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Nachrichten aus Baden schmeckt

Zum Tag der Schwarzwälder Kirschtorte

Auf den Spuren der Schwarzwälder Kirschtorte

Weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und beliebt ist die „Königin der Torten“ die Schwarzwälder Kirschtorte.

In Zusammenarbeit mit Volker Gmeiner und seinem Familienunternehmen Gmeiner Confiserie und Kaffeehausunternehmen in Appenweier entstand eine Suche nach der Geschichte der Schwarzwälder Kirschtorte. Ob sie ,wie der Name „Schwarzwälder Kirschtorte“ schon sagt, ihren Ursprung tatsächlich im Schwarzwald hat, dazu gibt es die unterschiedlichsten Geschichten.

iner Sage nach verdankt sie ihren Namen der Tracht der Schwarzwaldmädel. Das Kleid ist schwarz wie die Schokoraspel, die Bluse weiß wie die Sahne und die roten Kugeln auf dem Bollenhut erinnern an die Kirschen auf der Torte, So manch einer behauptet sie hat ihren Ursprung als geschichtetes Dessert, den bereits im 19.Jahrhundertverwöhnen die Schwarzwälder Bäuerinnen ihre Gäste mit einem köstlichen Kirsch – Dessert. Sie kochen ein fruchtiges Kompott aus süßen und sauren Kirschen und verfeinern es zu besonderen Anlässen mit Schwarzwälder Kirschwasser.

Dazu gab es reichlich frisch geschlagenen Rahm. Erst in den 30.Jahren des letzten Jahrhunderts soll sie ihre bis heute erhaltene Form als Torte bekommen haben. Es könnte auch sein, dass die wohl bekannteste deutsche Kuchenspezialität weitverzweigte Wurzeln hat, die bis in die Schweiz reichen. Lange vor der ersten Erwähnung der Schwarzwälder Kirschtorte zierte dort die Schwarzwaldtorte, als einfache Variante aus Biskuit, Nüssen und Kirschen gebacken ,den sonntäglichen Kaffeetisch.

Wo und wann die Erfolgsgeschichte also wirklich begann, weiß niemand. Als Urvater galt lange Zeit der 1887 in Riedlingen an der Donau geborene Josef Keller .Er will bereits 1916 im Bad Godesberger Prominenten Café Agner den Vorläufer der Torte erfunden haben. Eine Kreation aus Mürbeteig und Wiener Boden mit einer Kombination aus Kirschen ,mit Kirschwasser aromatisierter Sahne und Schokolade. Dieses Rezept entwickelte er in seiner eigenen Konditorei in Radolfzell am Bodensee. weiter. Das lange als Familiengeheimnis gehütete Originalrezept schrieb er erst 1927/28 nieder.

Oder war vielleicht alles doch ganz anders?
Bei einer Umfrage einer Konditoren Zeitschrift im Jahre 1975 wurde die Aufmerksamkeit auf eine weitere möglichen Tortenlegende gelegt.Der experimentierfreudige Konditor Erwin Hildenbrand arbeitet nach seiner Lehrerin den 1920er Jahren einige Zeit in den Schwarzwaldorten Furtwangen und Freudenstadt. Vermutlich hat schon dort das unvergleichliche Schwarzwälder Kirschwasser seine Fantasie beflügelt. In der Konditorei Walz in Tübingen schuf er 1930 seine erste Schwarzwälder Kirschtorte, sehr zur Freude seines Chefs, der die Torte überaus wohlschmeckend fand und sie sofort seinen begeisterten Gästen anbot. Die Herkunft ist also nicht zweifelsfrei geklärt. Fest steht, dass die Schwarzwälder Kirschtorte 1934 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Nur die Schwarzwälder sind sich einig, dass die Ursprünge der „Königin der Torten“ in ihrer Heimat zu finden sind. Die von jeher reiche Kirschernte an den Südhängen des Schwarzwaldes und das berühmte Schwarzwälder Kirschwasser sprechen dafür. Die Karriere der Schwarzwälder Kirschtorte begann aber gemächlich.1949 belegte sie gerade einmal Platz 13 im Ranking der beliebtesten Konditoreiprodukte Deutschlands. Aber der wirtschaftliche Aufschwung und der sich rasant entwickelnde Tourismus im Schwarzwald setzten den Siegeszug der beliebten Torte in Gang. Internationale Gäste ließen sich von der Köstlichkeit verzaubern. Heute gibt es kaum ein Land, in dem die Schwarzwälder Kirschtorte nicht in den Auslagen der Konditoreien oder in den Tiefkühltruhen der Supermärkten zu finden ist.

Aber welches Geheimnis verbirgt sich hinter der Tatsache, dass Männer und Frauen, Jung und Alt gleichgültig welcher Kultur, sich immer wieder aufs Neue für diese einzigartige Komposition aus Schokolade, Sahne und Kirschen begeistern können? Ist es das besondere Zusammenspiel von Duft, Geschmack, Form oder Konsistenz einer exzellent zubereiteten Schwarzwälder Kirschtorte die Sinnlichkeit und Genussfreude weckt?

Natürlich ist Torte nicht gleich Torte!
Es gibt zahlreiche Rezeptvariationen. Die Qualität der Zutaten und deren Mischung, aber auch individuelle Variationen machen den Unterschied aus. Wird der Biskuit oder die Wiener Masse mit gemahlenen Nüssen zubereitet? Wenn ja mit welchen? Werden die Kirschen eingelegt oder abgebunden? Wie viel Kirschwasser gehört in die Torte? Braucht die Schwarzwälder Kirschtorte einen hauchdünnen Boden aus Mürbeteig oder nicht? Welche Verzierung ist die Schönste ,welche die Traditionellste? Fragen über Fragen, auf die es viele unterschiedliche Antworten gibt.
Fakt ist ,dass frische Eier und Sahne, feste wohlschmeckende Kirschen, bestes Schwarzwälder Kirschwasser und feine dunkle Schokolade unverzichtbar für jede Rezeptvariante sind.

Aber unabhängig ihrer Herkunft ist sie eine der beliebtesten Torten, man kennt sie auf der ganzen Welt , ob in Cafés, Restaurants oder bei Familienfeiern, sie ist der absolute Klassiker und darf auf keiner Kaffeetafel fehlen. Was in Dresden der Christstollen, in Wien die Sachertorte so ist die Schwarzwälder Kirschtorte hier tief und untrennbar mit dem Schwarzwald verbunden. So zusagen die süßeste Versuchung aus dem Schwarzwald. Jeder kennt sie, jeder liebt sie!

Region im Blick war im Gespräch mit Volker Gmeiner dem Inhaber eines der renommiertesten Konditoreibetrieben und Kaffeehausunternehmen in Europa und seit über 100 Jahren Familiengeführt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Volker Gmeiner vom Confiserie und Kaffeehausunternehmen Gmeiner aus Appenweier für die tolle Unterstützung zur Erstellung dieses Berichtes.

Sie wurden in der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ als eines der besten Kaffeehäuser ausgezeichnet und sind einer der renommiertesten Konditoreibetriebe Europas. Ist die Schwarzwälder Kirschtorte immer noch eine Traditionstorte, die auch in keinem ihrer Cafés fehlen darf?

Volker Gmeiner „Bei uns ist die Schwarzwälder nach wie vor eine der meistverkauften Spezialitäten. Gerade bei Besuchern in der Region ist das ein Must-Have“!

In welchen Variationen wird die Schwarzwälder Kirschtorte in ihren Kaffeehäuser angeboten? In traditioneller oder auch einmal in neu interpretierter Form?

Volker Gmeiner: „Wir haben seit über 20 Jahren den Klassiker dahingehend optimiert, dass wir zusätzlich zur weissen Kirschwassersahne eine Mousse au Chocolat kombinieren“.

Wie wichtig ist ihnen in ihrem Familienunternehmen Tradition, Regionalität und Nachhaltigkeit?

Volker Gmeiner: „Alle drei gehören zur typischen Gmeiner-DNA – sowohl beim Entwickeln von neuen Spezialitäten als auch bei der Ausrichtung der Firmenphilosophie“.

Ihr Familienunternehmen steht für klassische Handarbeit, Tagesfrische Herstellung, beste Rohstoffe, keine Konservierungsstoffe und künstliche Aromen. Wird dies in der heutigen Zeit immer schwieriger umzusetzen?

Volker Gmeiner: „Das würde ich nicht sagen – im Gegenteil – man muss es einfach nur machen und die kompromisslose Bereitschaft hierfür mitbringen. Natürlich hat all dies wenig mit industriellen Wettbewerbern zu tun, doch die Kundschaft dankt es uns täglich. Wenn wir wachsen benötigen wir halt mehr Hände – nicht mehr Maschinen“.

Volker Gmeiner: Das ist doch ein recht schwieriges Unterfangen von „den Kunden“ zu sprechen – da hat jeder für sich unterschiedliche Vorlieben, Wünsche und Träume. Wir nehmen diese auf und erfüllen das, was uns auch schmeckt. Wir machen nicht alles und rennen auch nicht kurzlebigen Hypes hinterher. Wenn unsere Kunden zu uns kommen, wissen die recht genau was sie erwartet und werden nicht enttäuscht“.

Mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-How agieren Sie mit ihrem Unternehmen Europa,- Weltweit. Was ist für die Zukunft geplant, gibt es noch Orte, an denen Sie gerne ein Café eröffnen würden?

Volker Gmeiner: „Ach – man soll ja niemals nie sagen, aktuell haben wir keine expansiven Gedanken – aber im Moment weiß man heute ja kaum noch was morgen ist“.

Gmeiner Freiburg

GMEINER - Confiserie & Kaffeehausunternehmen
Oberkirch, Offenburg, Baden-Baden, Freiburg, Stuttgart, Frankfurt, Konstanz
Tokyo (Nihonbashi – Shinjuku – Shibuya – Setakaya – Toshima) Sapporo Fukuoka Funabashi Osaka

Text: Daniela Hieber Quelle: Käflein/ Freiburg Foto:Copyright Jogerst GmbH

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