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Deutschlands Para Judo-Nationalmannschaft freut sich auf ein echtes Heimspiel: Vom 14. bis 16. August 2026 finden im baden-württembergischen Heidelberg die Para Judo-Europameisterschaften statt. Erwartet werden über 120 Athlet*innen aus rund 20 Nationen. Bundestrainerin Carmen Bruckmann hofft auf deutsche Medaillen und ein starkes Nachwuchsteam.
Neben der Para Dressursport-WM in Aachen (19. bis 23. August) steigt wenige Tage zuvor ein weiteres Highlight des Para Sports in Deutschland: die Para Judo-EM in Heidelberg. Dass dies ein hervorragender Austragungsort für spannende Kämpfe auf hohem Niveau ist, steht spätestens seit dem Grand Prix vor zwei Jahren fest, als die Stadt am Neckar ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Qualifikation für die Paralympics in Paris war.
„Das Turnier ist sehr gut angekommen bei unseren ausländischen Gästen und der Para Judo-Familie. Heidelberg bietet perfekte Rahmenbedingungen mit einer tollen Halle und kurzen Wegen. Zudem ist es das Zentrum des Para Judo-Sports in Deutschland. Wir erwarten ein hochklassiges Teilnehmerfeld“, betont die deutsche Bundestrainerin Carmen Bruckmann. Während die Aushängeschilder um Paris-Bronzemedaillengewinner Lennart Sass und Isabell Thal um Medaillen oder gar den Titel mitkämpfen wollen, soll die jüngere Generation beim Heimspiel Erfahrung sammeln. „Wir hoffen, dass wir vor heimischem Publikum viele Talente einbinden und Schritt für Schritt an das internationale Niveau heranführen können. Die Athletinnen und Athleten freuen sich tierisch auf die EM“, sagt Bruckmann.
Lennart Sass: "Freue mich auf ein starkes Event, bei dem ich meinen EM-Titel verteidigen möchte"
Einer, der weiß, wie sich ein Triumph beim Heimspiel anfühlt, ist Lennart Sass. Beim Grand Prix vor zwei Jahren setzte sich der 26-Jährige in seiner Klasse durch und jubelte über den Erfolg in der Stadt, in der der gebürtige Kieler inzwischen wohnt, studiert und trainiert. „Der Grand Prix 2024 war schon ein großes Highlight für mich an meinem Wohn- und Trainingsort. Jetzt freue ich mich auf die EM und ein starkes Event, bei dem ich meinen Titel verteidigen möchte. Ich bin trainingsfleißig, voll motiviert und zum Glück auch unverletzt, daher bin ich zuversichtlich, dass mir die Titelverteidigung zu Hause gelingt“, sagt Lennart Sass, dem im Spätsommer eine intensive und spannende Zeit bevorsteht: Auf die Heim-EM folgt das schriftliche Staatsexamen im Rahmen seines Jura-Studiums, anschließend geht es im Oktober weiter zur WM nach Georgien. Doch erstmal liegt der Fokus auf den Europameisterschaften. Ausgetragen werden die Kämpfe im SNP dome Heidelberg, der 2021 erbaut wurde, barrierefrei ist und über 4000 Zuschauer*innen Platz bietet. Heidelberg besticht durch kurze Wege: Bahnhof, Unterkünfte, Klassifizierungs-, Trainings- und Wettkampfstätten befinden sich im Umkreis von anderthalb Kilometern. Zudem ist dort inzwischen Deutschlands erstes Bundesleistungszentrum im Para Judo beheimatet am Olympiastützpunkt der Metropolregion Rhein-Neckar.
„Der Grand Prix 2024 war die gelungene Generalprobe, die gezeigt hat: Deutschland, Rhein-Neckar und Heidelberg können Para Judo. Die entstandene Begeisterung wollen wir nutzen, um nun professionelle, top-organisierte und stimmungsvolle Europameisterschaften auszurichten. Für uns steht fest: Der Verbund Heidelberg und Mannheim ist ein optimaler Standort für die Entwicklung der Sportart auf nationaler und internationaler Ebene – und Heidelberg ein perfekter EM-Gastgeber“, sagt Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport im Deutschen Behindertensportverband (DBS), und fügt an: „Wir wollen mit der erneuten Ausrichtung eines Highlights dazu beitragen, die Sportart Para Judo in Deutschland auf ein neues Level zu bringen und zudem den Athletinnen und Athleten eine würdige Bühne für beeindruckende Leistungen bieten.“
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