Weltherztag: Mit acht einfachen Schritten das Herz stärken
Ortenau Klinikum informiert über wichtige Faktoren für die Herzgesundheit / Prof. Dr. Philipp Diehl: „Viele Risikofaktoren lassen sich früh erkennen und gut beeinflussen“

Professor Dr. Philipp Diel im Herzkatheterlabor des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl
Am 29. September ist Weltherztag. Der internationale Aktionstag macht weltweit auf die Bedeutung der Herzgesundheit und die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufmerksam. Die Deutsche Herzstiftung stellt den diesjährigen Aktionstag unter das Motto „Gib acht für ein starkes Herz“ und rückt dabei acht Faktoren in den Mittelpunkt, die wesentlich zu einem gesunden Herzen beitragen können. Die von der American Heart Association entwickelten, sogenannten „Life’s Essential 8“ bieten dabei eine wissenschaftlich fundierte Orientierung, um die eigene Herzgesundheit ganzheitlich zu betrachten.
„Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen häufig nicht plötzlich. Viele Risikofaktoren entwickeln sich über Jahre und bleiben zunächst unbemerkt“, sagt Professor Dr. Philipp Diehl, Chefarzt des Departments Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Akutgeriatrie (OG), Intensivmedizin und Thoraxchirurgie am Ortenau Klinikum. „Deshalb ist es wichtig, die eigene Herzgesundheit regelmäßig im Blick zu behalten und beeinflussbare Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.“
Regelmäßiger Gesundheitscheck
Zu den wichtigsten Faktoren gehören Blutdruck, Cholesterin, Körpergewicht und Blutzucker. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Gefäße und das Herz schädigen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Auch erhöhte Cholesterinwerte können zu Ablagerungen in den Gefäßen führen und damit die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit begünstigen. Bei Diabetes wiederum kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen.
„Ein regelmäßiger Gesundheitscheck kann hier viel bewirken“, so Professor Dr. Diehl. „Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin lassen sich vergleichsweise einfach kontrollieren. Wer seine Werte kennt, kann gemeinsam mit der Hausärztin oder dem Hausarzt frühzeitig überlegen, ob und welche Maßnahmen notwendig sind.“
Ebenso wichtig sind die Faktoren, die unmittelbar mit dem persönlichen Lebensstil zusammenhängen. Regelmäßige Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, kann den Blutdruck senken und hilft dabei, das Körpergewicht zu regulieren. Eine ausgewogene, möglichst pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten wirkt sich ebenfalls günstig auf wichtige Risikofaktoren aus. Wer raucht, sollte möglichst auf einen Rauchstopp hinarbeiten, denn Rauchen schädigt die Gefäße und erhöht unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Gefäßkrankheiten.
Auch ausreichend Schlaf gehört zu einem herzgesunden Lebensstil. Dauerhafter Schlafmangel kann sich ungünstig auf Blutdruck, Blutzucker und weitere Risikofaktoren auswirken. „Herzgesundheit bedeutet deshalb nicht, dass man sein gesamtes Leben von heute auf morgen umstellen muss“, betont Professor Dr. Diehl. „Oft sind es viele kleine, konsequent umgesetzte Veränderungen im Alltag, die langfristig einen wichtigen Unterschied machen.“
Umfassendes herzmedizinisches Leistungsangebot
Kommt es dennoch zu Beschwerden oder einer akuten Erkrankung, ist eine schnelle und qualifizierte medizinische Versorgung entscheidend. Das Ortenau Klinikum verfügt über ein umfassendes herzmedizinisches Angebot. Das Department Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Akutgeriatrie (OG), Intensivmedizin und Thoraxchirurgie versorgt an den Standorten Lahr und Offenburg Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem die Diagnostik und Behandlung von Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck sowie die interventionelle Kardiologie. In drei Herzkatheteranlagen werden sowohl geplante Untersuchungen und Eingriffe als auch Notfallpatienten behandelt. Für die Versorgung von Herzinfarktpatienten stehen die Herzkatheteranlagen in Lahr und Offenburg rund um die Uhr zur Verfügung.
„Bei einem akuten Herzinfarkt zählt jede Minute“, erklärt Professor Dr. Diehl. „Eine leistungsfähige Notfallversorgung ist deshalb ebenso wichtig wie die Prävention. Unser Ziel ist es, Menschen mit akuten Herzerkrankungen schnell und nach aktuellen medizinischen Standards zu versorgen – und zugleich dazu beizutragen, dass Erkrankungen möglichst früh erkannt werden.“


