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Nachrichten aus Region meets Business

Oberkircher Winzer fahren Umsatzplus ein

Der ertragreiche Jahrgang 2022 bescherte auch wieder ein gutes Traubengeld für die Winzerschaft

Die Oberkircher Winzer eG bilanziert das Geschäftsjahr 2022/23 wieder mit erfreulichen Zahlen. Nach einem ordentlichen Herbst 2022 erzielte man mit entsprechend vollen Kellern ein Umsatzplus von rund 630 000 Euro. Damit konnte der Umsatz um 3,5 Prozent auf insgesamt 18,23 Millionen Euro gesteigert werden. 

v.l. OB Gregor Bühler, Franz Männle, Daniel Huber, Herbert Vollmer, Markus Gmeiner, Sebastian Hill, Stefanie Bäuerle und Karina Roth.

Benedikt Spether

Auch das Traubengeld für die Winzerinnen und Winzer konnte nach dem verlustreichen Jahrgang 2021 wieder angehoben werden. „Wir sind froh, unseren Winzerinnen und Winzern wieder ein ordentlichen Traubengeld auszahlen zu können. Damit liegen wir im Anbaugebiet Baden im vorderen Bereich“, machte Geschäftsführender Vorstand Sebastian Hill vor der Mitgliederversammlung in der Klingelberghalle in Oberkirch-Haslach am Mittwoch deutlich. Mit der Anschaffung eines Hefetrubfilters, diverser Tanks und Fässer, einer Traubenpresse in Oberkirch sowie einer Photovoltaikanlage in Kappelrodeck, wurden inkl. der geleisteten Anzahlungen für eine neue Traubenannahme in Oberkirch und eine Hackschnitzelheizung in Kappelrodeck Investitionen von rund 1,1 Millionen Euro getätigt. Der gute Herbst 2022 sei dringend nötig gewesen, um auf volle Keller zugreifen und alle Absatzwege bedienen zu können. Zugelegt hat die Genossenschaft vor allem in Fachhandel und Gastronomie, ein Beweis dafür, dass hohe Qualitäten gefragt sind. Rekordhalter im Sortiment bleibt die Collection O. Dazu gewonnen hat man auch beim Sekt. Gut angenommen werden alkoholfreier Sekt und alkoholfreier Glühwein. Darüber hinaus erhielt die Collection Oberkirch ein neues Gesicht. Im laufenden Geschäftsjahr soll ein alkoholfreier Wein aufgelegt werden. Der Winzerkeller Hex vom Dasenstein feiert am 14. Juni das 90-Jährige. Hier wird ein Spätburgunder Rotwein aus dem Granitfass als Jubiläumswein in der Hexenflasche präsentiert.

Sorgenfalten haben erneut die hohen Kosten für Energie und Warenumschließung bereitet. Der Ukraine-Krieg und damit die Schließung von dortigen Glashütten haben beispielsweise die Preise für Glas explodieren lassen. Aber auch Verpackungen und Flaschenreinigung sind teurer geworden.  

Stolz blickte der Geschäftsführer noch einmal auf die Auszeichnungen auf internationaler und nationaler Ebene zurück. So wurde die Oberkircher Winzer eG beste Winzergenossenschaft Badens. Der Lagrein wurde als beste Rotwein Neuentdeckung durch die Fachzeitschrift Vinum gekürt und der Bundesehrenpreis der DLG strahlt ebenfalls über den Weinen. Eingeführt worden ist die grüne Hexenflasche als Pendant zur langjährigen traditionellen roten Hexenflasche. Gefüllt mit einer Weiß- und Grauburgunder Cuvée kommt diese beim Verbraucher sehr gut an. Etabliert haben sich die After Work Veranstaltungen in Oberkirch und Kappelrodeck. An jedem zweiten Donnerstag in Oberkirch und jedem dritten Donnerstag im Monat in Kappelrodeck kommt hier ein buntes Völkchen von Weinfreunden zusammen. Einheimische wie Winzer und Touristen gleichermaßen haben das Format sehr gut angenommen. In diesem Jahr soll es ab Mai in Oberkirch auch immer live Musik geben. 

Das laufende Geschäftsjahr zeigt sich herausfordernd, aber mit einem schönen Umsatzplus von rund 7,5 Prozent. Hinzugewinne gibt es im online Verkauf sowie in den Bereichen Gastro und Veranstaltungen und Groß-Events. Bei der Landesgartenschau in Freudenstadt/Baiersbronn wird man Exklusiv-Partner sein. Neuerungen gibt es für die Frühling- und Sommerweine. Sie werden in eine Genuss-Serie umgewandelt. Neu am Markt platziert wird eine mediterran anmutende Merlot-Spätburgunder Cuvée.

Mit dem „Badnermaidli“, ein Spätburgunder-Regent Rosé und dem „Badnerbueb“, einem Grauburgunder-Souvignier Gris, beschreiten die Oberkircher Winzer ganz neue Wege. „Baden gilt als traditionell verwurzelt, aber auch als sehr weltoffen, genau wie diese Weine in der Kombination einer traditionellen Rebsorte mit einer pilzwiderstandsfähigen Neuzüchtung“, schildert Hill die Motivation für die neue Serie. Zum neuen Baden-Stil gibt es entsprechende Karten mit launigen Sprüchen sowie dazu gehörige Bekleidung, alles bestellbar im Webshop ab dem 6. März über die Homepage www.baden-style.de

Für Mitte des Jahres sind drei Weine in Drei-Liter Bag-in-Box, eine hochwertigen Einweg-Verpackung, vorgesehen.

Weiterhin willkommen sind Terrassenpaten. Hierfür ist ein weiterer Rebberg in Kappelrodeck vorgesehen. Auch Firmen können Patenschaften übernehmen. Insgesamt gibt es derzeit 60 private Patenschaften. Die Mitgliedschaft kostet 365 Euro im Jahr. Dafür hat der Pate jedoch Gegenwerte in Form von Weinpaket, Weinbergrundgang, digitaler Stammtisch mit Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanager Frank Männle sowie die Möglichkeit, bei der Weinlese mitzuhelfen. 

Durch die Versammlung führte Vorstandsvorsitzender Franz Männle. Aufsichtsratsvorsitzender Herbert Vollmer äußerte sich hoch zufrieden über das gute Geschäftsergebnis und lobte die klaren Konzepte der Geschäftsleitung.

Text: Susanne Wagner-Köppel /Foto: Benedikt Spether

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