Wenn Bad Wildbad zur Belcanto-Bühne der Welt wird
Sommerliches Festspielfieber
Zwischen internationalen Gesangsstars, stimmungsvollen Konzerten und begeisterten Gästen entsteht durch die Festspiele „Rossini in Wildbad“ eine ganz besondere Atmosphäre im Nordschwarzwald.

Dass die Festspiele ein Publikumsmagnet sind, bewies auch der Sonntag: Die Aufführung von ‚Sémiramis‘ im Kurhaus fand vor vollbesetztem Haus statt
Das Festival hat sich mittlerweile als fester Pilgerort im Festspielsommer etabliert und prägt das gesamte Stadtleben. Hinter dieser Erfolgsgeschichte steht eine prägende Figur: Das Kulturereignis im Enztal ist untrennbar mit Intendant Jochen Schönleber verknüpft. Was er und sein Team in über drei Jahrzehnten aufgebaut haben, verdient Respekt. International gefeierte Weltstars, die sonst auf den ganz großen Bühnen der Welt zu Hause sind, reisen ins beschauliche Kurbad, gelockt vom hohen musikalischen Exzellenzanspruch und einer unvergleichlichen Nähe zum Publikum.
Dass die Stadt von diesem Event spürbar profitiert, bezeugt nicht nur die bundesweite Aufmerksamkeit durch Medien wie das ARD-Mittagsmagazin, sondern vor allem das Lebensgefühl vor Ort. „Wenn sich Bad Wildbad für einige Tage in eine internationale Kulturmetropole verwandelt, herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in der Stadt“, beschreibt Stephanie Bott, Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH, den Zauber dieser Festspieltage.

Flanieren vor historischer Kulisse: Die Pausen vor dem Kurhaus prägen die einzigartige Atmosphäre der Festspiele
Treue Stammgäste und neue Besucher aus Skandinavien
Zwischen Tourismusströmen, Belcantostars und spontanen Begegnungen erleben Einheimische die Stadt völlig neu. Die begehrten Festivaltickets sorgen für ausgebuchte Hotels, und Erika Mokni von Mokni’s Palais Hotel & SPA berichtet: „Aus Stuttgart ist ein Stammgast seit 25 Jahren zu den Rossini-Festspielen bei uns im Hotel und verabschiedete sich dieses Jahr mit den Worten: ‚Es war alles so fantastisch, und ich hoffe, dass ich 100 Jahre alt werde, damit ich noch viele Jahre diese Festspiele erleben kann!‘“
Ein Großteil ihrer treuen Belcanto-Gäste kommt aus ganz Deutschland mit Schwerpunkten in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Köln und Heidelberg; hinzu kommen treue Fans aus der Schweiz und Belgien, die seit Jahrzehnten begeisterte Festivalbesucher sind.
Für den Festspielsommer 2026 verzeichnete Erika Mokni allerdings einen bemerkenswerten Zuwachs von rund 30 Prozent. „Wir hatten neue Gäste aus Norwegen und Dänemark“, betont Erika Mokni, die darüber berichtet, dass diese „vier Tage lang komplett in das Festivalprogramm eingetaucht sind.“

Der Komponist Rossini weilte einst zur Kur in Wildbad und die Stadt widmet ihrem berühmten Gast das Festival
Wo Belcanto auf Spitzengastronomie trifft: Kultur bis tief in die Nacht
Dass die Festspiele weit über die Theaterbühnen hinauswirken, zeigt sich beim Flanieren durch die Gassen und beim geselligen Ausklang nach den Aufführungen.
„Wenn Oper auf Gastronomie trifft, wird Genuss zur schönsten Zugabe“, betont Dali Ratković vom „Melange“ im Kurhaus von Bad Wildbad. Ihr Restaurant ist weit mehr als nur ein kulinarischer Treffpunkt für den historischen Festsaal, der dieses Jahr endlich wieder als glanzvolle Spielstätte des Rossini-Festivals erstrahlt. Das „Melange“ versteht sich als Ort der Entdeckung, an dem Künstler und Festspielgäste zusammenkommen, um den Zauber der Musik mit einem krönenden kulinarischen Abschluss zu verbinden.
Voll und ganz auf die Festivalgäste eingestellt hat sich auch Jessica Fox, Chefin vom Foxy Bräu in Bad Wildbad, die am einzig spielfreien Abend der Festivalzeit die Gäste vom Hotel Weingärtner mit einem exklusiven Rossini-Gala-Menü inklusive Rossini-Bier-Brut und Erzählungen zum Komponisten begeistert hat. Auch Semi Demiri vom Restaurant Toscana II hebt als Unternehmer den Dienstleistungsgedanken im Gastronomiebereich hervor: „Wir sind immer da, und das mit warmer Küche à la carte. Egal ob eine Vorstellung spät endet und die Gäste erst um 22:30 Uhr eintreffen oder ob, wie in der vergangenen Woche, bis weit nach Mitternacht geschlemmt wird.“ Viele seiner Gäste kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien, und „alle wissen unseren Service zu schätzen.“

Auch für gebürtige Wildbader ist das Rossini-Festival ein besonderer Höhepunkt im Jahr.
Das Festival als Highlight im Jahr
Auch für gebürtige Wildbader ist das Festival ein besonderer Höhepunkt im Jahr. Für Harald Olschok, der in der Kurstadt aufgewachsen ist und heute in Mainz lebt, gehört ein Besuch mit seiner Frau Elke zu den Rossini-Festspielen schlicht und einfach als Highlight im Sommer dazu: „Es ist beeindruckend, was in den vergangenen 37 Jahren hier in Bad Wildbad entstanden ist. Trotz des Strukturwandels und des Rückgangs der klassischen Kurgäste hat sich das Rossini-Festival zu einem wunderbaren Aushängeschild entwickelt.“ Dabei schätzt das Ehepaar, das zudem neue Gäste aus Baden mitgebracht hat, das besondere Rahmenprogramm mit Einführungsvorträgen zu den einzelnen Vorstellungen: „Zur Aufführung von ‚Sémiramis‘ hat sich der Besuch der Einführung absolut gelohnt. Durch Reto Müller gewinnen diese Vorträge eine Professionalität, die schlichtweg begeistert.“
All diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie beim Rossini-Festival in Bad Wildbad aus hochkarätiger Kunst, leidenschaftlicher Gastfreundschaft und engagierten Akteuren vor Ort ein internationales Gesamtkunstwerk entsteht. Es ist diese seltene Verbindung aus Weltklasse-Kultur und persönlicher Nähe, die Bad Wildbad jeden Sommer aufs Neue zum Leuchten bringt.


