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Nachrichten aus Sport aus der Region - Region im Blick

Saisonauftakt in der 2. Bundesliga Frauen Süd: Teams erwarten offenes Rennen um die Meisterschaft

Die 2. Bundesliga Frauen Süd startet am kommenden Wochenende mit spannenden Derbys und jeder Menge Veränderungen in die neue Spielzeit.

Aufsteiger AllgäuStrom Volleys Sonthofen tritt mit großer Motivation und professionalisierten Strukturen in der 2. Liga an.

Dominik Berchtold

Mutige Umbrüche, Nachwuchsförderung und Teamgeist prägen das Bild bei den Clubs. Wenn am Samstag, dem 20. September der erste Ball über das Netz fliegt, ist die Frage nach den Titelfavoriten deswegen so offen wie nie.  

Die 2. Bundesliga Süd der Frauen steht in den Startlöchern und schon der erste Spieltag verspricht Derby-Stimmung, Traditionsduelle und den frischen Wind der Aufsteiger. Am Samstag eröffnet TV SUSPA Altdorf gegen den TSV Unterhaching die Saison, bevor die proWIN Volleys TV Holz und der VC Offenburg in den Spieltag einsteigen und der SV Karlsruhe-Beiertheim im „Rhein-Derby“ gegen VC Wiesbaden II antritt. Am Sonntag empfängt der TSV TB München-Ost den SSC Freisen, ehe die TG Bad Soden und der SV Lohhof sowie der Sparda BSP Stuttgart und erneut Wiesbaden den ersten Spieltag komplettieren.

Vorjahres-Meister TV Planegg-Krailling ist ebenso wie der TV 05 Waldgirmes und die Neuseenland-Volleys Markkleeberg in die Sparda 2. Liga Pro aufgestiegen. Ein neuer Titelträger wird also gesucht. Neu dabei sind neben dem SSC Freisen auch die Aufsteiger VC Offenburg und die AllgäuStrom Volleys Sonthofen.

Für die richtige Würze sorgt dabei schon das Selbstverständnis der Teams: „Schnell – dynamisch – spektakulär. Unser Motto: Crushing balls, breaking fingers, verspricht zum Beispiel Unterhachings Trainer Tobias Adamek augenzwinkernd. Wenn dieses Versprechen hält, dürfen sich die Zuschauer auf einen Auftakt voller Energie und Überraschungen freuen.

Beim Sparda BSP Stuttgart stehen optimale Bedingungen für die Talententwicklung im Vordergrund.

Tom Bloch

Nachwuchsförderung als Herzstück

Viele Vereine betonen vor Saisonbeginn, wie wichtig ihnen die Entwicklung junger Talente ist. Sascha Böhm, Abteilungsleiter Volleyball beim DJK SB München-Ost, macht deutlich: „Die Nachwuchsförderung spielt eine zentrale Rolle in unserem Verein. Wir haben eigene Jugendteams und bauen ab dieser Saison unsere Jugendarbeit aktiv aus. Eine starke Nachwuchsarbeit ist einfach die Grundlage für unseren langfristigen Erfolg.“ Auch Adamek setzt bewusst auf Eigengewächse: „Wir haben mittlerweile zwei Spielerinnen komplett aus der eigenen Jugend in unser Zweiliga-Team integriert und eine weitere, erst 16-Jährige. Unser Ziel ist es, immer wieder junge Spielerinnen Bundesligaluft schnuppern zu lassen.“

Die proWIN Volleys TV Holz verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Die sportliche Leiterin Denise Heilmann erklärt: „Wir haben weiterhin eines der jüngsten Teams der zweiten Liga und konnten im Unterbau weiter an Talenten arbeiten, die wir bereits ins Training eingebunden haben.“ Auch Bad Soden setzt auf die Jugend, wie Spielerin Pamela Blazek berichtet: „Wir haben sieben Neuzugänge, die Jüngste ist erst 16. Außerdem konnten wir eine Spielerin aus unserer zweiten Mannschaft hochziehen. Während der Saison wollen wir immer wieder jungen Spielerinnen die Möglichkeit geben, Erfahrungen zu sammeln.“

Beim Bundesstützpunkt in Stuttgart nimmt die Nachwuchsarbeit bereits per Definition die zentrale Rolle ein. Trainerin Saskia van Hintum betont: „Unser Anspruch ist es, den jungen Spielerinnen die bestmöglichen Rahmenbedingungen und Chancen zu bieten, damit sie sich sportlich wie persönlich optimal weiterentwickeln können.“

Der TSV TB München will auch mit einem neuen Trainerteam und verändertem Kader in der Saison 2025/26 jubeln können.

Jessica Weber

Ein breites Mittelfeld erwartet

Fast alle Vereine sehen sich in dieser Saison im Umbruch, die Ziele sind daher eher zurückhaltend gesteckt. In München-Ost formuliert Sascha Böhm zumindest Ambitionen: „Unser realistisches Ziel ist ein sicherer Mittelfeldplatz, insgeheim peilen wir aber eine Top-5-Platzierung an.“ In Unterhaching gibt man sich eher bescheiden. Adamek: „Wir wollen vor allem mit mutigem und spektakulärem Volleyball beeindrucken. Ein gesichertes Mittelfeld wäre ein großer Erfolg.“ Und Bad Soden will vor allem besser als zuletzt in die Spielzeit starten. „Wir wollen eine Negativserie wie letztes Jahr vermeiden und hoffen, uns im oberen Mittelfeld platzieren zu können“, so Universalspielerin Blazek.

In Sonthofen steht die Etablierung im Fokus. Trainer Harmanci hält fest: „Wir wollen im Mittelfeld mitspielen und uns als fester Bestandteil der 2. Bundesliga etablieren. Die Spiele in der heimischen Allgäu Sporthalle sollen zu sportlichen Events werden.“ Für Stuttgart liegt der Schwerpunkt auf individueller Entwicklung. Saskia van Hintum macht deutlich: „Unser primäres Ziel ist es, den Spielerinnen die Möglichkeit zu geben, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Fabian Gumpp, Trainer beim SV Lohhof, formuliert das Ziel noch offener: „Wir wollen unsere Ziele klar im Blick behalten, aber dabei nicht vergessen, mit Herz, Leidenschaft und Freude aufs Spielfeld zu gehen. Denn nur, wenn der Spaß nicht zu kurz kommt, können wir wirklich über uns hinauswachsen.“ Letztlich, so Gumpp, sei es „die Kunst, nicht nur Ziele zu erreichen, sondern immer weiterzumachen!“ 

Die Mannschaft der TG Bad Soden strebt einen besseren Saisonstart als im Vorjahr und einen Platz im oberen Mittelfeld an.

Detlef Gottwald

Teamgeist in vielen Facetten: Mit Flechtfrisuren zum Erfolg?

Neben sportlichen Ambitionen ist der Teamgeist in vielen Vereinen ein entscheidender Faktor. Altdorf-Trainerin Christy Swagerty fasst den Verein mit drei Schlüsselworten zusammen: „Queendom: wir sind ein Verein nur für Frauen-Volleyball. Spaß: nur mit Spaß kann man auch gewinnen und sich weiterentwickeln. Fürsorge: Wir sind füreinander da und helfen uns gegenseitig.“ Offenburg setzt auf Kreativität. Felix Frühn beschreibt: „Wir sind jung, kreativ und entwicklungsfreudig – wir wollen in jedem Training besser werden.“ Und Nele Sambale, Kapitänin beim TSV TB München, beschreibt den Teamgeist mit „Jung, leidenschaftlich und hyped. Unser neu formiertes Team steckt voller Leidenschaft und Energie. Mit frischem Elan, viel Trainingsfleiß und jeder Menge Motivation pushen wir uns gegenseitig.“

Von besonderen Traditionen weiß Sonthofen zu berichten. Teammanagerin Vanessa Müller erzählt: „Vor den Spielen flechten sich einige Spielerinnen kunstvolle Frisuren, alle mit dem gleichen Haargummi. Außerdem stoßen wir nach dem Freitagstraining immer gemeinsam an, was letztes Jahr wohl zum Aufstieg beigetragen hat.“

Dem Team des SV Lohhof werden gute Chance auf den Meistertitel zugeschrieben.

Patrick Schrepf

Mehrere Favoriten auf den Meistertitel

Die Einschätzungen zum Meisterschaftsrennen gehen auseinander, doch mehrere Namen fallen immer wieder – einer davon ist der VC Wiesbaden II. Johannes Koch, Leiter des Bundesstützpunkts Stuttgart, meint: „Nach der starken Vorsaison gehe ich davon aus, dass Wiesbaden II ein ernstzunehmender Kandidat ist.“ Auch München-Ost-Teammanager Matthias Lutz ist überzeugt: „Für mich sind Wiesbaden II und Lohhof die klaren Favoriten.“ Ähnlich sieht es Offenburgs Felix Frühn: „Wiesbaden II hat schon in der vergangenen Saison eine gute Rolle gespielt. Und auch den SSC Freisen, der aus der Sparda 2. Liga Pro kommt, darf man nicht unterschätzen.“ Die Gedanken von Lohhofs Teammanagerin Martina Banse gehen in eine ähnliche Richtung: „Ganz schwierige Frage. Wiesbaden und Altdorf haben im Vorjahr schon vorne mitgemischt. Beide Teams konnten den Kader stabil halten und haben sich punktuell noch verstärkt.“

Unterhachings Adamek wagt eine andere Prognose: „Für mich zählen Altdorf, Lohhof und Wiesbaden zu den Top-Teams der Liga. Wenn ich mich festlegen muss, dann auf Altdorf.“
Für Bad Soden liegt die Favoritenrolle ebenfalls bei den Etablierten. Pamela Blazek meint: „Lohhof und Altdorf haben stabile Strukturen und starke, erfahrene Spielerinnen.“

Die proWIN Volleys TV Holz freuen sich auf das Derby mit dem SSC Freisen.

Georg Kunz

Mit Vorfreude und Snackbox in die neue Saison

Vielerorts herrscht vor allem eines: Vorfreude auf die neue Saison. „Wir freuen uns auf die Derbys. Daraus kann eine Spielerin mental enorm viel lernen. Gerade hier im Saarland ist es schön, dass auch der SSC Freisen wieder dabei ist“, sagt Denise Heilmann aus Holz, während sich Unterhachings Coach Adamek vor allem auf den TV Altdorf freut: „Ich finde es sehr beeindruckend, was Christy Swagerty die letzten Jahre in Altdorf aufgebaut hat. An sich schätze ich sie sowohl sportlich als auch menschlich sehr.“

Druck verspüren nur wenige. „So wie ich das Team kennengelernt habe, gehe ich davon aus, dass wir Drucksituationen gemeinsam lösen. Mit guter Laune und einer hervorragend ausgestatteten Snackbox“, verrät Altdorfs Co-Trainer Thomas Kotlar. Offenburgs Kommunikationschef Frühn ergänzt: „Gegen Bessere zu spielen, ist eine Chance, besser zu werden und viel zu lernen. We play for the love of the game: deshalb lieben wir Derbys mit vollen Hallen und den außergewöhnlichen Support von den Rängen.“

Die 2. Bundesliga Süd der Frauen verspricht in dieser Saison eine spannende Mischung aus etablierten Standorten, neuen Strukturen und ambitionierten Neulingen. Der erste Spieltag mit gleich mehreren Topduellen wird zeigen, welche Mannschaften frühzeitig ein Ausrufezeichen setzen können und ob die Favoritenrolle von Wiesbaden, Lohhof und Altdorf gleich zu Beginn bestätigt wird.

Alle Spiele der 2. Bundesliga Frauen Süd gibt es live und kostenfrei auf YouTube bei: Dyn Volleyball

Text/Bild: Volleyball Bundesliga GmbH

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