Art’Rhena startet in die Saison 2026/27: Kultur ohne Sprachbarrieren und neue Künstlerresidenzen
Mit einem vielseitigen Programm aus Theater, Zirkus, Tanz, Musik, Puppenspiel und Magie startet das deutsch-französische Kulturzentrum Art’Rhena im Oktober in die Saison 2026/27.

Face aux murs
Auf der Rheininsel in Vogelgrun bei Breisach treffen Künstler und Produktionen aus beiden Ländern aufeinander. Viele der Veranstaltungen sind zweisprachig oder kommen ganz ohne gesprochene Sprache aus. Neu in dieser Saison: Erstmals ermöglicht Art’Rhena Kompanien aus der Region Künstlerresidenzen und unterstützt sie dabei auch finanziell bei der Entwicklung neuer Stücke.
Wortlose Live-Performances: Zirkus, Tanz und Musik ohne Sprachbarriere
Ein Schwerpunkt des Spielplans liegt auf Produktionen, die ihre Geschichten ganz ohne Worte erzählen. Akrobatik, Musik, Tanz und visuelles Theater machen die Inszenierungen unmittelbar verständlich und ermöglichen gemeinsame Kulturerlebnisse unabhängig von Sprachkenntnissen.
- „En pleine tempête“ (dt. „Mitten im Sturm“), Musik & Zirkus, 2. Oktober 2026, 20 Uhr
Mit „En pleine tempête“ kehren die Brüder Cadez nach ihrem erfolgreichen Gastspiel im Jahr 2023 zu Art’Rhena zurück. Zwei Pianisten und eine geheimnisvolle Violinistin geraten inmitten eines aufziehenden Gewitters in ein turbulentes Zusammenspiel. Das Zusammenspiel von Musik, Magie, Komik und akrobatischen Elementen sorgt für eine poetische und überraschende Show.
- „449 Sekunden“, Zirkus, 3. Februar 2027, 14 Uhr (ab 6 Jahre)
Was passiert, wenn Astrophysik auf zeitgenössischen Zirkus trifft? Die Cie Piedbouche macht in „449 Sekunden“ Phänomene wie Schwerkraft, Schwerelosigkeit und die Bewegung von Planeten körperlich erfahrbar. Akrobatik, Poesie und Wissenschaft verbinden sich zu einer Inszenierung für Kinder ab sechs Jahren. Die Vorstellung findet außerhalb von Art’Rhena statt; der genaue Spielort wird noch bekannt gegeben. Es handelt sich um eine Uraufführung nach einer Künstlerresidenz im Art’Rhena. - „Ici Dragons“ (dt. „Hier sind Drachen“), Tanz, 13. Februar 2027, 10 Uhr (ab 3 Jahre)
Die Cie Bleu Renard widmet sich in ihrer neuen Produktion der Verwandlung: Kleidung, Materialien und Körper werden zu Ausgangspunkten für eine spielerische Auseinandersetzung mit Identität und Anderssein. „Ici Dragons“ entsteht ebenfalls im Rahmen einer Künstlerresidenz bei Art’Rhena und wird als Uraufführung präsentiert. - „Face aux murs“ (dt. „Gegen die Wände“), Zirkus, 24. Februar 2027, 20 Uhr
Sechs Akrobaten, zwei Trampoline und eine bewegliche Plexiglaswand stehen im Mittelpunkt der Produktion der Cie Hors Surface. Zwischen spektakulärer Akrobatik und poetischen Bildern geht es um Grenzen, Zweifel, Ängste, Ausgrenzung und die Frage, wie Zusammenhalt und Widerstandskraft entstehen können. - „Fragile!“ (dt. „Zerbrechlich!“), Zirkus, 13. März 2027, 20 Uhr
Fünf Künstler, drei Celli und eine Gitarre: In „Fragile!“ untersucht die Freiburger Gruppe Cie Curijo menschliche Verletzlichkeit mit den Mitteln des zeitgenössischen Zirkus. Akrobatik und Live-Musik treffen auf Momente des Gleichgewichts und der Instabilität. Die Produktion entsteht als Uraufführung im Rahmen einer Künstlerresidenz bei Art’Rhena.

Vergissmeinnicht
Zweisprachiges Theater: Geschichten zwischen zwei Kulturen
Deutsch und Französisch gehören bei Art’Rhena selbstverständlich zusammen. Mehrere Produktionen der Saison bringen beide Sprachen auf die Bühne und erzählen Geschichten, in denen Unterschiede, Missverständnisse und Gemeinsamkeiten eine zentrale Rolle spielen.
- „Der kleine König Artus“, Theater, 28. Oktober 2026, 14 Uhr (ab 6 Jahre)
Artus träumt davon, ein großer Ritter zu werden. Als sein französischsprachiger Halbbruder Arthur auftaucht, beginnt für die beiden eine abenteuerliche Reise zwischen zwei Sprachen und Kulturen. Drachen, Prinzessinnen und Missverständnisse sorgen für turbulente Momente, während sich die beiden auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache machen. Ein Stück über Freundschaft und Geschwisterbeziehungen für Kinder und Familien. - „Otto & andere Erzählungen von Ungerer“, Theater, 14. November 2026, 10.30 Uhr (ab 7 Jahre)
Die Compagnie Epik Hotel bringt drei Geschichten des elsässischen Illustrators Tomi Ungerer auf die Bühne: „Otto“, „Flix“ und „Zloty“. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Anderssein, Erinnerung und der Umgang mit der Umwelt.
Begleitend zur Aufführung zeigt Art’Rhena vom 20. Oktober bis 27. November 2026 die Ausstellung „Die illustrierte Küche von Tomi Ungerer“ des Musée Tomi Ungerer in Straßburg. - „Die Schöne und das Biest“, Theater, Musik & Tanz, 21. April 2027, 14.30 Uhr (ab 6 Jahre)
Das bekannte Märchen wird in einer deutsch-französischen Fassung neu erzählt. Zwischen Schwarzwald und Paris begegnen sich Belle und das verwunschene Biest. Musik, Tanz und Humor verbinden sich zu einer Geschichte über Nähe, Unterschiede und Verwandlung. Die Produktion des Theater BAden ALsace ist vollständig zweisprachig.
Deutschsprachiges Programm wird weiter ausgebaut
Wie bereits in der vergangenen Spielzeit hat Art'Rhena auch in der neuen Saison rein deutschsprachige Produktionen im Programm. Damit wird das Angebot für das deutsche Publikum erweitert und zugleich die sprachliche Vielfalt des Kulturzentrums weiter ausgebaut.
- „Vergissmeinnicht“, Puppenspiel, 7. April 2027, 16 Uhr
Die Compagnie La Pendula erzählt die Geschichte einer alten Frau, die sich an ihre Kindheit während des Zweiten Weltkriegs erinnert. Als junge Hirtin lebte sie damals auf einem Bauernhof im Schwarzwald, fern von ihrer Familie. Zwischen Natur, historischen Ereignissen und kindlichem Staunen entsteht eine poetische Geschichte über Erinnerungen und das Vergehen der Zeit. Das Stück richtet sich an Kinder ab sechs Jahren. - „PantoMagic“, Magie & Pantomime, 9. April 2027, 20 Uhr
Wenn ein Magier und ein Pantomime aufeinandertreffen, ist Verwirrung vorprogrammiert. Marco Miele präsentiert spektakuläre Illusionen, während Pablo Zibes mit seiner Pantomime immer wieder für unerwartete Wendungen sorgt. „PantoMagic“ verbindet Magie, Humor und Körpersprache zu einer fantastischen Show, in der scheinbar Unmögliches Wirklichkeit wird. - „Das Tagebuch der Anne Frank“, Theater, 12. Mai 2027, 20 Uhr
Das Theater BAden ALsace widmet sich in einer sensiblen Bühnenfassung dem Leben der jungen Anne Frank und ihrer Familie im Versteck in Amsterdam. Ängste, Hoffnungen und Träume der Jugendlichen stehen ebenso im Mittelpunkt wie die Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung. Live gespielte jiddische Musik begleitet die Inszenierung und schlägt eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart.
Musik, Humor und ein großes Saisonfinale
Neben Theater und Zirkus bietet der Spielplan besondere Abende für ein erwachsenes Publikum – von wortlosem Humor bis zu mehrsprachiger Musik
- „Tasty Biscuits“, Comedy, 12. Dezember 2026, 20 Uhr
Eine Keksdose als Ausgangspunkt für absurden Humor: Das Berliner Duo Mimikry verbindet in „Tasty Biscuits“ visuelles Theater, schwarze Komik und überraschende Wendungen. Ganz ohne gesprochene Sprache entsteht eine skurrile Welt, in der eine scheinbar alltägliche Keksdose allerlei Überraschungen bereithält. - „Best Of“, Musik, 6. März 2027, 20 Uhr
Das Frauenquartett Les Brünettes blickt auf fünf Alben zurück und präsentiert eine Auswahl eigener Kompositionen und besonderer Neuinterpretationen. Jazz und Pop treffen auf die Stimmen der vier Sängerinnen, die auf Deutsch, Französisch und Englisch singen. Ein Konzertabend zwischen musikalischer Virtuosität, Emotion und spontanen Momenten. - „Top 50 from Paris to Berlin“, Musik, 4. Juni 2027, 20 Uhr
Zum Abschluss der Saison geht es musikalisch durch drei Jahrzehnte Popgeschichte. Nicolas Buvat & Friends kehren nach einem erfolgreichen Konzert in der vergangenen Saison zum Art’Rhena zurück und lassen die größten Hits der 70er-, 80er- und 90er-Jahre in Deutschland und Frankreich als Jazzversion wieder aufleben. Welche Songs tatsächlich erklingen, bleibt bis zum Konzert eine Überraschung. Nach der Vorstellung lädt eine Saisonparty mit DJ zum Weiterfeiern ein.
Mit seiner neuen Saison verbindet Art’Rhena auch 2026/27 die Kulturlandschaften beiderseits des Rheins. Wortlose und zweisprachige Produktionen treffen dabei auf ein erweitertes deutschsprachiges Angebot. Gleichzeitig stärkt Art’Rhena seine Rolle als Produktionsort: Seit 2026 unterstützt das Kulturzentrum regionale Kompanien mit Künstlerresidenzen und fördert dabei insbesondere neue Zirkusproduktionen und Stücke für junges Publikum. In der neuen Saison entstehen auf diese Weise unter anderem die Uraufführungen „Ici Dragons“ und „Fragile!“.
Über Art'Rhena:
Art'Rhena ist ein grenzüberschreitendes Kulturzentrum, das von der Communauté de Communes Alsace Rhin Brisach auf französischer Seite in Partnerschaft mit der deutschen Stadt Breisach am Rhein getragen wird und auf der Rheininsel, dem Treffpunkt der beiden Länder, angesiedelt ist. Das 2021 eröffnete Art'Rhena bietet ein multidisziplinäres Programm von Live-Darbietungen, das wortlose (Zirkus, Musik, Tanz) und gesprochene Angebote (Theater, Marionetten, Kabarett) miteinander verbindet, viele davon sind zweisprachig. Die Hälfte des Programms ist einem eher erwachsenen Publikum gewidmet, die andere Hälfte Kindern und Jugendlichen zwischen 6 Monaten und 14 Jahren. Neben den verschiedenen Aufführungen vervollständigen Schulprogramme, Kulturvermittlungsaktionen und mehrsprachige gesellschaftspolitische Ausstellungen das Angebot von Art'Rhena.
Praktische Informationen:
Die Ticketpreise liegen zwischen 4 und 25 Euro. Tickets können rund um die Uhr online über die Website von Art’Rhena erworben werden. Der Ticketverkauf am Empfang ist dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Das deutsch-französische Kulturzentrum liegt auf der Rheininsel, nur wenige Meter von der deutschen Grenze entfernt und ist zu Fuß vom S-Bahnhof Breisach und per S-Bahn von Freiburg aus zu erreichen.


