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Nachrichten aus Denzlingen, Vörstetten und Reute

Musikalisches Doppel mit doppelter Auszeichnung

Breisgauer Duo mit Mariella Hermann und Fine Fuchs überzeugt bei „Jugend musiziert“ – und im Beethoven-Haus gibt’s den Sonderpreis der Bechstein Stiftung

Freuen sich über ihren musikalischen Erfolg: Fine Fuchs (links) aus Denzlingen und Mariella Hermann aus Heuweiler.

Gerd Lache

Gerade noch beim Bundeswettbewerb in Wuppertal den ersten Platz erspielt, in Kürze schon auf dem Weg zur Sonderpreis-Verleihung ins Bonner Beethoven-Haus: Mariella Hermann und Fine Fuchs geben in Sachen musikalischer Frühstart ordentlich den Ton an. Nach ihrem Erfolg bei „Jugend musiziert“ wurde das junge Duo unmittelbar danach von der Carl Bechstein Stiftung ausgezeichnet. Feierliche Preisübergabe am 5. Juli in Bonn.

Ein Klavier, eine Blockflöte und zwei junge Talente aus dem Breisgau – mehr brauchte es nicht, um beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend musiziert“ in Wuppertal die Jury zu überzeugen. Mariella Hermann (15) aus Heuweiler und Fine Fuchs (12) aus Denzlingen erspielten sich in ihrer Altersgruppe nicht nur den ersten Platz, sondern auch die Spitzenwertung: 25 von 25 möglichen Punkten.

Was das Duo auszeichnet? Präzision, Spielfreude und ein feines Gespür füreinander. „Man spürt, dass sie nicht nur Musik machen, sondern miteinander kommunizieren“, urteilte ein Jurymitglied. Und tatsächlich: Wenn Mariella die Tasten anschlägt und Fine auf ihrer Alt-, Sopran- oder Tenorblockflöte antwortet, entsteht ein musikalischer Dialog, der sich hören lassen kann.

Für Mariella Hermann ist der Wettbewerb kein Neuland. Bereits zum dritten Mal stand sie im Bundesfinale. Sie nimmt Unterricht an der Freiburger Akademie zur Begabtenförderung und sammelt in Meisterkursen wertvolle Impulse von renommierten Professorinnen und Professoren. Ihre Vorbilder heißen Lang Lang und Yuja Wang – internationale Stars mit Bühnenpräsenz und Klangfülle, die auch Mariella anstrebt. Neben dem Klavier spielt sie Geige, singt im Mädchenchor des Freiburger Münsters – kurzum: Musik bestimmt ihren Alltag.

Ganz ähnlich bei Fine Fuchs, die schon im Kindergarten ihre Liebe zur Blockflöte entdeckte. Heute wechselt sie mühelos zwischen verschiedenen Instrumenten und Formaten, ob solo oder im Ensemble. Trotz ihrer jungen Jahre bringt sie erstaunliche Reife ins Spiel.

In den Spielpausen sind die Preisträgerinnen Mariella Hermann (links) und Fine Fuchs gelegentlich zu Späßen aufgelegt

Gerd Lache

Dass die Carl Bechstein Stiftung auf die beiden aufmerksam wurde, ist kaum überraschend. Die Berliner Organisation – benannt nach dem berühmten deutschen Klavierbauer (1826-1900) und Gründer der Pianofortefabrik – hat es sich seit 2012 zur Aufgabe gemacht, junge Pianistinnen und Pianisten sowie ihre musikalischen Partner gezielt zu fördern. Mit ihrem Sonderpreis, dotiert mit 2.000 Euro, belohnt die Stiftung nicht nur herausragende Leistungen, sondern ermöglicht den nächsten Schritt, wie etwa die Teilnahme an weiteren Meisterkursen, die Anschaffung hochwertiger Instrumente oder neue Auftrittsmöglichkeiten.

Am Samstag, 5. Juli, wird der Preis im ehrwürdigen Beethoven-Haus in Bonn übergeben, ein Ort, an dem musikalisches Talent Tradition hat. Der Deutsche Musikrat organisiert das Konzert der Sonderpreisträger und bietet an Beethovens Geburtsstätte eine Bühne, auf der sich junge Künstlerinnen und Künstler einem breiteren Publikum präsentieren können.
Während Mariella bereits vom Musikstudium und der Filmuniversität Babelsberg träumt, lässt Fine die Zukunft noch offen. Was beide eint, ist die Leidenschaft zur Musik. Ihre Geschichte zeigt: Wenn Talent auf Fleiß trifft und Förderung auf Vertrauen, entsteht Musik, die bleibt.

Das Wettbewerbs-Repertoire bei „Jugend musiziert“: Johann Sebastian Bach: Triosonate g-Moll, BWV 527; Willem Wander van Nieuwkerk: „Over the Water“; Jürgen Geißelbrecht: Pyrenoid.
AUTOR: Gerd Lache

Text/Bild: Gerd Lache

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