Nachrichten aus Region meets Business

Herausforderungen und Chancen bei der Nachfolgesuche

Peter HertweckFORUM 2022 – am 20.-21. Oktober 2022 im Europa – Park in Rust

Der deutsche Mittelstand hat ein Nachfolgeproblem. In den kommenden Jahren werden Hunderttausende Unternehmen einen neuen Inhaber oder eine neue Inhaberin suchen. Die Nachfolge innerhalb der eigenen Familie gestaltet sich meist schwierig und der Anteil externer Übergaben wird allein demografisch bedingt weiter zunehmen. 

Das Gelingen einer Nachfolge von Unternehmen hat wesentliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze und der regionalen wirtschaftlichen Infrastruktur. Gerade in der heutigen wirtschaftlichen Situation müssen Geschäftsmodelle permanent überdacht und der Situation angepasst werden. Denn bei einer Unternehmensnachfolge gilt es, Chancen und Risiken abzuwägen. Externe Nachfolger sowie Jungunternehmer, die den Familienbetrieb übernehmen wollen, stehen vor unzähligen Herausforderungen, wenn Sie die Unternehmensnachfolge antreten. Innovation, Digitalisierung, New Work, aber auch Themen wie Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit des eigenen Unternehmens können hier schon für schlaflose Nächte sorgen. Eine erfolgreiche Nachfolge braucht daher vor allem eines: eine unternehmerische Vision. Geerbtes oder Erworbenes bloß zu verwalten, das reicht nicht aus. Vielmehr muss mit einem neuen strategischen Konzept, einer geänderten Führung beziehungsweise der Neustrukturierung des Gesellschafterkreises die Zukunft des Unternehmens gesichert werden. Für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe und -nachfolge ist aber nicht nur entsprechendes Know-how, sondern auch ein hohes Maß an persönlichem Vertrauen notwendig.

Beim Peter Hertweck NachfolgerFORUM 2022 geht es um Innovationen im Nachfolgeprozess und die Entwicklung der Unternehmen in der Zukunft. Am 20.und 21.Oktober 2022 findet in einem einzigartigen Rahmen das NachfolgerFORUM 2022 im Europa-Park in Rust statt. Außergewöhnliche Persönlichkeiten und erfolgreiche Unternehmer zeigen wie das Business von heute und in der Zukunft noch funktionieren kann. Es ist ein Zusammentreffen von hochkarätigen Referenten, jahrzehntelang erfolgreichen Unternehmern, weitsichtigen Managern, Startups, Investoren, Business Angels, jungen Entrepreneurs und Persönlichkeiten mit Unternehmergeist. Das NachfolgerFORUM 2022 bietet Gelegenheit, sich nicht nur unverbindlich zu informieren und individuellen Rat bei Experten einzuholen, sondern auch potenzielle „Übergeber“ bzw. potenzielle „Übernehmer“ kennenzulernen und sich mit Ihnen im persönlichen Gespräch auszutauschen. Ziel des Peter HertweckFORUM ist es etablierte Unternehmer als auch potenzielle Entrepreneure und Gründer/Start-ups über das Thema „Unternehmensnachfolge“ zu informieren, zu sensibilisieren und zu vernetzen. Welche Herausforderungen und Chancen bei der Nachfolgersuche lauern erklärt Peter Hertweck, Inhaber des Peter Hertweck Forum – Zukunftswerkstatt für den Mittelstand und Spezialist für Unternehmensnachfolge, im Interview mit Region im Blick.

Am 20 und 21.Oktober 2022 veranstalten Sie im Europa – Park in Rust das Peter Hertweck Forum 2022.Welche interessanten Themen und Referenten präsentieren Sie den Teilnehmern dieser besonderen Veranstaltung? Können Sie uns schon einen kleinen Einblick gewähren?

Peter Hertweck: Über alle Branchen hinweg sorgt die aktuelle Situation für große Unruhe und Unsicherheit. Das wirkt sich auch negativ auf die Zahl der Unternehmens-übernahmen aus. Viele potenzielle Nachfolger oder Investoren scheuen in unbeständigen Zeiten diesen Schritt und wollen zuerst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten. Doch das kann ein Fehler sein.

Gerade schwierige Zeiten bieten potentialen Nachfolgern oder Investoren große Chancen. Dazu ist aber ein strategisch-unternehmerischer Blick auf das Unternehmen nötig. Deshalb starten wir zunächst mit einem Blick in die Zukunft. Was erwartet uns und wie können wir diese Entwicklung am besten nutzen?

Deshalb hören wir zunächst den politischen Ausblick von Günter Oettinger und dann den Vortrag „Ist das Zukunft oder kann das weg? "von Maximilian Lude. Anschließend diskutieren wir die Zukunft mit herausragend erfolgreichen Unternehmern: Matthias Winkler vom Hotel Sacher in Wien, dem Unicorn-Ausnahmeunternehmer David Reger mit dem weltweit ersten kognitiven Roboter, die Ausnahmeunternehmer Jürgen Grossmann und Robert Szilinski. Danach hören wir den Vortrag zum Qualifizierungskonzept Future Skills von dem führenden Entwickler Roman Rüdiger. Wie werden die Mitarbeiter von heute qualifiziert und weiterentwickelt?

Im Anschluss blickt Prof. Peter Anterist mit den Augen des Auslandes auf die Unternehmensentwicklung sowie Kauf- und Verkauf von Unternehmen. Mit seiner InterGest France administriert er 1700 Firmen in 52 Ländern und sieht, was täglich alles so passiert. Besonders spannend sei immer der Vergleich von Theorie und Praxis und dabei zu erfahren, wie weit diese auseinander liegen können. Am zweiten Tag starten wir mit dem Vortrag des Ausnahmeunternehmers David Reger. Sein Unternehmen wird mit einer vorbörslichen Kapitalisierung von 1 Mrd. € eingeschätzt. Er zeigt, warum ihm die Mitarbeiter förmlich zulaufen und bei ihm die Generation Z sich extrem stark engagiert.

Dann berichten Unternehmer von ihren Erfahrungen. Wie der Übergabeprozess gescheitert und dann doch gelungen ist. Auch wie innovative + strategische Unternehmensfinanzierung gelingen kann. Wichtig ist das, da Finanzierung einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Übergabe und Wachstum ist. Insbesondere in Krisenzeiten noch viel mehr. Die Themen werden dort mit Unternehmern und Fachleuten diskutiert. Aus diesen Erfahrungen können Unternehmer und Nachfolger richtig lernen. Den Abschluss macht Axel Schönfelder. Nach einer tiefen Krise führt er heute seine Unternehmensgruppe, die in 32 Ländern der Welt aktiv ist. Er erfahren von ihm was ihn bewegt, wann und wie in Unternehmen zu investieren. Damit haben wir einen gesamten Querschnitt zum Thema Kauf und Verkauf von Unternehmen. Einzigartig in dieser Art und sehr wertvoll für Unternehmer, Nachfolger und Investoren.

Wird die momentane Wirtschaftliche Situation auch ein Thema des 5.Peter Hertweck NachfolgerFORUM sein?

Peter Hertweck: Unbedingt. Denn über alle Branchen hinweg sorgt die aktuelle Situation für große Unruhe und Unsicherheit.

Doch gerade schwierige Zeiten bieten potenziellen Nachfolgern oder Investoren große Chancen. Viele Unternehmen werden in den nächsten Jahren in Schwierigkeiten kommen. Und viele begonnene Projekte können nicht abgeschlossen werden, da die Finanzierung nicht mehr gewährleistet werden kann. Hier entsteht ein riesiger Markt an notleidenden Projekten, wo ein ganz spezielles Know-how benötigt wird. Hier entsteht gleichzeitig ein Wachstumsmarkt, der neue Perspektiven eröffnet – auch in der Unternehmensnachfolge.

Welche Strategie hilft und wie Unternehmen – auch in der Nachfolge - davon profitieren können, darüber wird exklusiv informiert. Auf dem Peter Hertweck NachfolgerFORUM am 20-21. Oktober 2022

Wie wichtig ist es gerade in der heutigen Zeit für die mittelständische Wirtschaft ganzheitlich und vernetzend zu denken?

Peter Hertweck: Ganze Geschäftsbereiche werden heute von den Kunden getrieben. Neue Welten entstehen und verändern das Business. Für den Erfolg gilt es den Menschen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

Aber künstliche Intelligenz KI revolutioniert gerade die Welt und bringt uns in eine völlig neue Zeit. Das gilt auch für die Geschäftsmodelle die neu gedacht werden müssen. Doch wie sehen die Geschäftsmodelle der Zukunft aus? Und wie gelingt uns die digitale Transformation? Werden die gigantischen Rechnerleistungen zur Herausforderung für neue Lösungen und wie steht es um die extrem hohen Sicherheitsansprüche?

Um solche Lösungen entwickeln zu können ist unbedingt ein ganzheitliches und vernetzendes Denken nötig. Das interdisziplinäre Arbeiten schafft neue Lösungen und zieht die guten Mitarbeiter an.

Warum ist eine rechtzeitig geregelte Nachfolge für Unternehmen so bedeutend?

Peter Hertweck: Ca. 50% der Unternehmensübergaben scheitern oder müssen in eine zweite oder dritte Runde. Zuerst angedachte Lösungen scheitern, weil sich der Partner plötzlich anders entscheidet, ein fest eingeplantes Kind plötzlich neue Wege geht oder aber, dass die Finanzierung einen größeren Vorlauf erfordert. In allen Fällen gilt, je früher ich mit der Nachfolge starte und diesen Prozess strategisch starte, desto größer sind die Optionen. Denn je älter der übergebende Unternehmer wird, desto schwieriger wird stets die gelingende Übergabe.

Viele Familienunternehmen müssen in den kommenden Jahren eine Nachfolgelösung finden. Sicherlich wünschen sich die meisten Unternehmensgründer eine Nachfolge innerhalb der Familie oder haben Sie andere Erfahrungen gemacht?

Peter Hertweck: Das kommt darauf an. Die Jugend von heute tickt anders und muss anders angesprochen werden. Auch haben die vielfach ihre eigenen Ideen und Erfahrungen und manchmal sind da auch auf ihrem Gebiet schon sehr erfolgreich. Ein vorgesehener Nachfolger hat in jungen Jahren bereits ein Start-up aufgebaut und durch den Exit viel Erfahrung und Geld eingesammelt. Für ihn scheint die Nachfolge dann unattraktiv. Aber auch Geschäftsmodelle die disruptiv oder nicht mehr zeitgemäß sind ziehen Familienmitglieder nicht mehr ab. Und manchmal wollen Kinder nicht die unternehmerischen Risiken und die damit verbundene Belastung eingehen. Es gibt Kinder, die allein von der damit verbundenen Bürokratie so frustriert sind, dass die Nachfolge unattraktiv geworden ist. In allen Fällen ist es deshalb wichtig ein attraktives, zeitgemäßes Businessmodell zu haben.

Das Gesamtpaket muss passen. Von der Entscheidung über die Planung, bis zur Umsetzung und Integration nach der Übergabe vergeht meist eine lange Zeit, in der nicht immer alles reibungslos verläuft. Welche Herausforderungen lauern, wenn man sein Unternehmen verkaufen will, und vor welchen Problemen stehen Unternehmer, wenn sie einen Nachfolger suchen?

Peter Hertweck: Jeden Nachfolgeprozess starten wir mit der sogenannten Phase 0. In dem vorgeschalteten Workshop schauen wir das Unternehmen aus strategisch-unternehmerischer Sicht an. Wie ist das Unternehmen positioniert, wie sind die Alleinstellungsmerkmale und wie die Wettbewerbsvorteile? Wie kann das Unternehmen so skaliert werden, dass es für andere besonders interessant ist/wird? Das ist mit etwas Aufwand verbunden, aber wer diesen Prozess sehr sorgfältig durchläuft, lernt sich selbst, seine Beweggründe aber auch seine Chancen und Grenzen besser kennen. Wenn das auf der Käuferseite ebenso passiert, sind die Interessen und Beweggründe beider Seiten hinreichend bekannt und es ist immer leichter, den Standpunkt des anderen zu verstehen und sich zielführend einzubringen. Deshalb ist die Betrachtung des Gesamtpakets so wichtig und deshalb wird der gesamte Nachfolgeprozess auf dem NachfolgerFORUM strategisch breit behandelt.

Bei der Übergabe eines Unternehmens gibt es für Abgeber und Übernehmer viele Hürden. In Familienunternehmen kommt die emotionale Komponente hinzu. Sie als Spezialist für Unternehmensübergabe und -nachfolge können mit ihrer Expertise dabei helfen, die Unternehmensnachfolge zu einem Erfolg für alle Seiten werden zu lassen. Wenn man die Interessentenseite betrachtet, wo lauern da mögliche Probleme? Tauchen bei familieninternen Nachfolgen immer wieder dieselben Probleme auf?

Peter Hertweck: Der emotionale Part ist immer der schwierigste im gesamten Nachfolgeprozess. Traditionell sind Familienthemen deshalb immer problembehafteter. Da ist schon mal sinnvoll einen Mediator und/oder externen Berater einzubinden. Die können die Schwachstellen rechtzeitig erkennen und darauf angemessen und vermittelnd reagieren. Häufig zerstreiten sich Familien bei diesem Prozess derart, dass auch mal ein Pfarrer eingebunden werden muss oder die Familie auseinanderbricht. Alte Strukturen brechen auf und können das Klima zerstören.

Viele mittelständische Unternehmer tun sich schwer, einen Nachfolger zu finden. Warum wird die Nachfolgeregelung in vielen Unternehmen oft jahrelang tabuisiert?

Peter Hertweck: Häufiger Grund ist es, dass die Familienthemen nicht so gerne angesprochen werden. So mancher Unternehmer drückt sich davor die weichen Themen in der Familie anzusprechen. Problematisch wird es auch, wenn die gesamte Altersversorgung an dem Unternehmen hängt. So mancher schiebt die Realität vor sich her oder möchte sich nicht richtig öffnen. Deshalb ist es unbedingt wichtig hier offen zu kommunizieren und mit den Beteiligten rechtzeitig Gespräche zu führen und diese einzubinden.Manchmal und manchmal ziemlich oft haben Verkäufer auch falsche Vorstellungen von dem realistischen Verkaufspreis. Er würde verkaufen aber nicht zu den Konditionen. Das liegt oft daran, dass kein wirkliches Verständnis für die Position der anderen Seite existiert. So mancher Verkauf scheitert und würde ein Jahr später, wenn die Vernunft oder Realität eingekehrt ist, nachgeholt werden. Doch dann ist es meist zu spät.

Wie sieht es auf der anderen Seite des Tisches aus – was sollte der potenzielle Übernehmer beachten?

Peter Hertweck: Immer ist es wichtig, dass ich eine Strategie habe. Was möchte ich mit dem Unternehmen tun, was damit erreichen? Geht es um eine rein renditeorientierte Übergabe, will ich mir damit eine nachhaltige Existenz und Vermögen aufbauen oder mir einen Wettbewerber vom Markt nehmen? Ganz entscheidend sind die Mitarbeiter. Welches sind die Know-how-Träger, welche sind die wichtigsten Personen, welche bleiben dabei und wie verhalten die sich? Eine gut motivierte Mannschaft, die hinter dem Nachfolger und seinen Ideen steht, ist entscheidend für den Erfolg. Unternehmertum ist heute ein Peoplebusiness. Die Zukunftsfähigkeit hängt vom Markt, dem eigenen Know-how und das der Mitarbeiter ab. Dann muss jedes Business auch zukunftsfähig sein.

Inzwischen hat sich der „Nachfolge-Markt“ gedreht – es gibt mehr Unternehmen die suchen als Nachfolger. Gute Chancen also für Gründer, die eine bestehende Firma übernehmen wollen?

Peter Hertweck: Unternehmen die gut positioniert sind und gute Renditen erwirtschaften sind immer gefragt und dafür gibt es einen Markt. Da lassen sich auch entsprechende Verkaufspreise erzielen. Schwieriger wird es, wenn die Wettbewerbsvorteile gering sind oder der Wettbewerb sehr groß ist. Ähnliches gilt für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Ist diese besonders gut dann lässt sich auch dieses Unternehmen gut verkaufen. Die Kunst ist es deshalb rechtzeitig innovative Ideen anzuziehen und zu integrieren. Je älter ein Unternehmer wird, desto weniger gelingt dies.

Gibt es noch Karten für ihre Veranstaltung am 20.&21.Oktober 2022 im Europa – Park Rust?

Peter Hertweck: Die Veranstaltung ist auf 150 Teilnehmer begrenzt. Aktuell haben wir noch ca. 35 Karten, die wir an Unternehmer vergeben.

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