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Nachrichten aus Region meets Business

Innovationen in der Medizintechnik aus Freudenstadt

Freudenstadt. Spannende Phase für die Gründler GmbH mit Sitz in Freudenstadt: Das System „Ventilution“, das eine lungenschonendere Beatmung auf Intensivstationen ermöglicht, steht unmittelbar vor der Markteinführung.

Ventilution heißt das neue Gerät aus der Medizintechnik, das die Firma von Christoph (Zweiter von links) und Markus Gründler (Dritter von links) entwickelt hat. Oberbürgermeister Adrian Sonder und Tanja Götter von der städtischen Wirtschaftsförderung erhielten Einblick in die Abteilungen für Entwicklung und Fertigung im Gewerbegebiet Sulzhau.

Rath/Stadtverwaltung

Dies gaben Markus und Dr. Christoph Gründler beim Firmenbesuch von Oberbürgermeister Adrian Sonder und Tanja Götter von der städtischen Wirtschaftsförderung bekannt. Die Brüder sind Geschäftsführer und Gesellschafter der Gründler GmbH.

Am Firmensitz im Gewerbegebiet Sulzhau sind die Fertigungsprozesse für die Produktion des neuen Systems bereits vollständig eingerichtet. An mehreren Testständen und -anlagen durchlaufen die Geräte umfangreiche Funktions- und Dauerversuche. Ein Partner für den Vertrieb der Geräte sei ebenfalls bereits gefunden.

Zum Einsatz kommen soll „Ventilution“ zunächst auf Intensivstationen in europäischen Krankenhäusern. Die Gründler GmbH hat Methode entwickelt und zur Marktreife gebracht. Markus Gründler ist Wirtschaftsingenieur, sein Bruder Christoph Narkosearzt. „Corona hat die Vor- und Nachteile der künstlichen Beatmung ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Künstliche Beatmung ist ein Kompromiss, mit dem man sich im Notfall Zeit für Heilung kaufen kann. Aber sie bringt auch eigene Probleme und Risiken mit sich“, so Christoph Gründler.

Ein Knackpunkt der bisherigen Technik: Der unnatürliche Überdruck der künstlichen Beatmung schädigt bereits erkranktes Lungengewebe zusätzlich. Außerdem ist die Wirksamkeit des Gasaustausches in der Lunge begrenzt, weil der Patient einen Teil der verbrauchten Luft wieder einatmet. „Das ist wie beim Tauchen mit dem Schnorchel. Je länger der Schnorchel ist, desto weniger frische Luft bekommt der Taucher“, so der Arzt.

Mit der Entwicklung hatten die Brüder bereits 2017 begonnen. Die Lösung aus Freudenstadt entstand aufgrund von Beobachtungen im medizinischen Alltag und systematischen Analysen. Das System wird zwischen Beatmungsgerät und Patient geschaltet und erlaubt eine Reduzierung der zusätzlichen Lungenbelastung durch die Beatmung. „Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass Ventilution zu einer Reduzierung der Sterblichkeitsrate von Beatmungspatienten beitragen wird“, so die Brüder.

Oberbürgermeister Sonder sagte, es sei beeindruckend, welche Innovationen das Freudenstädter Unternehmen in der Medizintechnik entwickelt hatte. „Ideenreichtum und die Beharrlichkeit der Firma Gründler sind großartig. Die Stadt drückt die Daumen, wenn jetzt Ventilution auf die Startrampe geschoben wird.“

Quelle: Stadtverwaltung Freudenstadt

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