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Nachrichten aus Region meets Business

Badischer Winzerkeller stellt das Geschäftsergebnis 2020 vor:

Anspruchsvolles Marktumfeld in 2020. Umsätze stabil. Marken mit gutem Wachstum. Umgang mit Natur und Pandemie schaffen neue Herausforderungen.

„Das zurückliegende Geschäftsjahr 2020 war für uns als Badischer Winzerkeller ein anspruchsvolles Jahr. Erheblich geringere Erntemenge als im Vorjahr, aber beste Qualitäten.

Wandlungsprozesse auf der Konsumenten- und Marktseite forcieren die Notwendigkeit, neue Ausrichtungen zu entwickeln. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Launen der Natur und einem langen Pandemie-Geschehen forderten neuen Perspektiven und Chancen heraus.

Auf Sonne eingestellt. Zuversicht bei neuen Herausforderungen – Neuer geschäftsführender Vorstand André Weltz (l) und Vorstand Eckart Escher (r)

Als Folge dessen befinden wir uns in der vorangeschrittenen Phase der Erneuerung von Strukturen, Prozessen und einer neuen Marktausrichtung. Die Ertragssituation des BWK wird durch Ernteergebnis und Pandemie in 2020 stark belastet. Die Markenfamilie des BWK kann trotz schwerer Marktbedingungen ihre positive Umsatzentwicklung weiter fortsetzen. Der Wandel des BWK wird weiter vorangetrieben, Kostenstrukturen und Vermarktungskonzepte werden den wachsenden Herausforderungen in hohem Tempo angepasst. Die Basis für erfolgreiches Handeln ist die Integration der Mitgliedswinzer in Veränderungen und die Ausrichtung des Unternehmens an die gestellten Anforderungen des Marktes.“

Entwicklung der Weinbranche: Ernte und Einlagerung in Baden rund 10 % weniger als im Vorjahr. Herausforderungen 2020 auch durch die Covid-19-Pandemie.
Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) schätzt die weltweite Weinproduktion (ohne Saft und Most) im Jahr 2020 auf unterdurchschnittliche 258 Mio. hl. Das Produktionsvolumen der EU wird von der OIV im Jahr 2020 auf 159,0 Mio. hl (ohne Saft und Most) geschätzt und steigt um etwa 5 % gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland liegt laut statistischem Bundesamt die geschätzte Erntemenge 2020 bei rund 8,7 Mio. hl. Dies sind ca. 4,4 % mehr als die letztjährige Ernte und laut Deutschem Weininstitut (DWI) ca. 2 % weniger als das langjährige Mittel.

Die Winzer in Baden konnten auf einen wesentlich besseren Witterungsverlauf mit vielen kühlen Nächten im Sommer zurückblicken. Insbesondere die Trockenheit in den genossenschaftlich geprägten Anbaugebieten Baden-Württembergs hat dazu geführt, dass ein Ernteminus von ca. 10 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war. Zur Ernte 2020 wurden von den badischen Winzergenossenschaften rund 52,4 Mio. Liter Most weißer Rebsorten eingelagert. Das sind gegenüber dem zehnjährigen Mittel 0,9 Mio. Liter weniger (- 2 %). Bei den Rot- und Roséweinen wurden mit einer Menge von 32,9 Mio. Liter Most im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnitt rund 4 Mio. Liter bzw. rund 10,8 % weniger eingelagert. Durchschnittlich wurden von den Winzergenossenschaften auf 10.193 ha 83,7 hl/ha geerntet (Vorjahr 88,5 hl/ha).

Am 31. Juli 2020 befanden sich laut statistischem Bundesamt 12,2 Mio. Hektoliter Wein in den Kellern der Erzeugerbetriebe und des Handels. Damit ist der Weinvorrat ca. 5 % niedriger als im Vorjahr. 61 % der Weinbestände waren 2020 Weiß- und 39 % Rotweine. Davon macht der Schaumwein mit 2,5 Mio. Hektolitern einen Anteil von 21 % am Gesamtwein-bestand aus. Die Unternehmen des Großhandels wiesen 49 % der Weinvorräte in Deutschland nach.

Im Jahr 2020 standen viele Winzergenossenschaften vor den Herausforderungen, die sich durch die Covid-19-Pandemie ergeben haben. Dies war insbesondere die teilweise Schließung der Gastronomie, die einen breiten Absatzmarkt deutscher Weine darstellt. Hinzu kamen die Einschränkungen für Vinotheken, Engpässe bei Zulieferern und kurzfristige Schließungen von regionalen Weinprüfstellen.

Absatz- und Umsatzentwicklung: Anspruchsvolles Marktumfeld in 2020. Umsätze stabil. Winzerkeller-Marken mit gutem Wachstum. Gastronomie-Geschäft bleibt 2020 pandemiebedingt weit unter Vorjahresniveau.
Im Berichtsjahr lagen die Umsatzerlöse des BWK 2,8 % über denen des Vorjahres. Im Absatz konnte der Badische Winzerkeller sogar um 5,1 % zulegen und damit zwar nicht marktkonform, aber dennoch wachsen. Die aufgestellten Pläne wurden nahezu erreicht. In einem anspruchsvollen Marktumfeld konnten die Umsätze der wichtigen Markenprodukte Martin Schongauer, Heinrich Hansjakob, Schloss Munzingen und der Discount-Premiumbereich um 7,7 % zulegen. Die Rückgänge in den Bereichen Gastronomie, Fachhandel und Export konnten zwar im Umsatz, allerdings nicht im Ergebnis vollständig ausgeglichen werden. Der Lebensmittelhandel einschließlich Discount steht in Summe für mehr als 85 % des Vertriebsumsatzes im Eigengeschäft. Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnte die Verfügbarkeit der Produkte des Badischen Winzerkellers im LEH weiter ausgebaut werden. Das Positionierungskonzept „Die Sonnenwinzer“ konnte weiter etabliert werden und auch in 2020 zur positiven Wahrnehmung des Badischen Winzerkellers bei Handelspartnern und Konsumenten beigetragen.
Der positiven Entwicklung in den Bereichen LEH, Discount und insbesondere auch dem Onlinehandel stehen deutlich sinkende Erlöse in den Bereichen Gastronomie, Fachhandel und auch den Ortslägern gegenüber. Der Umsatz in der Gastronomie ging für den BWK um 51,5 % zurück und kam seit dem November 2020 faktisch zum Erliegen.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat sich die Exportsituation nicht verbessert. Der Badische Winzerkeller musste in diesem schwierigen Export-Umfeld einen Umsatzrückgang von 18,1 % hinnehmen. Die Perspektiven in den Exportmärkten, insbesondere auch in Europa, haben sich für den Badischen Winzerkeller durch die Corona-Pandemie nicht verbessert. Zwar bewegen sich die Umsätze nach wie vor sechsstellig, die Aufwendungen stehen aber in keinem günstigen Verhältnis zum derzeitigen Erfolg. Die für den Export konzipierten Produktlinien erfuhren zwar in allen bearbeiteten Märkten zunehmend Fortschritte in ihrer Akzeptanz, der wünschenswerte Absatzerfolg war aber auch im Berichtszeitraum noch nicht gegeben. Es zeigte sich auch in 2020 einmal mehr, dass nachhaltige Exporterfolge langfristige Aufbauarbeit benötigen.

Zur Lage des Badischen Winzerkellers / Ertragslage
Die Umsätze konnten gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt 46,6 Mio. € gesteigert werden und damit die pandemiebedingten Umsatzverluste kompensiert werden. Allerdings reduzierte sich die Gesamtleistung aufgrund der hohen negativen Bestandsveränderung um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die witterungsbedingt gegenüber dem Vorjahr um fast 20 % geringere Ernte 2020 führte u.a. dazu, dass der Bestand an Wein- und Sektvorräten um 3,0 Mio. Liter auf 21,1 Mio. Liter zurückgegangen ist.Die Höhe des Traubengelds blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil. Um die Ertragslage des Unternehmens weiterhin zu verbessern, werden bereits erfolgte Kosteneinsparungen durch weitere Maßnahmen im Geschäftsjahr 2021 ergänzt.

Bestandslage
Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Erntemenge führte zu einer erheblichen Reduzierung der Wein- und Sektbestände in Höhe von 3,1 Mio. Liter zum 31. Dezember 2020. Inklusive der Eingangsmengen von teilanliefernden Mitgliedsbetrieben und des Zukaufs wurden 15,2 Mio. Liter (ohne Anreicherung) eingelagert. Zum Bilanzstichtag verfüg-te der Badische Winzerkeller über einen Gesamtbestand von 21,0 Mio. Liter (VJ 24,1 Mio. Liter).

Investitionen
Die Summe aller Anlagenzugänge belief sich auf 549 T€ (VJ 988 T€). Im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt der Investitionen wie im Vorjahr im Bereich der Sachanlagen. Hervorzuheben sind eine neue Kühlanlage für die Raumkühlung in der Produktion, eine neue Kompressor Anlage zur Luftversorgung im Bereich Technik, eine Erneuerung der Tankstruktur in Teilbereichen der Kellerei sowie diversen anderen technischen Anlagen. Im Bereich der immateriellen Vermögens-gegenstände wurden Investitionen für diverse Softwarelizenzen getätigt, insbesondere prozessverkürzende Add-ons für das ERP-System MS Dynamics NAV und für die Windows Server-Struktur. Die durchschnittliche Investitionssumme der letzten 3 Geschäftsjahre 2018 bis 2020 liegt aktuell bei 0,9 Mio. €.

Personalbereich
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (Teil- und Vollzeit) ist gegenüber dem Vorjahr gesunken, insbesondere bei den Vollzeitbeschäftigten. Es wurden (ohne Vorstand und Auszubildende) durchschnittlich 124,5 Vollzeit- (VJ 129,0) und 37,0 Teilzeit-Mitarbeiter (VJ 38,0) beschäftigt. Im Geschäftsjahr 2020 haben im Vergleich zum Vorjahr wiederum einige Beschäftigte von ihrer Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Arbeitszeit gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz, Elternzeit etc., ihren Wünschen entsprechend zu reduzieren. Die Personalaufwendungen konnten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 um 4,8 % redu-ziert werden. Der durchschnittliche Umsatz je Vollzeitmitarbeiter inkl. Vorstand hat sich im Berichtsjahr auf 368 T€ (VJ 346 T€) erhöht.

Umweltbelange
Die fünf vorhandenen Photovoltaik-Anlagen haben in 2020 ca. 1,0 Mio. kWh Strom erzeugt. Diese Art der Stromerzeugung trägt durch die damit einhergehende Verminderung des CO2 -Ausstoßes seit Jahren erheblich zum Umweltschutz bei. So wurde seit 2005 der Ausstoß von mehr als 7.500 Tonnen CO2 vermieden. Die Sonnenwinzer decken somit ihren Stromverbrauch zu einem erheblichen Teil aus selbst gewonnener Sonnenenergie.Das BWK-Energiemanagementsystem wurde in 2020 weiterentwickelt und bereits in 2019 nach der neuen Prüfungsnorm ISO 500001:2018 erfolgreich zertifiziert. Auch das Energie-Monitoring-System wurde weiterentwickelt. Der Gesamtenergieverbrauch konnte erneut im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden.

Prämierte Qualität vom Weinberg bis ins Weinregal. Gratulation an unsere Sonnenwinzer

Produkte und Sortiment: Martin Schongauer wichtigste Erzeuger-Weinmarke aus Baden. Sonnenwinzer-Kampagne nachhaltig präsent.
Der Badische Winzerkeller setzt weiter auf die Entwicklung seiner Markenlinien im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie. Die Fortführung der erfolgreichen Markenstrategie der letzten Jahre entspricht den Anforderungen des Marktes und schafft bei Handel und Konsumenten Vertrauen. Die Marken Martin Schongauer, Heinrich Hansjakob, Schloss Munzingen und GOSCH erzielten insgesamt einen Umsatzzuwachs von 7,7 % zum Vorjahr 2019 und setzen damit ihre positive Entwicklung der letzten Jahre fort.

Diesen Weg wollen die Sonnenwinzer in 2021 fortsetzen.
Zu den bislang etablierten Marken verfolgt der Badische Winzerkeller außerdem den Markenaufbau der Sortimentsmarke „Die Sonnenwinzer-Weine mit Charakter“, die im März 2021 erfolgreich am Markt eingeführt wurde. Zunehmend werden generische Produkte in die Dachmarke integriert und so mit einem klar erkennbaren Absender als Sortimentsmarke für den Verbraucher sichtbar. Ob Badens bekannteste Weinmarke Martin Schongauer, die beliebte Markenpersönlichkeit Schloss Munzingen oder die einzigartige GOSCH-Linie – jedes Produkt steht für Leidenschaft, Liebe zum Handwerk und zur Qualität direkt vom Erzeuger, gepaart mit einem emotionalen Mehrwert.

Lesebeginn in Breisach 11.08.20 – v.l.n.r: Vorstand Eckart Escher, Leiter Produktion Christian Schätzle und Dr. Peter Schuster, Vorstandsvorsitzender

Weinbau und Ernte: Erhebliche geringere Erntemenge als im Vorjahr, aber beste Qualitäten
Wie in ganz Baden weniger Erntemenge als im Vorjahr, aber beste Qualitäten – so lautet die Formel für den Weinjahrgang 2020. Optimale Vegetation zur Erntereife, Lesebeginn noch im Sommer und ein Bilderbuchherbst sind weitere Merkmale der Weinlesesaison 2020. Der Weinjahrgang 2020 hatte von der Blüte bis zum ersten Lesetag optimale Voraussetzungen. Warme Tage, kühle Nächte, die für beste Aromen-Ausbildung sorgten, sowie ein insgesamt unkomplizierter Vegetationsverlauf ohne außergewöhnliche Naturereignisse wie Frost und Hagel. Wachstum und Reife sind in diesem Jahr optimal verlaufen.

Typisch badisch und durchgehend von der Sonne verwöhnt machte sich schlussendlich die anhaltende Trockenheit bemerkbar und führte dazu, dass die Erntemenge fast 20 % geringer ausfiel als im Vorjahr. Wenn die Traube schrumpft, wird der Inhalt konzentrierter und die Qualität steigt. Das Profil des 2020er Jahrgangs ergibt daher viele kräftige und charaktervolle Aromen. Der Jahrgang brilliert durch geschmacklich körperreiche und ausdrucksstarke Weine beim Spätburgunder ein vollmundiges Geschmacksprofil und bei den Weißweinsorten viel Frucht und Leidenschaft der sonnenverwöhnten Natur.

Die Besonderheit in diesem Jahr lag darin, dass unsere Winzerinnen und Winzer aus unseren Mitgliedsgenossenschaften wegen der Trockenheit möglichst rasch ihre Trauben bringen wollten, um nicht noch mehr Traubenvolumen zu verlieren. Daraus hat sich, wie schon im Vorjahr, wiederum eine sehr kompakte Traubenan-lieferung von gerade mal 3 Wochen Hauptlese ergeben. So früh wie noch nie haben wir die 2020er Federweißenlese am 11. August gestartet, bei Sommer, Sonne und Temperaturen von über 30 Grad. Mit absolut gesundem Traubengut begannen wir dann die Hauptlese bereits am 1. September. Und am 24. September war schon der letzte volle Lesetag der Saison 2020. Der durchschnittliche Ertrag lag bei 106 kg/ar. Waren es 2019 noch gut 20 Mio. kg Einlagerungsmenge, wurden 2020 mit rund 17 Mio. kg fast 20 % naturbedingt weniger in den Keller eingebracht.

Gratulation an unsere Sonnenwinzer: Bei den Prämierungen 2020 wieder sehr erfolgreich. Platz 13. unter den „DLG TOP 100 Winzerbetrieben“.
Die traditionelle Prämierungsfeier in Offenburg konnte in Corona-Zeiten 2020 leider nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Aber unsere Medaillenergebnisse waren trotzdem stattlich: Der Badische Winzerkeller freute sich über das Medaillenergebnis der Gebietswein- und Sektprämierung 2020 mit 223 x Gold und 112 x Silber für Wein und 32 x Gold und 5 x Silber für Sekt. Eine besondere Gratulation geht an unsere WG Schriesheim, die zum 16. Mal den Ehrenpreis für den punktbesten Betrieb im Bereich „Badische Bergstraße“ erhielt. Die Opfinger Winzer wurden ebenfalls mit dem Ehrenpreis für den punktbesten Betrieb im Bereich „Tuniberg“ ausgezeichnet. Der WG Buchholz-Sexau wurde der Staatsehrenpreis in der Kategorie II bis 150 ha Betriebsgröße verliehen.

Die herausragenden Prämierungsergebnisse festigen den Badischen Winzerkeller als Erzeugergemeinschaft. In diesem Zusammenhang ist durchaus vorstellbar, bisher noch nicht zu den Sonnenwinzern gehörende Erzeuger aus Baden in unserem Verbund begrüßen zu können. Der Vorstand nimmt sehr gern Gesprächs-angebote auf. Die Kontinuität der Breisacher Erzeugerleistung zeigt sich auch in den Ergebnissen der DLG-Bundesweinprämierung 2020 mit 38 x Gold, 102 x Silber, 45 x Bronze für Wein & Sekt. Der Badische Winzerkeller belegte in 2020 den 13. Platz unter den „DLG Top 100 Winzerbetrieben“. Die nachhaltige Qualitätspolitik des Badischen Winzerkellers setzt sich vom Weinberg bis ins Weinregal fort. Die Wertschätzung der Verbraucher für heimisch erzeugte Produkte wächst und ist für unsere Marken und Sortimente förderlich.

Chancen: Wir wollen den Badischen Winzerkeller als modernes, badisches und digitalisiertes Unternehmen positionieren
Der Badische Winzerkeller wurde 1952 mit dem Unternehmenszweck gegründet, badischen Wein innerhalb und insbesondere außerhalb Badens zu verkaufen. Auf diese Grundidee wollen wir uns in Zukunft wieder stärker konzentrieren. Dabei steht für uns im Vordergrund, den 4.000 Winzern des Badischen Winzerkellers über das Traubengeld langfristig ein auskömmliches Einkommen zu sichern. In der Roadmap BWK 2023 wird in einem 3-Jahresplan verbindlich erarbeitet und hinterlegt, dass der Badische Winzerkeller in Zukunft das ausgeschüttete Traubengeld auch operativ verdient haben muss, um sicherzustellen, dass einerseits langfristig in das Unternehmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit investiert und andererseits ein angemessenes, aber verdientes Traubengeld ausgeschüttet werden kann.

Ein wichtiges und zentrales Anliegen der Roadmap BWK 2023 ist es, die Erlöse und Aufwendungen in ein besseres Verhältnis zu setzen. Bei lediglich leicht wachsenden Umsatzpotentialen liegt somit der Focus auf einer strikten Kostenkontrolle, Steigerung der Effizienz und der Sicherung des Zugangs zum Markt und vor allem zu den Konsumenten. Der BWK wird den Konsumentenwünschen folgen und seine Sortimentsstrategie darauf ausrichten. Wir wollen da sein, wo der Konsument uns erwartet. Wir werden mit ihm über alle Touchpoints in Kontakt bleiben und unsere Sichtbarkeit erhöhen. Dabei stärken wir bestehende ertragsstarke Kundenbeziehungen und bauen neue auf. Wir fühlen uns der Pflege unserer Marken und Produkte verpflichtet und investieren nachhaltig in konsumentenrelevante Konzepte.

In der neu formulierten BWK-Charta halten wir verbindlich fest, dass wir im Denken und Handeln der Ökologie und der Nachhaltigkeit verpflichtet sind. Wir stehen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Mensch und Natur. In der neuen BWK-Charta legen wir verbindlich fest, für welche Werte wir stehen. Unseren Kompass beschreiben wir über ARD – Achtung, Respekt, Dynamik und ZDF – Zahlen, Daten, Fakten. Zur Erreichung unsere Ziele führen wir zunächst eine „Inventur“ durch - wir wollen wissen, wo wir stehen. Im Anschluss identifizieren wir die wichtigsten Stellschrauben nach Verantwortungsbereich und handeln zügig und entschlossen, um die Potentiale zu heben. Wir stellen uns immer die Frage „Zahlt das was ich mache auf die Steigerung des Traubengeldes ein?“ Wir planen unsere Kosten um 10 % zu senken, dabei prüfen wir alle Optionen. Es gibt keine Denkverbote, wir prüfen, ob wir alle Leistungen in gleichem Umfang weiterhin erbringen kön-nen, neue Leistungsangebote werden entwickelt. Wir wollen den Badischen Winzerkeller als modernes, badisches und digitalisiertes Unternehmen positionieren.  

Perspektiven: Wandlungsprozesse auf der Konsumenten- und Marktseite forcieren neue Ausrichtungen.
Erneuerung, Struktur und Nachhaltigkeit sind maßgebliche Faktoren, die das Geschäftsjahr 2020 geprägt haben. Pandemie und Transformation waren die Begleiter eines schwierigen, aber für die Zukunft grundlegenden Geschäftsjahres. Wandlungsprozesse auf der Konsumenten- und Marktseite forcierten die neuen Ausrichtungen im unternehmerischen Denken und Handeln.

Für uns als Haus der badischen Sonnenwinzer heißt das, dass wir vom Weinberg bis ins Weinregal Anpassungen und Optimierungen vornehmen, die uns heute im starken Wettbewerb rüsten und für die Zukunft weiterhin qualifizieren. Von der Qualitätsoffensive über Sortimentsbereinigungen und Innovationen bis hin zum umweltbewußten Verhalten als Erzeugerbetrieb haben wir uns richtig aufgestellt. Besonders wichtig ist uns der Dialog mit unseren Mitgliedsbetrieben und allen uns ange-schlossenen Winzerinnen und Winzern. Wir wollen zukünftig noch enger zusammenarbeiten und die Wirtschaftlichkeit in der Rebbewirtschaftung gemeinsam fördern. Dabei sollen Service, positives Denken und gemeinsamer Wille stetige Begleiter sein.

Die Kräfte noch intensiver zu bündeln und die Vorteile des Badischen Winzerkellers als zentrale Erzeuger- und Vermarktungsorganisation nachhaltig auszubauen - das ist die Richtung, die wir eingeschlagen haben. Oberstes Gebot bleibt es, die Erlössituation und damit die Auszahlungsleistungen trotz widriger Rahmenbedingungen weiter zu steigern. Heimische Produkte werden zunehmend vom Verbraucher bevorzugt. Man besinnt sich auf überschaubare Erzeugerwelten, man will wissen, woher der Wein kommt und am besten noch seinen Winzer persönlich kennen. Anzeichen eines gesellschaftlichen Wertewandels lassen sich ausmachen, das Konsumverhalten insgesamt hat sich verändert. Der heutige, allseits interessierte und genussorientierte Konsument schätzt das gute Verhältnis von Qualität und Preis.

Der Kunde gibt die Trends des Marktes vor. Wir als Badischer Winzerkeller haben uns hierzu flexibel ausgerichtet. Eine Roadmap BWK 2023 zeigt den Weg auf, den Markt für unsere Qualitätsprodukte zu halten, weiter auszubauen und nachhaltig zur stärken. An dieser Stelle der ausdrückliche Dank an Dr. Peter Schuster, der zum Ende 2020 in den Ruhestand getreten ist. Er hat das Geschäftsjahr 2020 mit Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll und verantwortlich ins neue Geschäftsjahr geleitet und mit dem bereits 2019 begonnenen Transformationsprozess die Grundlagen für die notwendigen Anpassungen gelegt.

Text /Bilder: Badischer Winzerkeller eG

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