Grenzüberschreitende Kulturarbeit: Kultur Afterwork bringt deutsche und französische Akteure zusammen
Kehl, 03.06.2026 – Trotz der starken Regenfälle, die wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung niedergingen, fanden gestern Abend rund 35 Akteurinnen und Akteure aus der deutschen und französischen Kulturszene den Weg ins Art Café des Museums für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Straßburg zur zweiten Ausgabe des vom Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau organisierten Kultur Afterworks.

Ziel der Veranstaltung war es, die Vernetzung der Kulturakteurinnen und Kulturakteure beiderseits des Rheins zu stärken und neue grenzüberschreitende Projekte anzustoßen. Dieses Ziel wurde erreicht: Deutsche und Franzosen kamen schnell miteinander ins Gespräch, nutzten die Gelegenheit zum Kennenlernen und zeigten damit zugleich ihren Wunsch, die deutsch-französische Kulturzusammenarbeit weiter auszubauen und zu intensivieren.
Mehr als bloße Schlagworte
Vereinsvertreterinnen und -vertreter, Künstlerinnen und Künstler, Verantwortliche kultureller Einrichtungen, institutionelle Akteure und Projektträger - sie alle nutzten den Abend, um Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu erweitern. Zwar wurde vereinzelt auch Englisch gesprochen, doch der Abend machte vor allem eines deutlich: Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis sind weit mehr als bloße Schlagworte der grenzüberschreitenden Kooperation.
Den Auftakt bildete eine Reihe von Kurzvorstellungen nach dem Prinzip des Speed-Datings. Das Format wurde von den Teilnehmenden aufgrund seiner Dynamik, Effizienz und zugleich lockeren Atmosphäre besonders geschätzt. Anschließend wurde an drei Thementischen über Lösungen, Herausforderungen und Zukunftsthemen der grenzüberschreitenden Kulturarbeit diskutiert.
Kulturverzeichnis, Dolmetscherpool und vereinfachte Verfahren
Die Gespräche brachten zahlreiche konkrete Ideen hervor, wie deutsch-französische Kulturprojekte künftig erleichtert werden können. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung regelmäßiger Austauschformate wie des Kultur Afterworks, dessen Konzept von den Teilnehmenden einhellig gelobt wurde. Darüber hinaus wurden die Einrichtung eines Verzeichnisses kultureller Einrichtungen auf beiden Seiten des Rheins, ein Dolmetscherpool inklusive technischer Ausstattung für gemeinnützige Projekte in der Region, eine stärkere Unterstützung bei Verwaltungsformalitäten sowie die Vereinfachung administrativer Verfahren vorgeschlagen.

Gleichzeitig berichteten die Teilnehmenden von den Herausforderungen, denen sie bei der Umsetzung grenzüberschreitender Projekte begegnen. Zu den häufigsten Schwierigkeiten zählen die Suche nach geeigneten Veranstaltungsorten, die Gewinnung passender Kooperationspartner sowie die Sicherung neuer Finanzierungsquellen in einem Umfeld, das von Kürzungen öffentlicher Budgets geprägt ist.
Auch die Diskussionen über zukünftige Entwicklungen brachten zentrale Themen hervor. Künstliche Intelligenz und die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit ihr wurden mehrfach als wichtige Zukunftsaufgaben für den Kulturbereich genannt. Darüber hinaus betonten die Teilnehmenden die Bedeutung demokratischer Bildung, der Berücksichtigung des demografischen Wandels, der Förderung von Inklusion sowie der Bewahrung menschlicher Werte im Zentrum kultureller Projekte.
Im echten Leben ins Gespräch kommen
Nach den Workshops wurden die Gespräche bei wieder aufgeklartem Himmel, einem Buffet und einem Aperitif auf der Terrasse des Art Cafés fortgesetzt. Die Atmosphäre war ausgesprochen herzlich, entspannt und von großer Freude am Austausch geprägt.
Das Fazit der Teilnehmenden fiel eindeutig aus: Der Bedarf an Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Unterstützung grenzüberschreitender Kulturprojekte bleibt groß -und zwar vorzugsweise „im echten Leben, um anders miteinander ins Gespräch zu kommen als über soziale Netzwerke“. Das Kultur Afterwork hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind.
Mit dieser erfolgreichen zweiten Ausgabe bekräftigt der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau sein Engagement für den deutsch-französischen Kulturaustausch und die Entwicklung neuer Kooperationen auf seinem Gebiet. Unterstützt werden diese Dynamiken auch durch den Fonds „Kultur & Begegnung“ des Eurodistrikts, der grenzüberschreitende Kulturinitiativen in der Region begleitet. Anträge können ganzjährig an das Generalsekretariat gestellt werden.


