen die Ergebnisse der Passantenbefragung: 97 % bewerteten den Wochenmarkt mit „gut“ oder „sehr gut“.

Zustand der Innenstadt gut - an Details kann gearbeitet werden

Stadt Waldkirch

Mit einem Cross-Selling-Faktor von 2,41 besuchten Orten in der Innenstadt reiht sich Waldkirch in die TOP 10 aller untersuchten Städte der Kategorie unter 50.000 Einwohner ein. „Man flaniert also trotz der die Aufenthaltsqualität vielleicht trübenden Verkehrsbelastungen auf der Lange Straße durch Waldkirch“, so Kaiser.

Nicht nur in Waldkirch befindet sich die Erreichbarkeit im Konflikt mit Ambiente und Klimaschutz. „Der PKW ist gerade im ländlichen Raum immer noch das Verkehrsmittel der Innenstadtbesucher“, so Bernhard Steinhart als Vertreter der Werbegemeinschaft. Ein Thema, welches auch in Waldkirch behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl längerfristig angegangen werden muss.

Die Leerstände in der Innenstadt liegen laut Zustandsbericht mit nur 3 % (derzeit vier Ladenlokale) deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, der sich bei kleineren Städten bei rund 10 % befindet. In Waldkirch seien das noch strukturelle Leerstände und die Nichtnutzung sei oft nur zeitweise. Für die Zukunft sei aber entscheidend, wie leerstehende Schlüsselimmobilien genutzt werden, betont Kaiser.

Eine Prognose für die Zukunft der Innenstadt kann Kaiser aufgrund der Analyse von Gesprächen mit der Inhaberschaft, deren Alter, Nachfolgesituation, Investitionsbereitschaft wie auch Digitalisierungsgrad oder dem Mikrostandort abgegeben. Auf Grün steht die Ampel bis 2030 bei 62 % der Betriebe, 3 % stehen auf Rot und bei 35 % ist die Zukunft zumindest fraglich. „Die Politik des Laufenlassens“ kann bei einer solchen Zukunftsprognose riskant sein.

„Verkaufsoffene Sonntage, städtische und private Events im Sommer wie im Winter sind das Salz in der Suppe - und da ist Waldkirch super aufgestellt“, so Kaiser. Er sieht daher Chancen durch die Schaffung eines Schutzmechanismus in Form eines Zentren- und Märktekonzepts, durch Verbesserung des Managements und der Kommunikation des Wochenmarktes und durch das Beachten der Details beim Themenkomplex Aufenthaltsqualität, Ambiente und Flair.

Im Rahmen eines Barcamps „Innenstadt“, werden nun noch abschließend die Chancen und Risiken abgewogen und die Innenstadtentwicklung besprochen werden. Der komplette Zustandsbericht kann bei der Wirtschaftsförderung der Stadt angefragt werden oder auf der Homepage der Stadt in der Rubrik „Wirtschaft und Mobilität unter dem Stichwort „Zukunftssichere Innenstadt“ heruntergeladen werden.

Text/Bilder: Stadt Waldkirch

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