Bürgerbus gehört zu Stadtbild Bad Krozingen
Bürgermeister Ober dankt im Namen der Stadt Fragen zur Situation von Haltestellen Mehrere Fahrer verabschiedet
In der jährlichen Mitgliederversammlung des Bürgerbusvereins Bad Krozingen standen zwar keine Wahlen auf dem Programm; dafür gab es aber angeregte Diskussionen. Bürgermeister Christoph Ober überbrachte Grüße aus der Stadtverwaltung – musste aber auch in Diskussionen Rede und Antwort stehen. Verabschiedet wurden eine Fahrerin und vier Fahrer.

Aus dem Kreis der Fahrerinnen und Fahrer ausgeschieden sind Barbara Borgas, Hans Peter Dieringer (links daneben): Verabschiedet von Bürgermeister Christoph Ober (ganz links) und dem Vereinsvorsitzenden Philipp Moehrke; auch verabschiedet, aber nicht anwesend, Ulli Averesch, Francesco Guerrieri und Frieder Köchlin
Die gut besuchte Mitgliederversammlung wurde erstmals vom neuen Vorsitzenden Philipp Moehrke geleitet, der letztes Jahr neu in dieses Amt gewählt worden war. Er konnte Bürgermeister Christoph Ober und die für den Bürgerbus zuständigen „Verbindungsfrauen“ im Rathaus Stephanie von Detten und Susanne Lützkendorf-Gniech begrüßen. Moehrke bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit zwischen Vereinsvorstand und den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. So erwähnte er unter anderem ein erst kürzlich durchgeführtes ausführliches Gespräch von Mitgliedern des Vorstands mit den Vertretern der Stadt.
Bürgermeister Ober bestätigte ebenfalls diese gute Zusammenarbeit. Der Bürgerbus gehöre in Bad Krozingen seit über 20 Jahren zum Stadtbild und sei gar nicht mehr wegzudenken. Dies alles sei insbesondere den rund 50 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern zu verdanken, die den Bürgerbus-Verkehr derart toll in der Stadt am Laufen hielten, was in der heutigen Zeit gar nicht mehr so selbstverständlich sei. Ober gab auch bekannt, dass ein neuer Bürgerbus bestellt worden sei, was trotz der sehr angespannten finanziellen Lage der Stadt Bad Krozingen wegen der „in die Jahre gekommenen“ vier bisherigen Busse dringend notwendig geworden sei. Auch sei man dabei, alle Busse mit „Bordcomputern“ auszurüsten für die zunehmend digitalen Fahrgastberechtigungen.
Trotz des gegenseitigen Lobes gab es im Rahmen der Besprechung der Vorstandsarbeit eine kritische Diskussion über den Zustand einiger Bürgerbus-Haltestellen. So wurde von der Fahrerseite bemängelt, dass die notwendige „Barrierefreiheit“ an vielen Haltestellen nicht hergestellt werde. Gemeint damit ist die Erhöhung des Gehwegs zum möglichen ebenen Einstieg – insbesondere für Fahrgäste mit Rollatoren. Außerdem mangele es an vielen Stellen an der Sauberkeit.
Sowohl Bürgermeister Obert als auch Frau von Detten bestätigten den beklagten Zustand. Sie wiesen darauf hin, dass die Sauberkeit in Bad Krozingen an vielen Stellen zu wünschen übriglasse. Man versuche mit viel Personalaufwand die Situation zu verbessern. An den Bürgerbus-Haltestellen bestehe jedoch das Problem, dass viele auf Privatgrundstücken eingerichtet sind und deshalb eine gewünschte Veränderung sowohl bei der baulichen Anhebung als auch beim Aufstellen von Papierkörben nur schwer zu verwirklichen sei. Auch wolle man keine „Treffpunkte“ einrichten, die zu Lärmproblemen und noch mehr Verunreinigung sorgen könnten. Trotzdem bemühe man sich im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten weiterhin und bitte um Geduld.
Im Rahmen der Veranstaltung dankte Moehrke dem bisherigen gewählten Einsatzleiter Manuel Timm, der viele Jahre dieses Amt innegehabt habe und es nun überraschend abgegeben habe. Eine Nachfolge konnte noch nicht gefunden werden, sodass Vorstandsmitglieder diese Aufgabe zunächst übernehmen. Ein weiterer Dank ging an die im letzten Jahr gewählte Schriftführerin Ursula Greulich, die ebenfalls zurückgetreten ist. Für sie wurde der bereits kommissarisch eingesetzte Jürgen Pahl als neuer Schriftführer gewählt.
Verabschiedet aus dem Kreis der aktiven Fahrerinnen und Fahreer wurden:
Barbara Borgas
Seit 2010 im Verein und erste Frau mit 500 Fahrten. Sie war viele Jahre Kleiderwartin, und – was von besonderem Wert ist – sie war stets bereitwillig „Springerin“ – immer mal einspringen, wenn eine Fahrerin oder ein Fahre ausfiel. Sie habe gezeigt so der Vorsitzende – dass für sie Ehrenamt nicht nur fahren, sondern in leben und helfen in der Gemeinschaft bedeutet hat.
Ulli Averesch*
15 Jahre als Fahrer engagiert, viele Jahre Vorstandsmitglied, Formulare, Briefköpfe und Fahrpläne gestaltet, Ideen für die Werbeaufträge eingebracht und damit das Erscheinungsbild des Bürgerbusvereins geprägt. Er ist außerdem Organisator der „Boule-Gruppe“ im Verein – und wird dies auch bleiben.
Hans Peter Dieringer
Mit dem schönen Vorsatz, im Ruhestand etwas Sinnvolles zu tun, das auch Freude macht, war er 13 Jahre lang Fahrer. Zum Abschied betonte er insbesondere das gute Miteinander und das „Betriebsklima“ im Fahrerkreis. Das sei – so der Vorsitzende - ein großes Kompliment an den Verein, aber auch an ihn selbst.
Francesco Guerrieri
Wenn Francesco Dienst hatte, dann fuhr nicht einfach nur ein Bürgerbus – dann war ein bisschen italienisches Temperament auf Linie. Als Fahrer mit italienischen Wurzeln hat er in rund neun Jahren 200 Einsätze gefahren. Bei ihm, das betonte Moehrke, gab es nicht nur Personentransport, bei ihm gab es gleich noch Unterhaltung frei Haus. Und beeindruckend sei auch, was Guerrieri zu seiner Motivation gesagt habe: Er sei hier herzlich aufgenommen worden und woltle damit etwas zurückgeben.
Frieder Köchlin
2007 in den Ruhestand gegangen – und dann gleich nochmals Verantwortung übernommen. Als Bürger für Bürger an das Bürgerbussteuer gesessen und seither über 300 Fahreinsätze absolviert; immer freundlich und zuverlässig. Und dann noch 15 Jahre Kassenprüfer im Verein – auch dort gewissenhaft, ruhig und zuverlässig. Bei ihm waren Lenkrad und Zahlen in guten Händen.


