Das war die Donaueschinger Regionale 2026
Im Bartók Saal der Donauhallen wurde seit dem 2. Mai zeitgenössische Kunst aus Baden-Württemberg ausgestellt. Für die Donaueschinger Regionale gingen in diesem Jahr 268 Bewerbungen ein. 62 Kunstschaffende und drei Künstlerduos wurden von der Fachjury ausgewählt. Mehr als 1.100 Besucher haben die Ausstellung besucht und kamen zu den Veranstaltungen.

Die Ausstellungseröffnung am1. Mai lockte viele Kunstinteressierte in die Donauhallen
Den Kunstpreis der Stadt Donaueschingen erhielt die Künstlerin Katharina Büttgen für ihre Arbeit „Sprache ist Widerstand“. In ihrem Textilobjekt thematisiert die junge Karlsruher Künstlerin mit familiären Wurzeln in Belarus, die Ohnmacht der Menschen in einem Überwachungsstaat.
„Wir fühlen uns an traditionelle Stickbilder erinnert, die in Jahrhunderte langer Tradition zu Geburten oder Hochzeiten in der Regel von Frauen gestickt und innerhalb der Familien verschenkt wurden. Katharina Büttgens Textilbild jedoch handelt von Krieg, Vertreibung, Flucht und Schmerz und ist ein Pamphlet des Widerstands. Eingerahmt von Stacheldraht, zwei Überwachungskameras und Knüpfnadeln blicken wir in der Bildmitte auf drei Worte, die „Tränen gleich“ als Fäden aus der Leinwand in den Raum fließen. Die Einfachheit der verwendeten Mittel, die Reduktion auf wenige, jedoch sehr ausdrucksstarke Motive und die Platzierung von nur drei Worten „Sprache ist Widerstand“ erzwingen unsere unmittelbare Reaktion, denn ein Wegschauen ist nicht möglich“, so das Statement der aus den Künstlern Prof. Marcel van Eeden, Wolfgang Faller und Thomas Putze sowie dem Kunsthistoriker und Kurator Privat-Dozent Dr. Ralf Michael Fischer und der Kunsthistorikerin und Galeristin Andrea Dreher bestehende Fachjury.
Das Rahmenprogramm der diesjährigen Regionalen bestand neben Führungen aus Konzerten, Workshops und einem Dokumentarfilm. Große Resonanz fanden die Workshops für Gruppen und Klassen der Donaueschinger Kindergärten und Schulen: Dieses Angebot nahmen mehr als 300 Kinder und Jugendliche wahr.

Bürgermeister Severin Graf (von links), Katharina Büttgen, Gewinnerin des Kunstpreises der Stadt Donaueschingen 2026, und Privat-Dozent Dr. Ralf Michael Fischer, Mitglied der Fachjury, bei der Eröffnung der Donaueschinger Regionalen am 1. Mai.
Hinter der Gründung der „Donaueschinger Regionale für zeitgenössische Kunst“ im Jahr 2003 steckte die Intention, die Vielfalt der aktuellen Kunst im südlichen Baden-Württemberg zu zeigen. Seitdem wächst das Interesse der Künstlerinnen und Künstler kontinuierlich, an der Kunstbiennale in der Donauquellstadt teilzunehmen.
Den Kunstpreis der Stadt Donaueschingen erhielten u.a. Harry Ludszuweit, Josef Bücheler, Nikolaus Mohr, Dorothee Pfeifer und Tatjana Golder.


