Stiftung Humanoid Robotics and Embodied AI gegründet
Hochschule Offenburg und Unternehmen fördern Forschung und Transfer im Bereich der humanoiden Robotik „made in Baden-Württemberg“.
In einer Zeit, in der humanoide Robotik zur entscheidenden Antwort auf den Fachkräftemangel und die Wettbewerbsfähigkeit wird, stellen die Hochschule Offenburg, die Schunk SE & Co. KG und die Burger Group die Weichen in Richtung Innovation und technologische Souveränität: Gemeinsam haben Hochschule und Unternehmen am Mittwoch die gemeinnützige Stiftung „Humanoid Robotics and Embodied AI“ gegründet.

Wollen Forschungs- und Transferprojekte fördern (von links) Fabian Burger, Geschäftsführer Burger Group, Dr. Maximilian Gießler, Stiftungsinitiator, Prof. Dr. Stephan Trahasch, Rektor der Hochschule Offenburg und Timo Gessmann, CTO Schunk
Die Stifter wollen angewandte Forschungs- und Transferprojekte fördern, die auf die Entwicklung, Erprobung und den Einsatz nachhaltiger, wirtschaftlich wertschöpfender Lösungen mit humanoider Robotik und Embodied AI abzielen. Ziel ist es, ein Innovationsökosystem zu schaffen, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis zum marktfähigen System in der Region bündelt. Dessen Bandbreite reicht von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung für innovative, KI-basierter Teilkomponenten – wie intelligenter Sensorik und anthropomorphen Greifsystemen – und Softwarelösungen bis hin zu Gesamtsystemen und deren Transfer in die Industrie. Darüber hinaus soll ein regionales und überregionales Expertennetzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu Fragen der humanoiden Robotik und Embodied AI aufgebaut und gepflegt werden.
Die praktische Umsetzung läuft sofort an: Als ersten konkreten Use Case realisieren die Stiftungspartner ein Pilotprojekt zum „Box Handling“ in der Logistik. Dafür erforschen und entwickeln sie die gesamte Pipeline von der Hardware bis zur Software. Das automatisierte Handling von Boxen und Behältern gilt als eine der zentralen Schlüsselkomponenten in der modernen Fabrikautomatisierung.
Dass die Partner mit der Stiftung und der angewandten Grundlagenforschung genau an der richtigen Stelle ansetzen, bestätigte jüngst auch die Teilnahme an der Delegationsreise „Humanoide Robotik“ der Gesellschaft für internationale wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit Baden-Württemberg International (BW_i) nach China. Die dort gewonnenen Einblicke in den globalen Stand der Technik unterstrichen die hohe Relevanz und zeigten auf, wie in Baden-Württemberg innovative technologische Impulse zur Partizipation am Markt der humanoiden Robotik gesetzt werden können.
Prof. Dr. Stephan Trahasch, Rektor der Hochschule Offenburg: „Die Hochschule Offenburg hat über viele Jahre hinweg Kompetenzen in der humanoiden Robotik und der Künstlichen Intelligenz aufgebaut. Mit der Stiftung können wir diese Stärken nun gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern gezielt weiter ausbauen und direkt in die Anwendung in den Unternehmen bringen. Unser gemeinsamer Anspruch ist klar: Unsere Region soll nicht nur Anwenderin KI-gesteuerter Robotik sein, sondern weltweiter Innovationstreiber über die gesamte Architektur hinweg – von der Hardware bis zur algorithmischen Intelligenz. Ich danke den Gründerstiftern herzlich für ihr Vertrauen und ihre großzügige Unterstützung, mit der wir jetzt die Zukunft der humanoiden Robotik ‚made in Baden-Württemberg' aktiv gestalten.“
Dr. Maximilian Gießler, Leitung Research Humanoide Robotik und Embodied AI & Stiftungsinitiator: „Es ist ein bedeutender Meilenstein, dass wir durch unsere Forschung im Bereich der humanoiden Robotik einen messbaren Impact leisten und diese renommierten Partner für den Stiftungsgedanken gewinnen konnten. Wir sind hochmotiviert, dieses Vertrauen durch Forschungsergebnisse und Impulse für den Transfer zurückzuzahlen. Diese Struktur ermöglicht es uns, effizient, agil und hochgradig innovativ am Puls der Grundlagenforschung zu arbeiten und die Erkenntnisse mit den Unternehmen in die Produktion zu transferieren.“
Timo Gessmann, CTO Schunk SE & Co. KG: „Humanoide Robotik ist für SCHUNK ein zentrales Zukunftsfeld, weil sie hochflexible Automatisierung in neuen Einsatzfeldern ermöglicht. Wirklich voran kommen wir, wenn wir aktuelle Forschung früh mit konkreten industriellen Anforderungen zusammenbringen. Genau das ermöglicht die Stiftung: Sie bündelt Kompetenzen und schafft ein belastbares Innovationsökosystem für KI-basierte Robotik. Damit fließen neue Erkenntnisse schneller in unsere Entwicklungsarbeit für industrietaugliche Roboterhände ein.“
Fabian Burger, Geschäftsführer Burger Group: „Es ist höchste Zeit, dass Deutschland die Chancen der humanoiden Robotik entschlossen ergreift. Andernfalls droht uns eine Entwicklung wie bei den Elektrofahrzeugen, bei denen China heute die technologische Führungsrolle innehat. In der humanoiden Robotik haben wir jedoch noch die Möglichkeit, an die Spitze vorzurücken. Dafür müssen wir jetzt mutig handeln, Innovationen konsequent vorantreiben und schneller in die praktische Umsetzung kommen. Die gemeinsame Stiftung mit der Hochschule Offenburg ist für uns ein wichtiger Baustein, um genau diesen Aufbruch zu gestalten.“


