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Zehn Jahre Babylotsen am St. Elisabethen-Krankenhaus: Ein Erfolgsmodell für Familien

Mehr als 15.000 Klärungsgespräche, über 4.500 vertiefende Beratungen und mehr als 4.000 Vermittlungen in weiterführende Unterstützungsangebote – diese Bilanz steht nach zehn Jahren Babylotsen am St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach für ein Angebot, das aus der geburtshilflichen Versorgung heute nicht mehr wegzudenken ist.

(von l. nach r.): Katharina Hemminger (Leitung Sozialberatung), Vera Stächelin (Babylotsin), Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer (Klinischer Geschäftsführer), Anika Conradt (Babylotsin), Prof. Dr. Michael Bohlmann (Chefarzt) und Landrätin Marion Dammann (Aufsichtsratsvorsitzende).

Was 2016 als durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen gefördertes Modellprojekt begann, ist längst ein fester Bestandteil des Perinatalzentrums und ein bundesweit anerkanntes Beispiel für gelingende Prävention. Im Rahmen einer Feierstunde würdigte das Dreiland-Klinikum gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesundheitswesen, Jugendhilfe und den Frühen Hilfen das zehnjährige Jubiläum.

„Die Geburt eines Kindes ist für Familien ein ganz besonderer Moment – voller Freude, aber manchmal auch verbunden mit Unsicherheiten und Belastungen“, sagte Landrätin Marion Dammann. „Deshalb ist es so wichtig, Eltern frühzeitig und niedrigschwellig zu erreichen. Genau dafür stehen unsere Babylotsinnen seit zehn Jahren. Sie sind das erste Glied unserer Präventionskette für die Kinder im Landkreis Lörrach und bauen Brücken zwischen der medizinischen Versorgung und den vielfältigen Angeboten der Frühen Hilfen.“

Die Erfolgsgeschichte reicht jedoch noch weiter zurück. Bereits Ende der 2000er-Jahre engagierte sich das St. Elisabethen-Krankenhaus aktiv beim Aufbau der Frühen Hilfen im Landkreis Lörrach. Schon damals unterstützte die Sozialberatung werdende Eltern rund um Schwangerschaft und Geburt und vermittelte passgenaue Unterstützungsangebote. Mit den wachsenden Anforderungen und zunehmend komplexeren Fragestellungen entstand 2016 schließlich die erste Babylotsenstelle. Grundlage war das von der Stiftung Familienorientierte Nachsorge Hamburg SeeYou entwickelte Konzept, das inzwischen an mehr als 90 Geburtskliniken in Deutschland etabliert ist.

„Vor zehn Jahren waren die Babylotsinnen ein innovatives Projekt. Heute sind sie eine unverzichtbare Säule unserer familienorientierten Versorgung“, betonte Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer, Klinischer Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Lörrach. „Moderne Geburtshilfe endet nicht mit einer medizinisch erfolgreichen Entbindung. Gesundheit und Entwicklung eines Kindes werden wesentlich durch die familiären und sozialen Rahmenbedingungen geprägt. Mit ihrer sozialpädagogischen und psychosozialen Expertise erweitern die Babylotsinnen unseren Blick auf die gesamte Familie und ergänzen unser multiprofessionelles Team auf einzigartige Weise.“

Das wissenschaftlich evaluierte Konzept folgt einem klar definierten Ablauf: Erkennen, Klären, Planen, Vernetzen und Evaluieren. Alle Familien werden nach der Geburt aktiv angesprochen. Gemeinsam werden mögliche Unterstützungsbedarfe besprochen und – wenn gewünscht – individuelle Hilfsangebote vermittelt. Ziel ist es, Belastungen möglichst früh zu erkennen und Krisen zu verhindern, bevor sie entstehen. Allein im Jahr 2025 führten Vera Stächelin und Anika Conradt 1.530 Klärungsgespräche und erreichten damit rund 80 Prozent aller Familien, deren Kinder im St. Elisabethen-Krankenhaus geboren wurden. Hinzu kamen 445 vertiefende Beratungen sowie 555 Empfehlungen beziehungsweise Vermittlungen in weiterführende Unterstützungsangebote.

„Die Arbeit der Babylotsen zeigt uns, wie wichtig es ist, dass wir im Landkreis Lörrach Kinder und ihre Familien vom ersten Tag an in den Blick nehmen und ihnen die Unterstützung bieten, die sie benötigen“, sagte Marion Dammann. Heute arbeiten am Standort Lörrach zwei Babylotsinnen mit einem Stellenumfang von insgesamt 150 Prozent. Sie begleiten Familien in oftmals sehr sensiblen Lebenssituationen und sind längst ein etablierter Bestandteil des multiprofessionellen Teams der Geburtshilfe. Darüber hinaus hat sich das St. Elisabethen-Krankenhaus als regionales Weiterbildungszentrum etabliert, an dem angehende Babylotsinnen den Praxisteil ihrer Ausbildung absolvieren.

Dass die Arbeit in Lörrach bundesweit Maßstäbe setzt, bestätigte Ende 2025 erneut der Qualitätsverbund Babylotse. Das St. Elisabethen-Krankenhaus wurde als erste Geburtsklinik Deutschlands erfolgreich rezertifiziert und erhielt erneut das Qualitätssiegel „Babylotse“. Besonders hervorgehoben wurden die professionelle Integration in den Klinikalltag, die enge Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen und weiteren Netzwerkpartnern sowie die hohe fachliche Kompetenz des Teams.

Für Prof. Dr. Michael Bohlmann, Chefarzt des Zentrums für Gynäkologie und Geburtshilfe, ist diese Entwicklung Ausdruck eines modernen Verständnisses von Geburtshilfe: „Familien stehen heute vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Viele wünschen sich Unterstützung, kennen aber die vorhandenen Angebote nicht oder finden den Weg dorthin nicht. Genau diese Lücke schließen unsere Babylotsinnen. Sie erkennen Unterstützungsbedarfe frühzeitig, beraten individuell und vernetzen Familien mit den Hilfen, die sie benötigen. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag für einen guten Start ins Familienleben und für die gesunde Entwicklung von Kindern.“

Im Rahmen der Feierstunde dankten Landrätin Marion Dammann und Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer allen aktuellen und ehemaligen Babylotsinnen – insbesondere Vera Stächelin, die das Angebot seit seiner Einführung maßgeblich mit aufgebaut hat –, den Mitarbeitenden der Geburtshilfe und Sozialberatung sowie den zahlreichen Netzwerkpartnern. Gemeinsam hätten sie in den vergangenen zehn Jahren ein Angebot geschaffen, das weit über die Region hinaus Anerkennung gefunden habe und beispielhaft zeige, wie medizinische, psychosoziale und präventive Versorgung zum Wohle von Familien erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Text/Bild: KLINIKEN DES LANDKREISES LÖRRACH GMBH

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