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Nachrichten aus Sport aus der Region - Region im Blick

Talentförderung neu gedacht:

U14-Talentteams fördern den lokalen Nachwuchs und stärken Zusammenarbeit vor Ort

Die Kugel so weit stoßen wie Yemisi Ogunleye oder so weit springen wie Malaika Mihambo. Das ist der Traum vieler Nachwuchstalente in den Vereinen der Leichtathletik Baden-Württemberg. Um den Weg dorthin zu ebnen, hat die Leichtathletik Baden-Württemberg (LABW) nun mit den U14-Talentteams ein neues Projekt auf den Weg gebracht, das an verschiedenen Pilotstandorten im ganzen Bundesland umgesetzt wird.

U14-Talentteam Region Freiburg

Oliver Klott

Am Samstag, den 08.11 hat dazu im Rahmen des Trainings des U14-Talentteams der Vertreter des Badischen Leichtathletik-Verbands Harald Schaich (Mitglied des BLV-Ausschusses Nachwuchsleistungssport und Sportwart BLV-Kreis Region Freiburg) der örtlichen U14- Teamleiterin Gabriele Engelhardt das Label „U14-Talentteam Leichtathletik Baden-Württemberg“ überreicht. Während die möglichen Medaillengewinnerinnen und -gewinner von morgen trainieren, schmückt nun ein großes Banner die Trainingsstätte des U14-Talentteams des BLVKreises Region Freiburg. Wer sich mit leistungssportlichen Karrieren beschäftigt weiß, dass es gerade im Übergang vom Kindesalter zum Teenie auf Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und Freunde, die den Traum vom großen sportlichen Erfolg teilen, ankommt. Wenn das Training dann noch von engagierten Trainerinnen und Trainern geleitet wird, können aus diesen Talenten die Medaillengewinner von morgen werden.

Bei bestem Herbstwetter trainieren die U14-Talente des Kreises Region Freiburg auf dem neuen Multifunktionsplatz des Sportzentrums der Universität Freiburg mit großer Begeisterung ihre Schnelligkeit mit rasanten Staffelspielen und ihre Sprungkoordination mit rhythmischen Absprüngen in die Sandgrube.

„Es ist wirklich sehr schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die vielen U14-Talente aus der Region Freiburg hier trainieren und wie engagiert das Team um Gabriele Engelhardt das Training organisiert und begleitet – mit dieser wichtigen Nachwuchsarbeit wird die Leichtathletik in Freiburg, aber vor allem auch die persönliche und sportliche Entwicklung der Kinder nachhaltig gefördert,“ erläutert BLV-Vertreter Harald Schaich, der das U14-Talentteam in Freiburg im Jahr 2022 als Pilotstandort aufgebaut hat und aktuell auch den U16-Talentstützpunkt der Region Freiburg leitet. „Ein großer Dank geht dabei auch an die Universität Freiburg“, so Schaich, „die uns hier mit dem Uni Stadion, dem Multifunktionsplatz und der kleinen Leichtathletikhalle optimale Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.“

Vereinsübergreifendes Förderkonzept trägt demografischem Wandel Rechnung Gerade im Übergang von der Kinderleichtathletik in die U14 (12- und 13-jährige) muss die Leichtathletik, wie auch andere Sportarten, sich gegen die Verlockungen von Smartphone & Co durchsetzen. Wenn es dann im Training an Gleichgesinnten fehlt, ist der Abschied vom Vereinssport oft vorprogrammiert. Deshalb führt die Leichtathletik Baden-Württemberg gGmbH (LABW) in enger Zusammenarbeit mit dem Badischen und Württembergischen Leichtathletik (BLV und WLV) nun dieses innovative Projekt ein. In U14-Talentteams werden regionalnah Talente aus verschiedenen Vereinen zusammengefasst und durch ein zusätzliches Trainingsangebot, das in der Regel samstags stattfindet, gefördert. Der Clou dabei: Nicht nur die Athletinnen und Athleten profitieren in ihrer Leistungsentwicklung und schließen vereinsübergreifende Freundschaften mit anderen Athletinnen und Athleten, sondern auch die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer, die sich in diesem Fall unabhängig vom Heimatverein mit ihren Kenntnissen in Spezialdisziplinen einbringen, schöpfen einen Mehrwert. Neben fachlichem Austausch entstehen neue Netzwerke. Lernen sich Trainerinnen und Trainer sowie Athletinnen und Athleten vereinsübergreifend kennen, kann man sich im Training und beim Coaching auf Wettkämpfen gegenseitig entlasten und unterstützen.

Landes- und Verbandstrainer bringen ihr Knowhow ein

Erprobt wurde das Konzept bereits seit rund drei Jahren erfolgreich im Verbandsgebiet des BLV – einer der ersten Standorte war hier seit dem Jahr 2022 der U14-Talenstützpunkt in der Region Freiburg. Die positiven Rückmeldungen und Leistungsentwicklungen haben die Verantwortlichen nun dazu bewogen, das Projekt deutlich auszuweiten. „Wir ergänzen damit die bewährten und erfolgreichen Maßnahmen der LABW zur Förderung des Leichtathletiknachwuchses im Land. Schließlich wollen wir gezielt und strukturiert die Nachfolge unser jetzigen Weltklasseathleten, wie Yemisi Ogunleye, Leo Neugebauer oder Sandrina Sprengel, sichern.“, sagt Dieter Schneider, Präsident WLV und vorsitzender Gesellschafter der LABW. Das Projekt der U14-Talentteams wird dabei professionell durch hauptamtliche Mitarbeiter der LABW koordiniert und begleitet. U14-Talentteams werden im Herbst 2025 in den Regionen Mosbach/Sinsheim, Offenburg/Wolfach, Freiburg, Oberrhein, Hegau-Bodensee, Rhein-Neckar, Ostalb, Villingen/Rottweil und Rems-Murr an den Start gehen. Die Standorte Offenburg/Wolfach, Freiburg, Oberrhein und Hegau-Bodensee gehören dabei zu denen, die bereits im Rahmen der Probephase im badischen Teil aktiv waren und das Konzepts nun unter dem Titel U14- Talentteams fortführen. Für die Finanzierung der Trainingsmaßnahmen stellen die LABW bzw. der Badische und der Württembergische Leichtathletik-Verband Mittel bereit. In regelmäßigen Abständen wird das Training durch Landes- oder Verbandstrainer aus dem Nachwuchsbereich unterstützt und zur dezentralen Fortbildung der Vereinstrainer genutzt. Verantwortlich für das Gesamtprojekt ist der Leiter Nachwuchsleistungssport in der Leichtathletik Baden-Württemberg, Christian Hummel.

Leichtathletik-Baden Württemberg: Garant internationaler Erfolge

Seit vielen Jahren ist die Leichtathletik Baden-Württemberg ein Garant für internationale Erfolge deutscher Athletinnen und Athleten. „Mit den U14-Talentteams gehen wir den nächsten Schritt und steigern die Trainingsqualität für die talentierten 12- und 13-Jährigen, sodass wir ihnen eine optimale und altersgerechte Entwicklungsperspektive bieten können“, so Hummel. Und auch BLV-Präsident Michael Schlicksupp sieht im Konzept einen wichtigen Baustein für die Sicherung künftiger Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene: „Wir schließen damit die Lücke von der Kinderleichtathletik bis zur ersten Kaderstufe der Leichtathletik“.

Text/Bilder. Tobias Oberwittler

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