Kunstsommer in Baden-Baden
Baden-Baden wird nicht umsonst als die „kleinste Weltstadt“ bezeichnet, denn die Stadt bietet ein kulturelles Angebot, das mit dem einer Großstadt vergleichbar ist. Die Museumsmeile mit dem Museum Frieder Burda, der Staatlichen Kunsthalle, dem Stadtmuseum und dem Museum LA8 setzt überregionale Maßstäbe.

Künstler Tobias Rehberger copyright Tobias Rehberger
Kunstliebhaber können sich diesen Sommer auf unzählige Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen freuen, die im öffentlichen Raum, in Museen und Galerien sowie an einigen ganz besonderen Orten stattfinden.
„kunst findet stadt“ im Kurpark Baden-Baden: Tobias Rehberger Ausstellung „Ui.Ja“
Für „kunst findet stadt“ verwandelt sich der Kurgarten vor dem Kurhaus Baden-Badens vom 18. Juli bis 6. September 2026 bereits zum fünften Mal in eine Kunstgalerie unter freiem Himmel. Mit Tobias Rehberger, einem der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, setzt die Baden-Baden Events GmbH das Format „kunst findet stadt“ im Jahr 2026 fort und lädt dazu ein, Kunst im Dialog mit Natur, Architektur und Stadtgeschichte zu erleben. Rehberger ist ein Grenzgänger zwischen Kunst und Design. Seine raumgreifenden Installationen verwenden unterschiedlichste künstlerische Medien wie Skulptur und Malerei, Architektur, Design und Mode sowie Sprache und Performance. Für die Ausstellung „Ui.Ja“ hat der aus Esslingen stammende Künstler mit gut einem Dutzend Werken aus den vergangenen drei Jahren einen Kunstparcours entwickelt, der von der Reinhard-Fieser-Brücke in die Kolonnaden Richtung Kurhaus bis zur Trinkhalle führt. Der Künstler verwandelt den Kurpark von Baden-Baden in ein Lichtermeer von Wort und Bild, Skulptur und Design, das vor allem in den Abendstunden eine magische Atmosphäre entfaltet. „kunst findet stadt“ wird seit dem Beginn 2021 von dem Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher Florian Matzner kuratiert, seit 2023 zusammen mit dem Kurator und Künstler Johann Alexis von Haehling. Wer tiefer in die Ausstellung einsteigen möchte, dem empfiehlt sich eine Führung mit einem der beiden Kuratoren, die am 18.7., 19.7., 6.8., 8.8. und 12.8. stattfinden und bei der Tourist-Info in Baden-Baden gebucht werden können. www.badenbadenevents.de

Blick in die Ausstellung Bloom Up Staatliche Kunsthalle Baden-Baden copyright Badisches Landesmuseum
„Bloom up! Die Sprache der Blumen“ – große Sonderausstellung in Baden-Baden
Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und das Badische Landesmuseum in Karlsruhe eröffneten am 13. Juni 2026 ihr erstes gemeinsames Ausstellungsprojekt und starteten damit eines der derzeit spannendsten Experimente in der deutschen Museumslandschaft. In gemeinsamen Projekten bringen die beiden Häuser mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten in den nächsten Jahren zeitgenössische Kunst und Kulturgeschichte in einen lebendigen Dialog. „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ ist die erste große gemeinsame Sonderausstellung, die bis zum 10. Januar 2027 in der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden zu sehen ist. Vom altägyptischen Lotus über Jugendstil-Rosen bis zu digitalen Blütenfantasien verwebt sie kulturhistorische Objekte aus der Karlsruher Sammlung mit aktuellen künstlerischen Positionen. Der Rundgang durch die Ausstellung ermöglicht emotionale Begegnungen mit dem Duft, der Schönheit und der Vergänglichkeit der Blume. Themen wie Liebe, Erinnerung, Macht und Identität werden neu beleuchtet. Eine App erweitert die Ausstellung in den digitalen Raum und gewährt neben klassischen Audioguides vertiefende Einblicke. Darüber hinaus ist die App mit verschiedenen Modi ausgestattet und bietet eine neue Möglichkeit des gemeinsamen Erlebens der Ausstellung. Im Gruppenmodus sorgen Spiele oder Abstimmungen für einen unterhaltsamen Austausch. Im Dating-Modus kann man nicht nur die Ausstellung, sondern auch sich gegenseitig besser kennenlernen. www.kunsthalle-baden-baden.de
Vier Museen ein Fest: Baden-Badens Museumsmeile lädt zum großen Museumsfest
Baden-Baden lädt am 19. Juli 2026 zu einem besonderen Museumserlebnis ein. Unter dem Motto „Vier Museen – Ein Fest" öffnen das Museum Frieder Burda, die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, das Museum LA8 und das Stadtmuseum Baden-Baden von 10 bis 18 Uhr ihre Türen. Neben freiem Eintritt in die vier Museen bieten diese kostenlose Führungen zu den aktuellen Ausstellungen. Im Museum Frieder Burda ist die Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ zu sehen. Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden begeistert mit der kürzlich eröffneten großen Sonderausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“, das Museum LA8 zeigt die Ausstellung „Vanitas. Die Schönheit des Vergänglichen“ und im Stadtmuseum führt die Ausstellung durch „2000 Jahre in 50 Objekten“. Begleitet wird das Museumsfest von Livemusik, Workshops, Künstlergesprächen und gastronomischen Angeboten. Für Kulturliebhaber empfehlen sich die dialogischen Führungen durch alle vier Museen, die von Heike Kronenwett (Stadtmuseum Baden-Baden), Dr. Dieter Kistner (Museum LA8), Christina Lehnert (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden) und Dr. Daniel Zamani (Museum Frieder Burda) geleitet werden. Die Führungen starten jeweils im Stadtmuseum und enden im Museum LA8. Sie finden zu den Uhrzeiten 10:30, 12:30, 14:30 und 16:30 Uhr statt und dauern jeweils ca. 60 Minuten. Die Tickets sind kostenlos und können ab einer Stunde vor Führungsbeginn am Stadtmuseum abgeholt werden. Für Kinder gibt es eine Rätselrallye durch alle vier Museen, bei der in jedem Haus eine knifflige Frage zu beantworten ist. Ergänzend zum Museumsfest lohnt sich ein Spaziergang in den Kurgarten vor dem Kurhaus Baden-Baden zur Open-Air-Ausstellung „kunst findet stadt" mit Werken des Künstlers Tobias Rehberger. Sie ist ab dem 18. Juli zu sehen, ebenfalls bei freiem Eintritt. www.baden-baden.com

Ausstellung FACE TO FACE
FACE TO FACE – Ausstellung im STUDIOMERCUR668 Baden-Baden
Das Gesicht als Bühne der Identität, als manipulierbare Oberfläche, als Spiegel der Seele: Unter dem Titel FACE TO FACE präsentiert der neue Kunstraum STUDIOMERCUR668 in den Räumlichkeiten der traditionsreichen Maßschuhmanufaktur Vickermann & Stoya in Baden-Baden seine erste Ausstellung. Noch bis Ende Juli 2026 versammelt die Schau Porträts in den unterschiedlichsten Stilen von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler – darunter Thomas Ruff, Julian Opie, Katharina Sieverding und Tobias Rehberger – und befasst sich mit dem Gesicht im Zeitalter seiner Manipulierbarkeit. Im Spannungsfeld zwischen korrigiertem wie kontrolliertem menschlichen Erscheinungsbild trifft die Ausstellung einen Nerv: Wie formt, inszeniert und optimiert der Mensch heute sein Antlitz – zwischen Kosmetik, sozialen Medien und künstlicher Intelligenz? Die rund 1:1-formartigen Porträts laden zu einer Begegnung von Angesicht zu Angesicht ein. www.studiomercur668.com
Private Art Dinner – Wo Kunst auf Kulinarik trifft in der Galerie Bell
Mit der Ausstellung „Gunter Sachs – Iconic Photographs“ zeigt die Galerie Bell in Baden-Baden noch bis 12. September 2026 eine Auswahl fotografischer Arbeiten eines Künstlers, dessen Werk bis heute für Stil, Ästhetik und visuelle Leichtigkeit steht. Die Ausstellung würdigt Gunter Sachs als Fotografen und visuellen Gestalter, der weit über das Bild des internationalen Jetsets hinaus Bedeutung erlangte. Mit dem neuen Angebot „Private Art Dinner“ verbindet die Galerie Bell den Genuss von Kunst und Kulinarik auf vortreffliche Weise. Inmitten der Ausstellung serviert Privatkoch Lukas de Kever von Ceasars Dinner ein 6-Gang-Menü, das von den Motiven, Stimmungen und Sehnsuchtsorten der Werke inspiriert ist. Die kulinarische Reise des Abends startet mit dem ersten Gang in die Bergwelt und den Jetset in St. Moritz, führt die Gäste zu Kunst und Liebe in Paris, verweilt am Meer und Freiheit in St. Tropez und genießt Sommer und Frische in Gstaad. Der Höhepunkt des Menüs ist den Yachten und Roulette in Monte Carlo gewidmet und endet mit einem Dessert das für Savoir-vivre und Leichtigkeit im Hier und Jetzt steht. Buchbar ist das „Private Art Dinner“ für sechs bis acht Personen und kostet 220 Euro pro Person inklusive Champagner-Empfang sowie Mineralwasser und Espresso. Die zum Menü passende Weinbegleitung kann für 70 Euro pro Person dazugebucht werden. www.galerie-bell.de

Ausstellung Between Light and Dark
Between Light and Dark: New York Stories im Porsche Studio in Baden-Baden
Vom 1. bis 29. August 2026 präsentiert das im 5-Sterne-Hotel Steigenberger Icon Europäischer Hof angesiedelte Porsche Studio Baden-Baden in seinen Räumlichkeiten die exklusive Ausstellung „Between Light and Dark: New York Stories“ des Starfotografen Udo Spreitzenbarth, der in Deutschland geboren wurde und in New York lebt. Für diese Ausstellung erweitert der internationale Mode- und Kunstfotograf seine renommierte Kunstserie „Between Light and Dark“ mit neuen, noch nie gezeigten Werken, inspiriert von der zeitlosen Faszination von Porsche. Bekannt für seine cineastische Schwarz-Weiß-Ästhetik und sein ausdrucksstarkes visuelles Storytelling, untersucht Spreitzenbarth das Zusammenspiel von menschlicher Präsenz, Design und Leidenschaft. In diesen neuen Arbeiten werden ikonische Porsche-Modelle mehr als nur Motive – sie werden zu Symbolen für Sehnsucht, Individualität und zeitloser Schönheit. Sie fügen sich nahtlos in Bildwelten ein, die die Grenzen zwischen Fotografie, Film und bildender Kunst verschwimmen lassen. Vor einer Kulisse von New York inspiriertem Storytelling feiert die Ausstellung gemeinsame Werte von Künstler und Marke: Handwerkskunst, Authentizität und das Bekenntnis zu Zeitlosigkeit. So wie ein Porsche über seine Funktionalität hinausgeht und zu einem Objekt von Leidenschaft und kultureller Bedeutung wird, schaffen auch diese Fotografien Momente, die über Trends und Zeit hinaus Bestand haben. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten, Spannung und Stille macht die Serie zu einem faszinierenden Erlebnis. Der Eintritt ist frei. www.porsche-studio-baden-baden.de
„Entfaltung der Farbe. Simon Hantaï“ im Museum Frieder Burda
Das von dem New Yorker Stararchitekten Richard Meier entworfene Museum Frieder Burda präsentiert vom 15. August 2026 bis 19. Januar 2027 die Ausstellung „Entfaltung der Farbe. Simon Hantaï“. Simon Hantaï (1922–2008) ist einer der wichtigsten Vertreter der internationalen Nachkriegsmoderne. Der ungarische Künstler emigrierte 1948 nach Paris, wo er sich bald im Umfeld der aufstrebenden Avantgarde bewegte. Nach einer ersten surrealistischen Phase wandte er sich in den 1950er Jahren der Malerei des Informel zu und setzte sich zugleich intensiv mit dem Werk Jackson Pollocks auseinander. Ab 1960 konzentrierte er seine radikal experimentellen Forschungen auf das „pliage comme méthode“ – Werke, in denen er die gefaltete Leinwand mit Öl- oder Acrylfarbe bedeckte, um farbig leuchtende Zufallsmuster zu erzeugen. Mit rund 40 teils monumentalen Schlüsselwerken aus vier Schaffensjahrzehnten gibt die Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden einen facettenreichen Überblick über das bildgewaltige Schaffen Hantaïs und präsentiert seinen herausragenden Beitrag zur internationalen Nachkriegsabstraktion als ein sinnlich bewegendes Fest der Farbe. Zu den zahlreichen Leihgebern zur Werkschau gehören unter anderem das Musée d’art contemporain de Bordeaux, die Fondation Gandur pour l’Art, Genève, die Fondation Louis Vuitton, das Musée d’art moderne de Paris sowie das Musée d’art moderne et contemporain de Saint-Étienne. www.museum-frieder-burda.de


