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Nachrichten aus Baden bewegt

Warum Wandel bei der Möbelschau bei den Menschen beginnt

Ein Interview mit Werner Gazdek

Der Handel steht unter hohem Veränderungsdruck: Kundenerwartungen wandeln sich, digitale Lösungen gewinnen an Bedeutung und der Fachkräftemangel macht eine starke Unternehmenskultur zur Schlüsselressource.

Werner Gazdek

Möbel-Schau-Norsingen

Auch die Möbelschau steht vor einem wichtigen Entwicklungsschritt und befindet sich in einer spannenden Phase der Neuausrichtung. Mit Werner Gazdek hat ein erfahrener Stratege die Aufgabe übernommen, das Unternehmen sowohl strukturell als auch kulturell auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten. Dabei geht es nicht nur um klassische Umstrukturierung, sondern vor allem um ein ganzheitliches Verständnis von Veränderung, mit einem klaren Blick auf Prozesse, Führung und Zusammenarbeit.

In Zeiten eines sich wandelnden Marktes, veränderter Kundenbedürfnisse und steigender Anforderungen an Organisation und Digitalisierung ist dieser Schritt ein klares Signal: Die Möbelschau stellt sich aktiv und zukunftsorientiert auf, intern wie extern.

Werner Gazdek bringt langjährige Erfahrung im Handel mit, gepaart mit einem klaren Blick für Effizienz, Kundenorientierung und moderne Unternehmensführung. Seine Aufgabe: Bestehende Prozesse analysieren, Potenziale heben, neue Strukturen schaffen und dabei Mitarbeitende ebenso mitnehmen wie Kundinnen und Kunden. Der Fokus liegt dabei nicht auf Aktionismus, sondern auf nachhaltiger Weiterentwicklung. Er sieht in diesen Herausforderungen nicht nur Risiken, sondern gezielte Chancen für Weiterentwicklung. Sein Ziel ist es, die Möbelschau zukunftsfähig aufzustellen, mit klaren Konzepten, moderner Ausrichtung und einem offenen Blick für Kundenbedürfnisse wie auch Mitarbeitermotivation. Denn Veränderung sollte nicht als punktuelle Maßnahme verstanden werden, sondern als strategischer Prozess, der ganzheitlich im Unternehmen verankert wird. Im Zentrum seiner Arbeit steht daher nicht nur die Optimierung von Strukturen, sondern auch der Dialog mit den Mitarbeitenden. Denn nur wenn Veränderung verstanden, mitgetragen und sinnvoll gestaltet wird, kann sie langfristig wirken.

Mit einem klaren strategischen Kurs, einem offenen Blick für Veränderung und dem Bewusstsein für die Bedeutung einer starken Unternehmenskultur setzt Werner Gazdek gezielte Impulse für eine Möbelschau, die sich ihrer Wurzeln bewusst ist und gleichzeitig bereit für die Zukunft bleibt. Er steht bei der Möbelschau vor der Aufgabe, neue Strukturen zu etablieren und gleichzeitig ein Bewusstsein für gemeinsame Entwicklung zu schaffen

Im Interview mit Region im Blick erklärt er, wie er Veränderung im Unternehmen verankern will, welche Rolle die Mitarbeitenden dabei spielen und was ihn an dieser Aufgabe besonders reizt.

Region im Blick: Könnten Sie uns etwas über Ihren beruflichen Werdegang erzählen und wie Sie zur MÖBELSCHAU gekommen sind?

Werner Gazdek: Ich habe in den letzten Jahren verschiedene Stationen im Handels- und Dienstleistungsumfeld durchlaufen, mit Fokus auf strategische Unternehmensführung, Restrukturierung und Prozessoptimierung. Der Weg zur Möbel-Schau Norsingen führte über meine Begeisterung für unternehmerisches Denken und meine Leidenschaft, Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Als sich die Gelegenheit bot, meine Erfahrungen mit der traditionsreichen, aber gleichzeitig zukunftsorientierten MÖBELSCHAU zu verbinden, war die Entscheidung schnell klar.

Region im Blick: Was hat Sie gereizt, die Position des Geschäftsführers bei der Möbel-Schau Norsingen zu übernehmen?

Werner Gazdek: Die MÖBELSCHAU ist ein Unternehmen mit Geschichte, starker regionaler Verankerung und viel Potenzial. Mich hat vor allem gereizt, genau hier neue Impulse zu setzen, strategisch weiterzudenken und gemeinsam mit meinem engagierten Team etwas zu bewegen – mit Blick auf Marktveränderungen, auf neue Kundenbedürfnisse einzugehen und die Neuausrichtung im Rahmen der Digitalisierung voranzutreiben.

Region im Blick: Sie haben Verantwortung für neue Strukturen und strategische Weichenstellungen. Wie definieren Sie Ihre Rolle in diesem Transformationsprozess?

Werner Gazdek: Ich verstehe mich als Impulsgeber, Motivator und Gestalter. Veränderung funktioniert nicht per Ansage, sondern durch gemeinsames Verständnis und klare Perspektiven. Mein Ziel ist es, die nötigen Strukturen zu schaffen, die Organisation zu entlasten und gleichzeitig Raum für Eigenverantwortung, Kreativität und Entwicklung zu geben.

Region im Blick: Neue Strukturen und Strategien, wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Werner Gazdek: Der größte Handlungsbedarf liegt in der Verzahnung von Prozessen, dem klaren Fokus auf Kundenorientierung und einer stärkeren Daten- und Steuerungsbasis. Auch Themen wie Digitalisierung, interne Kommunikation und der Ausbau klarer Verantwortlichkeiten stehen oben auf der Agenda.

Region im Blick: Sie bringen frischen Wind mit, was bedeutet das konkret bei der Möbelschau? Wo sagen Sie: „Hier packen wir jetzt konkret an“?

Werner Gazdek: „Frischer Wind“ bedeutet, Bestehendes zu hinterfragen – respektvoll, aber mit dem klaren Ziel, besser zu werden. Wir schauen aktuell sehr konkret auf Themen wie Kundenbedürfnisse den sogenannten Wohlfühlraum zu schaffen, attraktive und moderne Sortimente, Flächensteuerung und natürlich auf interne Prozesse. Es geht darum, die Dinge wieder stärker vom Kunden aus zu denken und dabei effizienter und strukturierter zu agieren.

Region im Blick: Was sind für Sie die größten Hebel, um die Möbel-Schau zukunftsfit aufzustellen?

Werner Gazdek: Die größten Hebel sind eine klare Strategie, exzellente Teamarbeit und konsequente Umsetzung. Dazu gehören digitale Prozesse, ein modernes geschärftes Sortiment, eine starke Marke und vor allem: Menschen, die den Wandel mitgestalten wollen. 

Region im Blick: Welche neuen Denkansätze bringen Sie ein?

Werner Gazdek: Ich bringe eine analytische Herangehensweise mit, kombiniere diese aber mit pragmatischer Umsetzung. Dabei setze ich stark auf Transparenz, Eigenverantwortung und ein neues Rollenverständnis in der Organisation. Entscheidungen sollen datenbasiert und nachvollziehbar sein und dennoch menschlich bleiben. 

Region im Blick: Strukturveränderungen klingen oft nüchtern. Wie sorgen Sie dafür, dass diese auch im Alltag spürbar besser werden?

Werner Gazdek: Indem wir greifbare Mehrwerte schaffen: weniger Reibungsverluste, klarere Zuständigkeiten, bessere Zusammenarbeit. Strukturveränderungen dürfen kein Selbstzweck sein, sie müssen den Arbeitsalltag verbessern. Deshalb legen wir großen Wert auf Kommunikation, Schulung und begleitende Maßnahmen. 

Region im Blick: Wie binden Sie Ihre Teams aktiv in diesen Prozess ein?

Werner Gazdek: Durch frühzeitige Einbindung, offene Kommunikation und regelmäßige Rückkopplung. Mir ist wichtig, dass sich jede*r als Teil des Ganzen versteht. Veränderung gelingt nur, wenn alle die Richtung verstehen und ihre Rolle darin erkennen, dafür schaffen wir gerade die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Werner Gazdek

Möbel-Schau-Norsingen

Region im Blick: Was sind für Sie gute Führung und gute Kommunikation?

Werner Gazdek: Gute Führung bedeutet für mich: Orientierung geben, Vertrauen schenken und Menschen befähigen. Gute Kommunikation ist klar, offen und ehrlich auch in schwierigen Situationen. Ich glaube an das Prinzip „Führung auf Augenhöhe“ mit klaren Erwartungen und gegenseitigem Respekt. 

Region im Blick: Veränderungen treffen oft auf gewachsene Strukturen. Wie gehen Sie mit Widerständen um?

Werner Gazdek: Widerstände sind normal und oft sogar hilfreich. Sie zeigen, wo es noch Gesprächsbedarf gibt. Ich nehme sie ernst, suche das Gespräch und versuche, Bedenken in konstruktive Lösungsansätze zu überführen. Wichtig ist, Perspektiven zu verstehen und nachvollziehbar zu erklären, warum Veränderung nötig ist. 

Region im Blick: Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur in Ihrer Strategie?

Werner Gazdek: Eine zentrale Kultur, also eine DNA ist das, was Veränderung überhaupt möglich macht oder eben verhindert. Deshalb arbeiten wir gezielt daran, eine Kultur des Miteinanders, der Offenheit und der Lösungsorientierung zu stärken. Leistung und Menschlichkeit dürfen sich nicht ausschließen. 

Region im Blick: Wie wichtig ist Ihnen eine gute Atmosphäre im Unternehmen und was tun Sie konkret dafür?

Werner Gazdek: Sehr wichtig. Eine gute Atmosphäre schafft Bindung, Motivation und Identifikation. Ich fördere direkte Kommunikation, kurze Wege, Feedbackkultur und gemeinsame Erfolge. Wertschätzung zeigt sich nicht nur in großen Maßnahmen, oft sind es gerade die kleinen Gesten, die nachhaltig wirken. 

Region im Blick: Welche Prioritäten setzen Sie kurzfristig, mittelfristig und langfristig?

  1. Kurzfristig geht es darum, näher an den Kunden heranzurücken, ein spürbares Wohlbefinden im Haus zu schaffen und gleichzeitig Transparenz, Struktur und Stabilität in unseren Abläufen sicherzustellen.
  2. Mittelfristig liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung unserer Führungskultur, dem gezielten Ausbau unserer Markenidentität sowie dem Aufbau robuster digitaler Grundlagen.
  3. Langfristig streben wir die Positionierung der Möbel-Schau als modernes Möbelhaus an, mit einem starken, stationären Wohlfühl-Erlebnis und einer intelligent verzahnten Omnichannel-Strategie.

Region im Blick: Wie möchten Sie die Motivation und Identifikation Ihrer Mitarbeitenden fördern?

Werner Gazdek: Durch klare Kommunikation, sichtbare Wertschätzung und Beteiligung. Menschen wollen Teil von etwas Sinnvollem sein, wir müssen ihnen den Rahmen dafür geben. Ich möchte erreichen, dass jede*r versteht: „Ich kann hier etwas bewegen.

Region im Blick: Gibt es neue Konzepte, z. B. im Verkauf, Kundenservice oder Marketing, die Sie etablieren möchten?

Werner Gazdek: Ja, wir arbeiten aktuell an einem neuen Flächen- und Servicekonzept, in dem Beratung, Inszenierung und Kundenerlebnis noch stärker zusammenspielen. Auch im Marketing setzen wir zunehmend auf zielgruppenspezifische Ansprache und regionale Stärke. 

Region im Blick: Was gehört für Sie heute zu einem modernen Möbelhaus, wenn es um Prozesse und Kundenerlebnis geht?

Werner Gazdek: Ein durchgängiges, hochwertiges Kundenerlebnis – online wie offline. Dazu gehören hochgradig motivierte und geschulte Mitarbeiter*innen, digitale Unterstützungstools, inspirierende Ausstellungskonzepte und ein Serviceverständnis, das über den Verkauf hinausgeht. 

Region im Blick: Was wollen Kundinnen und Kunden heute und wie wollen Sie darauf reagieren?

Werner Gazdek: Kunden suchen Orientierung, Vertrauen, Erlebnis und Verlässlichkeit. Sie wollen sich verstanden fühlen. Wir setzen deshalb auf individuelle Beratung, starke Marken, digitale Unterstützung und eine Einkaufsatmosphäre, sowie ein Wohlfühlerlebnis, das inspiriert.

Region im Blick: Gibt es Pläne für neue Serviceideen, Verkaufsformate oder Events?

Werner Gazdek: Ja – von saisonalen Aktionswochen über Themenflächen bis hin zu Beratungs und Veranstaltungsformaten außerhalb klassischer Öffnungszeiten. Auch Online-Services und hybride Verkaufskonzepte sind Teil der Überlegungen. 

Region im Blick: Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Möbelhandel und wie begegnen Sie diesen?

Werner Gazdek: Die größte Herausforderung ist, relevant zu bleiben, angesichts veränderter Konsumgewohnheiten, Online-Wettbewerb und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Wir begegnen dem mit Fokussierung, Qualität, Kundennähe und klarer Differenzierung.

 Region im Blick: Wie sehen Sie die Zukunft des stationären Handels im Vergleich zum Online-Handel?

Werner Gazdek: Ich glaube fest an den stationären Handel, aber nur, wenn er sich weiterentwickelt. Es geht nicht um „entweder-oder“, sondern um ein starkes Zusammenspiel beider Welten. Der stationäre Handel punktet mit persönlichem Kontakt, Vertrauen und einem besonderen Wohlfühl- Erlebnis.

Region im Blick: Welche Vision haben Sie für die Zukunft der Möbel-Schau Norsingen?

Werner Gazdek: Die MÖBELSCHAU Norsingen/ Ehrenkirchen und Offenburg als modernes, inspirierendes Einrichtungshaus, das regionale Stärke mit innovativen Konzepten verbindet, als verlässlicher Partner für Kunden, Mitarbeitende und Hersteller gleichermaßen. 

Werner Gazdek

Möbel-Schau-Norsingen

Region im Blick: Welche Trends im Möbelmarkt beobachten Sie derzeit und wie reagiert die Möbel-Schau darauf?

Werner Gazdek: Individualisierung, Nachhaltigkeit, Multichannel und ein wachsender Wunsch nach ganzheitlichem Wohngefühl. Wir reagieren mit flexiblen Sortimenten, gezielter Markenführung und neuen Serviceformaten.

Region im Blick: Was macht die MÖBELSCHAU einzigartig im Vergleich zu anderen Möbelhäusern?

Werner Gazdek: Unsere Verwurzelung in der Region, unser persönlicher Anspruch an Beratung und unser Wille, Neues zu denken, ohne unsere Wurzeln zu vergessen. Wir sind groß genug, um zu gestalten, aber nah genug, um individuell zu bleiben. 

Region im Blick: Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden die bestmögliche Beratung und Betreuung erhalten?

Werner Gazdek: Durch kontinuierliche Schulungen, enge Teamabstimmung und klare Qualitätsstandards. Wir investieren in unsere Mitarbeitenden, denn sie sind der Schlüssel zu einem herausragenden Kundenerlebnis. 

Region im Blick: Was motiviert Sie persönlich in Ihrer täglichen Arbeit?

Werner Gazdek: Menschen zu entwickeln, Potenziale zu heben und gemeinsam zu gestalten. Ich bin überzeugt: Gute Führung kann etwas bewegen – für Unternehmen und für jeden Einzelnen.

Region im Blick: Welche Werte sind Ihnen in Ihrer Führungsrolle besonders wichtig?

Werner Gazdek: Vertrauen, Verlässlichkeit, Transparenz und Respekt. Nur auf dieser Basis lässt sich eine Kultur schaffen, in der Menschen gerne arbeiten und Leistung mit Freude verbinden.

Text: Daniela Hiebel

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