Zum Hauptinhalt springen
Nachrichten aus Region meets Business

BWKG-Aktionstag: Starkes Zeichen für eine verlässliche Finanzierung der Gesundheitsversorgung

Ortenaukreis, Ortenau Klinikum, Mitarbeitende und Vertreter der Kreispolitik fordern gemeinsam verlässliche Rahmenbedingungen für die Krankenhausversorgung

Offenburg, 12. Juni 2026 – Mit einer gemeinsamen Aktion vor dem Haupteingang der Betriebsstelle Ebertplatz des Ortenau Klinikums in Offenburg haben der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum am Freitag (12. Juni 2026) ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung gesetzt.

Gemeinsame Aktion vor dem Haupteingang der Betriebsstelle Ebertplatz des Ortenau Klinikums in Offenburg

Ortenau Klinikum/Diana Bremer

Im Rahmen des landesweiten Aktionstags der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) versammelten sich Landrat Thorsten Erny, Vertreter der Kreispolitik, der Vorstand des Ortenau Klinikums, zahlreiche Mitarbeitende aller Berufsgruppen des Klinikverbundes sowie Vertreter des Personalrats, um auf die Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf das Ortenau Klinikum aufmerksam zu machen.

Unter dem landesweiten Motto „Kein Geld. Keine Versorgung. Versorgung braucht Verlässlichkeit.“ machten die Beteiligten deutlich, dass eine sichere, erreichbare und leistungsfähige Gesundheitsversorgung nur mit verlässlichen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen dauerhaft gewährleistet werden kann.

Die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten blieb während der gesamten Aktion uneingeschränkt sichergestellt. Die symbolische Schließung der Haupteingänge an den Klinikstandorten wurde durch ausgeschilderte alternative Zugänge begleitet.

Landrat Thorsten Erny betonte die besondere Verantwortung der Krankenhäuser für die Menschen in der Region: „Krankenhäuser sind keine beliebige Infrastruktur. Sie sind ein Sicherheitsversprechen für die Menschen und ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Ortenaukreis investiert mit der Agenda 2030 konsequent in die Zukunft der Gesundheitsversorgung und gestaltet den notwendigen Wandel aktiv mit. Gleichzeitig gilt: Kommunale Verantwortung kann fehlende Finanzierung auf Dauer nicht ersetzen. Wer eine hochwertige Krankenhausversorgung erwartet, muss auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen.“

Auch Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die laufende Transformation des Klinikverbunds: „Das Ortenau Klinikum gestaltet seit Jahren aktiv den Wandel der Krankenhausversorgung. Wir bündeln Kompetenzen, spezialisieren Leistungen und schaffen moderne Versorgungsstrukturen. Damit dieser Weg erfolgreich fortgesetzt werden kann, benötigen Krankenhäuser Planungssicherheit und eine nachhaltige Refinanzierung etwa der steigenden Personal- und Sachkosten. Das derzeit diskutierte Gesetzesvorhaben würde die wirtschaftlichen Spielräume der Kliniken weiter einschränken und notwendige Zukunftsinvestitionen erschweren.“

Im Mittelpunkt des Aktionstags steht die Sorge vieler Krankenhäuser vor den Auswirkungen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Aus Sicht der Krankenhäuser und ihrer Träger drohen zusätzliche finanzielle Belastungen, obwohl viele Kliniken bereits seit Jahren unter einer strukturellen Unterfinanzierung leiden und gleichzeitig umfangreiche Reformen umsetzen. So befürchten der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum, dass sich bei einer Umsetzung des aktuellen Gesetzesvorhabens das bereits seit Jahren bestehende strukturelle Defizit des Ortenau Klinikums in Höhe von derzeit mehr als 35 Millionen Euro infolge der sich weiter verschärfenden Kosten-Erlös-Schere in den kommenden Jahren auf bis zu 92 Millionen Euro erhöhen könnte.

Drohnenaufnahme der Veranstaltung.

Ortenaukreis/Kai Hockenjos

Die große Beteiligung von Mitarbeitenden aus Medizin, Pflege, Therapie, Rettungsdienst, Verwaltung, Technik und Service machte deutlich, wie breit die Unterstützung für das Anliegen ist. Gemeinsam mit den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Kreispolitik setzten sie ein sichtbares Zeichen für den Erhalt einer leistungsfähigen Krankenhausversorgung in der Region.

Der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum bekräftigten dabei ihre Bereitschaft, den Strukturwandel der Krankenhauslandschaft weiterhin aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Zugleich appellierten sie an den Bund, die finanziellen Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass Krankenhäuser ihren Versorgungsauftrag auch künftig zuverlässig erfüllen können.

Die gemeinsame Botschaft aller Beteiligten lautete deshalb: Versorgung braucht Verlässlichkeit. Nur mit einer auskömmlichen Finanzierung können Krankenhäuser auch in Zukunft eine hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen im Ortenaukreis sicherstellen.

Quelle/ Bilder: Ortenau Klinikum

Auch interessant:

Anzeige

Anzeige