Herausforderungen und Planungen zum Stromnetzausbau
Austausch mit den Netzbetreibern in der Region Südlicher Oberrhein
Auf Einladung des Verbands Region Südlicher Oberrhein kamen diese Woche (Montag, 29. Juni 2026) die fünf überörtlich tätigen Stromnetzbetreiber der Region in Emmendingen zusammen. TransnetBW, NetzeBW sowie die Netzsparten des E-Werks Mittelbaden, der Badenova und der Naturenergie präsentierten und diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der Region, der Landkreise sowie der Städte und Gemeinden den aktuellen Stand des Stromnetzes sowie die geplanten Aus- und Neubaumaßnahmen.

v. l. n. r.: Kai-Achim Klare (Verbandsvorsitzender, Verband Region Südlicher Oberrhein), Dr. Fred Oechsle (Leiter Netzmanagement Strom, NetzeBW), Jürgen Singler (Bereichsleiter Stromnetz, Badenova Netze), Sebastian Winter (Kaufmännischer Geschäftsführer, Naturenergie Netze), Saskia Albrecht (Leiterin Projektkommunikation, TransnetBW), Matthias Heck (Technischer Geschäftsführer, E-Werk Netze), Wolfgang Brucker (Verbandsdirektor, Verband Region Südlicher Oberrhein), Dieter Kowohl (Leiter Referat Recht und Planfeststellung, Regierungspräsidium Freiburg)
Durch die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Strombezug, beispielsweise für Wärmepumpen und Elektromobilität, ist das Stromnetz gefordert, erhebliche Kapazitätssteigerungen zu leisten. Gleichzeitig verändert sich auch die Angebotsseite: anstelle weniger Großkraftwerke erfolgt die Stromerzeugung bereits heute aus einer Vielzahl an Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Hinzu kommen neue stromintensive Nutzungen wie Rechenzentren oder das LKW-Laden.
Der Ausbau der Netzinfrastruktur konnte zuletzt weder dem Zubau von Windkraft- und PV-Anlagen noch der Stromnachfrage folgen. Somit kommt es vermehrt zu der Situation, dass neue EE-Anlagen nicht angeschlossen und Unternehmen nicht die gewünschten Anschlussleistungen zur Verfügung gestellt werden können. Der Verbandsvorsitzende Dr. Kai-Achim Klare betonte: „Die Energiewende ist heute vor allem eine Frage der Synchronisierung. Erzeugung, Netz, Speicher und Verbrauch müssen zusammenfinden.“
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei den über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der gesamten Region Südlicher Oberrhein. Aber auch die Netzbetreiber begrüßten ausdrücklich das regionale Format, um die eigenen Planungen zum Stromnetzausbau vorstellen zu können und auf die Herausforderungen hinzuweisen. Diese entspringen einerseits den sehr dynamischen rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene. Andererseits erschweren vor allem die Flächenkonkurrenzen und -verfügbarkeit die Umsetzung vor Ort.
Dazu kommen die zunehmenden Anfragen zur Errichtung großer Batteriespeicher. Diese können zum Ausgleich von Ertrags- und Lastspitzen führen, stellen vielfach jedoch zusätzliche Belastungen für das Stromnetz dar, wie Saskia Albrecht (TransnetBW) und Dr. Fred Oechsle (Netze BW) erläuterten. Viele Städte und Gemeinden sehen sich derzeit Anfragen von Batteriespeichern gegenüber.
Mit Blick auf den anstehenden Aus- und Neubau von Umspannwerken und Trafostationen sowie von Freileitungen und Erdkabeln kommt dem Regierungspräsidium Freiburg eine wichtige Rolle als Genehmigungsbehörde zu. Als Leiter des Planfeststellungsreferats erläuterte Dieter Kowohl die Möglichkeiten, die Genehmigungsverfahren zum Netzausbau besser abzustimmen und zu beschleunigen.
Verbandsdirektor Wolfgang Brucker: „Der Netzausbau verlangt einerseits eine gute fachliche Basis und Koordination, andererseits das Miteinander einer Vielzahl an Akteuren. Mit der Veranstaltung konnten wir einen Beitrag leisten, die Informationsgrundlage, das Verständnis und die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Planungsebenen, Fachbehörden, Kommunen und Netzbetreibern zu verbessern.“ Auch über die laufenden Planungsverfahren hinaus wird der Verband Region Südlicher Oberrhein die Energiewende und Transformation des Energiesystems konstruktiv begleiten und unterstützen.


