Nachrichten aus Region meets Business

160 Jahre Familienunternehmen

Green Transformation “made in Emmendingen” – von der Kesselschmiede „Wilhelm Wehrle“  zum internationalen Technologieunternehmen für Abfall- und Abwasserentsorgung

Die WEHRLE-WERK AG feierte 2020 das 160-jährige Bestehen des Unternehmens. Aufgrund der Pandemie verlagert das Greentech-Unternehmen seine Jubiläumsfeier auf das Jahr 2022 und lädt am 9. Juli 2022 zu einem Jubiläumsfest mit Tag der offenen Tür ein. 

Die WEHRLE-WERK AG feierte 2020 das 160-jährige Bestehen des Unternehmens

Wehrle-Werk

Regional verwurzelt, weltweit tätig

Mit seinen Technologien und Anlagen steuert WEHRLE einen Teil zur Green Transformation bei. Das Emmendinger Familienunternehmen unterstützt andere Unternehmen durch Abwasserbehandlungs- und Abfallbehandlungstechnologien in der Reduktion des Wasserfußabdrucks und der Ressourcenrückgewinnung. Gemeinsam mit internationalen Vertriebspartnern trägt WEHRLE zudem durch die Behandlung von Deponiesickerwasser zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern bei. Dezentrale Verbrennungskonzepte für unterschiedliche Brennstoffe setzen aktuelle Themen des Pariser Klimaabkommens wie beispielsweise eine nachhaltige Energiewirtschaft und die Minderung von CO2 -Emissionen um

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von WEHRLE arbeitet an mehreren eigenen Forschungsprojekten sowie an geförderten Projekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung oder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wie beispielsweise dem Projekt „PXTRACT“ (ein Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche zur Erzeugung von Aschedünger). WEHRLE ist ein international agierendes Unternehmen, das nicht nur regionale Ansehen als Arbeitgeber genießt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tochterunternehmen in der Schweiz, England, Spanien, Russland und Malaysia. Die Aktivitäten erstrecken sich dabei auf über 45 Länder auf fünf Kontinenten – von Kolumbien bis Ostsibirien und den USA bis Neuseeland. 

Heiner Steinberg - Vorstand der WEHRLE-WERK AG, freut sich auf die Jubiläumsfeier

RiB/Böhme

In der Region übernimmt WEHRLE seit vielen Jahren gesellschaftliche Verantwortung. Diese findet, neben diversen Sponsoringtätigkeiten, insbesondere in der Arbeit der WEHRLE-WERK Stiftung für Alten- und Pflegehilfe und im Umgang mit jungen Talenten ihren Ausdruck. WEHRLE bietet jährlich bis zu neun Auszubildenden und vier Fachschülern eine Ausbildung in vier verschiedenen Berufsfeldern an. Gleichzeitig wird Studenten aus aller Welt der Einstieg in das Berufsleben durch das Schreiben einer Abschlussarbeit oder das Wahrnehmen eines Praktikums im Unternehmen geboten. Im Rahmen der Initiative ‚Emmendinger Plan‘ bringt sich das Unternehmen aktiv in den lokalen gesellschaftlichen Dialog ein.

WEHRLE - Bereich Fertigung

Wehrle-Werk

Wie alles begann

2020 feierte die WEHRLE-WERK AG das 160-jährige Bestehen des Unternehmens, das 1860 von Wilhelm Wehrle als „Mechanische Werkstätte und Kesselschmiede“ gegründet wurde. Damals noch am Rande der südbadischen Kreisstadt Emmendingen gelegen, befindet sich das Werk heute in der Stadtmitte. Die Stadt ist vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts mit und auch durch WEHRLE um das Werk herum gewachsen. Die zentrale Lage und die Nähe zur Bevölkerung prägen den bodenständigen Charakter des Familienunternehmens. Schon im 19. Jahrhundert macht sich WEHRLE auch international einen Namen für gute Qualität und solide Konstruktionsarbeit. Aufgrund der guten Reputation im Bereich Brauereiausrüstungen und Kessel zur Dampferzeugung wächst das Unternehmen schnell und wird Lieferant für Brauereien in aller Welt. Dazu gehört unter anderem auch die 1903 gegründete ‚Germania Brauerei‘ im chinesischen Tsingtao, heute eine der zehn größten Brauereien der Welt. Weitere internationale Projekte folgen unter anderem in Daressalam, Helsinki, Havanna, Monaco.  

Das Wehrle-Werk - Haupteingang

Wehrle-Werk

Die Umwandlung zur Aktiengesellschaft

Vor rund 100 Jahren, am 8. April 1920, folgt ein großer Schritt für die Unternehmensgeschichte. Otto Wehrle, der Sohn des Firmengründers, wandelt die sich in seinem Eigentum befindende Personengesellschaft in die WEHRLE-WERK Aktiengesellschaft um. Die Anteile am Unternehmen liegen seither zu 100 % in der Familie des Unternehmensgründers. Das ist heute die fünfte, sechste und siebte Generation. 2018 übernimmt Heiner Steinberg aus der sechsten Generation die Unternehmensführung. Die Nähe der Wehrle-Familie zum Unternehmen, die lokale Verwurzelung und die über die Jahrzehnte gewachsene Solidität befördern die Erfolgsgeschichte von WEHRLE. Die Produkte von WEHRLE spiegeln schon früh die gewissenhafte Qualitätsarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder. So wird beispielsweise bereits 1929 ein Kessel für ein großes Chemieunternehmen in Freiburg gefertigt, der dort bis heute (seit über 90 Jahren) in Betrieb ist. Die WEHRLE Großteilefertigung beliefert damals wie heute den Anlagen- und Maschinenbau mit Großkomponenten bis zu 40 t Gewicht, ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Das Wehrle-Werk in Emmendingen

Wehrle-Werk

In den 1970er-Jahren erweitert das Emmendinger Unternehmen seinen Produktfokus um die thermische Abfallbehandlung und die Energiegewinnung aus Biomasse. Nach zehnjähriger Forschung, Pilotierung und Erprobung nimmt WEHRLE 2006 die erste MYT® -Anlage ̶ eine der modernsten Abfallbehandlungstechnologien der Welt ̶zur Verarbeitung gemischter Haushaltsabfälle in Betrieb. In den Achtziger- und Neunzigerjahren wird dieses Portfolio um Verfahrenstechnologien zur Behandlung komplexer und hochbelasteter Abwässer ergänzt. 1991 installiert WEHRLE dafür den weltweit ersten großtechnischen Membranbioreaktor. Dieser ermöglicht durch den hohen Reinigungsstandard die Einleitung der behandelten Abwässer zurück in die Natur und trägt damit zur Schonung der wertvollen Ressource Wasser bei. Fünf Jahre später kommt dann die weltweit erste großtechnische Nanofiltrationsanlage ebenfalls für die Abwasserbehandlung und weitere zehn Jahre später die erste Wasserrecyclinganlage für die abwasserfreie Industrie.

2019 erweitert WEHRLE das Produktportfolio um die Rostfeuerungstechnologie, welche fortan die sogenannte Wirbelschichtfeuerung für die Verbrennung schwieriger Abfälle und Klärschlamm ergänzt. Mit der Erweiterung der nachhaltigkeitsorientierten Produktpalette entwickelt sich WEHRLE zusehend zum Vorantreiber der Green-Transformation. Neben der wirtschaftlichen Weiterentwicklung legt das Emmendinger Umwelttechnikunternehmen großen Wert auf die eigene Nachhaltigkeitsphilosophie. Seit 2010 produziert WEHRLE im größten Solarkraftwerk Emmendingens knapp 60 % seines Strombedarfs selbst. 2019 wurde zudem in zwei Werkshallen mit der Grundfläche von ca. 20.000 m² die Beleuchtungstechnik erneuert, um eine weitere Reduktion der CO2-Emission zu ermöglichen. Aktuelle Planungen beinhalten neben dem Neubau des Logistikzentrums zur Weiterentwicklung der Unternehmensprozesse und des Außengeländes auch die Öffnung des Werksgeländes zur Stadt hin, unter anderem mit Grünflächen und Gebäuden, um die Ansiedlung von kulturellen und sozialen Einrichtungen zu realisieren. 

ÜBER WEHRLE

WEHRLE ist ein Pionier und Technologieführer für die Behandlung spezieller Abfälle und komplexer Abwässer. Mit dem kompletten Spektrum von verfahrenstechnischer Dimensionierung, hauseigener Großteilefertigung, kundenspezifischem Anlagenbau bis hin zu praxisbewährten Dienstleistungen unterstützt das 1860 gegründete Unternehmen öffentliche und private Betriebe bei der Erreichung ihrer Umweltziele und Erhöhung der Ressourceneffizienz. Mit Anlagen in über 45 Ländern und auf 5 Kontinenten steht das in der 6. Generation eigentümergeführte Unternehmen in 100 %-igem Familienbesitz im wachsenden Markt für Umwelttechnologie für Innovation, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den regionalen und internationalen Partnern.

Das Wehrle-Werk 2022 in Emmendingen

RiB/Böhme

Daten & Fakten:

Gründungsjahr: 1860

Mitarbeiter: über 250

Umsatz: über 45 M€ p.a.

Familienbesitz: 100 % in 5.-7. Generation

Technologiespektrum:

  • Dezentrale thermische Entsorgung von Abfällen
  • Klärschlammverbrennung zur Phosphorrückgewinnung
  • Industrielle Abwasseraufbereitung, -wiederverwendung & -nutzung
  • Behandlung von Sickerwasser, Gülle und Gärresten
  • Großteilefertigung für den Maschinen- und Anlagenbau

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