Tag des Deutschen Bieres
Kulturgut deutsches Bier – eine weltweite Erfolgsgeschichte
Traditionell steht der 23. April in jedem Jahr ganz im Zeichen des Bieres.
Denn am 23. April 1516 wurde in Ingolstadt das Reinheitsgebot für Bier verkündet, es gilt als das älteste Lebensmittelgesetz der Welt. Seitdem gehört in unser Bier nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Bier – eines der ältesten Getränke der Welt. Belege dafür gibt es in den verschiedensten Kulturen und Epochen. Der Legende nach lies ca.4000 v.Chr. ein sumerischer Brotbäcker in Mesopotamien seinen Teig zu lange in der Sonne stehen. Das Resultat war eine klebrige Masse mit berauschender Wirkung, der Vorläufer unseres heutigen Bieres, der sogenannte „Göttertrank". Eine richtige Bierkultur entstand im 2. Jahrtausend vor Christus bei den Babyloniern, denen die Braukunst von den Sumerern übertragen wurde.
Etwa 70 verschiedene Biersorten entstanden aus Gerste, Emmer oder einer Mischung aus beiden Getreidesorten. Es gab dunkles Starkbier, Dünnbier, Sauerbier und Süßbier. Die damaligen Braumeister hatten auch ein Lagerbier im Sortiment, das für den Export nach Ägypten bestimmt war. Die ersten Bierbrauer der Welt sollen im antiken Ägypten Frauen gewesen sein. Dort tranken die Pyramidenbauer anstatt des schmutzigen Nilwassers bis zu 4.Liter Bier am Tag und heiterten sich (verständlicherweise) damit ihre Laune auf.

Es ranken sich viele Geschichten und Legenden, um das Thema Bier. Bis zum heutigen Tag gibt es immer wieder großartige und interessante Geschichten, die das Bier und seinen Inhalt prägten. So glaubten die Wikinger, dass in Walhalla eine riesige Ziege namens „Heitren“ auf sie wartete und aus ihrem Euter Bier getrunken werden kann. Auch bei den Römern und Griechen war Bier schnell beliebt, Germanen und Kelten waren ebenso dem Trinken des köstlichen Lebensmittels rasch zugeneigt. Bei den Germanen fiel das Bierbrauen auch in den Aufgabenbereich der Frauen.
In der Region Kulmbach wurden Bieramphoren aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Sie sind der älteste Nachweis für das Bierbrauen auf deutschem Boden. Noch heute sind in dieser Region viele traditionsreiche Brauereien beheimatet. Die ältesten Bierrezepte der Welt werden auf etwa 3000 v. Chr. zurückdatiert. Die Geschichte des Bieres, so wie wir es heute kennen und schätzen, ist untrennbar mit den klösterlichen Brauereien im Mittelalter verbunden. Besonders die Benediktiner spielten hierbei eine wichtige Rolle. Im frühen Mittelalter wurde besonders in den Klöstern, die Kunst des Bierbrauens weiterentwickelt. Ein Meilenstein auf dem Weg zu haltbarem und geschmacklich gutem Bier war der Einsatz des Heilkrautes Hopfen im Brauprozess.

Die Ordensbrüder legten Hopfengärten an und arbeiteten intensiv daran, ein starkes und nahrhaftes Bier herzustellen. Das war ihnen sehr wichtig um die harten Einschränkungen der Fastenzeit umgehen zu können. Denn eine der Regeln lautete: "Was flüssig ist, bricht kein Fasten. "Eine Legende besagt, dass bierbrauende Mönche eine Kostprobe ihres Spezialbieres über die Alpen zum Pontifex Maximus schickten um zu erfragen, ob sie dieses Getränk auch wirklich zur Fastenzeit zu sich nehmen durften. Die Probe überstand die lange Reise nicht unbeschadet und kam als saures Etwas beim Papst an. Dieser sah in dem zweifelhaften Getränk eher eine Buße als eine Freude und gab seinen Segen. Die Mönche waren über die päpstliche Freigabe sehr erfreut. Aber die Mönche nutzten es nicht nur für ihren eigenen Bedarf: Jeder Reisende bekam am Klostertor als Wegzehrung ein frisch gebrautes Bier zu trinken. Dieser Service war im Mittelalter sehr beliebt, galten die Mönche mit ihrem Wissen doch als besonders begabte Brauer, die sich mit Hingabe der Verbesserung des Brauprozesses widmeten.

Auch im Mittelalter blieb das Getreide der Wahl die Gerste. Das Geschäft mit dem Klosterbier florierte und viele Klöster wurden durch ihre Braukunst berühmt und wohlhabend. Doch bis zum Bier wie wir es heute kennen verging noch einige Zeit. Den Bierrezepten des Mittelalters wurden oft Kräuter wie Wacholder, Enzian, Wermut und Eichenrinde untergemischt. In manchen Bieren fanden sich sogar halluzinogene oder giftige Substanzen wie die Tollkirsche oder Bilsenkraut. Dies war vermutlich auch einer der Gründe für das verfasste Reinheitsgebot. Der Erlass aus dem Jahr 1516 ist längst ein weltweiter Inbegriff für deutsche Bierbrau - Qualität. Auch heute noch ,nach über fünfhundert Jahren ist die älteste Lebensmittelverordnung der Welt aktuell und die deutschen Brauer brauen nach dieser Vorgabe ihr Bier. Es ist eines der beliebtesten alkoholischen Getränken in Deutschland. Innerhalb des Jahres 2020 summierte sich der Pro -Kopf- Verbrauch auf rund 95 Liter.
Deutschland, Land der Dichter und Denker und der Biere. Die riesige Biervielfalt des Landes ist weit über die Grenzen bekannt und verbreitet. Die deutsche Braukultur wird weltweit geschätzt und es hat sich in den letzten Jahren eine neue Bierkultur entwickelt. Die Deutschen lieben ihr Bier und bilden sich auf Bierverkostungen zu Bierconnaisseuren weiter, oder belegen Seminare zum Bier brauen.

Es entsteht ein neuer Kult rund um` s Bier, es ist nicht mehr nur das Pils, nur das Weizen oder nur das Altbier. Deutsches Bier gibt es in den verschiedensten Formen und Geschmäckern, in verschiedensten Stilen. Über das Altbier in Düsseldorf ,das Kölsch in Köln, die unterschiedlichen dunklen Biere in Franken, dem Weißbier in Bayern, einem Craft Beer oder bis zum fast blickdichten Schwarzbier - welches das beste Bier Deutschlands ist muss jeder Bierliebhaber und Bierkenner für sich selbst entscheiden. Die deutsche Bierlandschaft ist riesig groß und sehr abwechslungsreich – Bier ist mehr als ein Getränk, es ist ein Kulturgut. Die deutschen Bierbrauer haben es mit ihrem großen brautechnischem Können und der Leidenschaft zum Bier und ihrem Beruf geschafft aus den im Reinheitsgebot festgeschriebenen natürlichen Zutaten, eine immer weiterwachsende Marken -und Sortenvielfalt zu schaffen.


