Ortenau Klinikum verabschiedet langjährigen Chefarzt Prof. Dr. Offensperger in den Ruhestand
Langjähriger Mediziner hat die Gastroenterologie in Offenburg maßgeblich geprägt
Mit einer Feierstunde im Ortenau Klinikum in Offenburg wurde Prof. Dr. Wolf-Bernhard Offensperger am vergangenen Donnerstag nach mehr als 23 Jahren als Chefarzt in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste aus Politik und dem Ortenau Klinikum, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Patientinnen und Patienten nahmen an der Veranstaltung teil und würdigten seine Verdienste um die medizinische Versorgung in Offenburg und der Region.

Feierliche Chefarzt-Verabschiedung im Ortenau Klinikum in Offenburg: (v.l.) Ärztlicher Direktor und Chefarzt Professor Dr. Uwe Pohlen, Komm. Pflegedirektorin Rafaela Kedzierski, Pflegerische Vorständin Kathleen Messer, Landrat Thorsten Erny, Ehefrau Dr. Silke Offensperger, Professor Dr. Wolf-Bernhard Offensperger, Medizinischer Vorstand Dr. Peter Kraemer, Vorstandsvorsitzende Claudia Bauer-Rabe und Klinikdirektor Mathias Halsinger.
. Seit Juli 2003 hatte Prof. Dr. Offensperger die Innere Abteilung der damaligen St. Josefsklinik geleitet und nach der Fusion mit dem Ortenau Klinikum die Entwicklung der Gastroenterologie und Hepatologie am Ortenau Klinikum in Offenburg entscheidend mitgestaltet.
Nach seinem Medizinstudium an der Universität Freiburg hatte Professor Dr. Offensperger eine wissenschaftlich geprägte Laufbahn eingeschlagen. Forschungsaufenthalte in den USA, seine Arbeiten zur Hepatitis B, die Habilitation und ein Heisenberg-Stipendium unterstrichen seinen wissenschaftlichen Anspruch. Vor seinem Wechsel nach Offenburg war er Leitender Oberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik II in Freiburg mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Hepatologie. In Offenburg entwickelte er die Fachabteilung gemeinsam mit seinem Team kontinuierlich weiter und verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausgerichteten klinischen Versorgung.
In seiner Ansprache würdigte Landrat Thorsten Erny die fachliche Expertise und das langjährige Engagement des scheidenden Chefarztes. „Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg haben Sie Verantwortung übernommen - für Patienten, für Mitarbeitende und für die medizinische Entwicklung eines wichtigen Klinikstandorts“, so Landrat Erny. Professor Dr. Offensperger habe wissenschaftliches Interesse und klinische Medizin stets zum Wohl seiner Patienten miteinander verbunden und sich zugleich für die Ausbildung und Förderung des ärztlichen Nachwuchses eingesetzt. Auch die Fusion der St. Josefsklinik mit dem Ortenau Klinikum habe er mit seiner Erfahrung und seiner fachlichen Haltung engagiert mitgestaltet. Darüber hinaus habe er sich in der Region ehrenamtlich engagiert. „Danke für Ihren Einsatz. Danke für Ihre Verlässlichkeit. Danke für Ihren fachlichen Anspruch“, sagte Erny und wünschte ihm alles Gute für den kommenden Lebensabschnitt gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner Familie.
Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums, hob insbesondere die „vertrauensvolle und pragmatische Zusammenarbeit“ mit Professor Dr. Offensperger hervor. In den vergangenen Jahren hätten sie zahlreiche Projekte zur Weiterentwicklung der von Professor Dr. Offensperger verantworteten Fachbereiche vorangebracht. Auch bei der Planung des neuen Klinikums in Offenburg habe er seine Expertise eingebracht, unter anderem bei der Konzeption der künftigen Endoskopie. „Danke für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren!“, so Dr. Kraemer.
Der Ärztliche Direktor des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl und Chefarzt der Viszeral- und Gefäßchirurgie, Professor Dr. Uwe Pohlen, zeichnete den Lebensweg und die beruflichen Stationen von Professor Dr. Offensperger mit einer Präsentation nach. Bilder gemeinsamer Grillfeste und Skitouren mit seinem Team demonstrierten die Verbundenheit mit Kollegen und dem ärztlichen Nachwuchs. „Viel Glück im Unruhestand“, wünschte Professor Dr. Pohlen schließlich dem scheidenden Kollegen.
In seiner abschließenden Ansprache schilderte Professor Dr. Offensperger die Stationen seines beruflichen Weges an der ehemaligen St. Josefsklinik und dem Ortenau Klinikum als „Lichtblicke meines Lebens“. An der St. Josefsklinik habe er als Chefarzt „eine ganz besondere Atmosphäre“ erleben dürfen. Die Fusion mit dem Ortenau Klinikum bezeichnete er „als den einzigen richtigen Weg“ und dankte den damaligen Verantwortlichen, die „die Entwicklung konstruktiv gestaltet haben.“ Er dankte allen Berufsgruppen für die kollegiale Zusammenarbeit. „Es war mir eine große Freude und Ehre hier an führender Position tätig sein zu können“ so Professor Dr. Offensperger.
Auch ein langjähriger Patient aus dem Raum Stuttgart würdigte mit einem spontanen Redebeitrag die Arbeit von Professor Dr. Offensperger. Seit 1978 sei er in Offenburg „stets mit Empathie, Freundlichkeit und Kompetenz“ behandelt worden und Professor Dr. Offensperger und seinen Vorgängern über die Jahre treu geblieben. Ihnen verdanke er es, dass er als 91-Jähriger trotz gesundheitlicher Probleme nach wie vor in guter Form sei.
Mit dem Ausscheiden von Prof. Dr. Offensperger aus der Chefarztfunktion steht zugleich eine organisatorische Weiterentwicklung an. Die Gastroenterologie und die Sektion Nephrologie werden künftig als standortübergreifendes Department im Ortenau Klinikum zusammenarbeiten. Die chefärztliche Leitung übernimmt Professor Dr. Leonhard Mohr, der derzeitige Chefarzt in Lahr. Ziel des Ortenau Klinikums ist es, die Kompetenzen an den Standorten zu bündeln und die komplexe gastroenterologische Versorgung im Klinikverbund weiterzuentwickeln.
Die Feierstunde wurde musikalisch von den professionellen Musikern Anna Anstett (Klavier) und Modestas Sedlevičius (Gesang) mit Stücken von unter anderem Franz Schubert, Robert Schumann und Franz Lehár begleitet. Die beiden Musiker traten auf persönlichen Wunsch und Einladung von Prof. Dr. Offensperger, selbst leidenschaftlicher Klavierspieler und Musikfreund, auf und begeisterten die anwesenden Gäste.


