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Nachrichten aus Bad Krozingen

Haushalt 2026 genehmigt: Bad Krozingen setzt auf Verantwortung, Maß und Zukunftssicherung

Der Haushalt der Großen Kreisstadt Bad Krozingen für das Jahr 2026 ist genehmigt. Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Gesetzmäßigkeit der vom Gemeinderat am 16. Dezember 2025 beschlossenen Haushaltssatzung bestätigt.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 10. Februar 2026 im Kurhaus Bad Krozingen erläuterten Oberbürgermeister Volker Kieber, Bürgermeister Christoph Ober, Kämmerer Christian Thomann, die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates sowie die Ortsvorstehenden gemeinsam den komplexen Abwägungsprozess der Haushaltskonso-lidierung. Im Anschluss bestand für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zum Haushalt zu stellen. Rund 130 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung ins Kurhaus gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren.

Die Informationsveranstaltung machte deutlich, dass sich Städte, Gemeinden und Land-kreise in Baden-Württemberg derzeit in einer historisch angespannten finanziellen Lage befinden. Ursachen hierfür sind insbesondere strukturelle Rahmenbedingungen wie die unzureichende Gegenfinanzierung übertragener Pflichtaufgaben durch Bund und Land, steigende Sozialausgaben sowie sinkende Zuweisungen und Steuereinnahmen. Während die Kommunen mehr als 25 Prozent der Pflichtaufgaben übernehmen, erhalten sie lediglich rund 14 Prozent der Steuereinnahmen von Bund und Land. Energiekrise, Inflation und gestiegene Zinsen verschärfen die Situation zusätzlich. Auch Bad Krozingen ist von dieser landesweiten Entwicklung betroffen. Die angespannte Haushaltslage ist dabei kein lokal verursachtes Problem und nicht Folge einzelner Projekte, sondern Ausdruck einer strukturellen Schieflage im gesamten Land.

Bad Krozingen hat in den vergangenen Jahren ein dynamisches Wachstum erfahren. Neue Wohngebiete, Kitas, Schulen und Investitionen in die Infrastruktur stärken Attraktivität, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt, bringen jedoch auch steigende Betriebs- und Folgekosten mit sich. Gleichzeitig wurde verantwortungsvoll gewirtschaftet: Trotz der Investitionen konnte die Pro-Kopf-Verschuldung deutlich reduziert werden.

Im Kernhaushalt lag die Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2013 noch bei 266,60 Euro und konnte bis 2023 auf 128,00 Euro je Einwohner gesenkt werden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände in Baden-Württemberg lag zum 31. Dezember 2023 bei rund 676,00 Euro, im Landkreis Breis-gau-Hochschwarzwald bei 631,00 Euro.

Unter Einbeziehung der städtischen Eigenbetriebe lag die Pro-Kopf-Verschuldung Bad Krozingens im Jahr 2013 noch bei 1.262,53 Euro. Bis Ende 2024 konnte dieser Wert auf 526,92 Euro je Einwohner reduziert werden. Auch damit liegt Bad Krozingen weiterhin deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Um den Haushalt für 2026 tragfähig aufzustellen, haben sich Gemeinderat und Stadtverwaltung im vergangenen Herbst im Rahmen einer Klausurtagung intensiv mit erforderlichen Konsolidierungsmaßnahmen befasst. Das Ergebnis ist kein pauschales Sparprogramm, sondern ein verantwortungsvoller Kurs zur langfristigen Sicherung der kommunalen Handlungsfähigkeit. Die Anfang Februar erfolgte Genehmigung des Haushalts 2026 durch das Regierungspräsidium Freiburg als Aufsichtsbehörde bestätigt diesen eingeschlagenen Weg.

Freiwillige Leistungen bleiben dabei ein zentraler Bestandteil des städtischen Lebens, denn Bad Krozingen soll auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt bleiben. Trotz notwendiger Einschnitte investiert die Stadt weiterhin gezielt in Menschen, Bildung, Infrastruktur und Gemeinschaft. Kosten werden mit Augenmaß reduziert, Strukturen weiterentwickelt und Investitionen strategisch ausgerichtet.

„Jede Entscheidung im Haushalt wirkt sich unmittelbar auf das Leben der Menschen in unserer Stadt aus – in den Familien, in den Vereinen, in unseren Einrichtungen und im öffentlichen Raum. Deshalb gestalten wir diesen Weg gemeinsam, vorausschauend und mit Augenmaß, um Bad Krozingen lebenswert, handlungsfähig und solidarisch zu erhalten. Dabei ist es uns ein zentrales Anliegen, unsere Bürgerschaft mit größtmöglicher Transparenz und Offenheit in den Konsolidierungsprozess einzubinden. Diesen verstehen wir als Chance, unsere Strukturen zukunftsfest und modern aufzustellen. Konsolidierung bedeutet nicht pauschales Sparen, sondern kluge Weiterentwicklung. Bad Krozin-gen steuert diesen Prozess verantwortungsvoll, verlässlich und mit klarem Blick nach vorn“, so Oberbürgermeister Volker Kieber.

Über das weitere Vorgehen im Konsolidierungsprozess informiert die Stadtverwaltung fortlaufend auf ihrer Homepage unter www.bad-krozingen.de.

 

Text/Bilder: GROßE KREISSTADT BAD KROZINGEN

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