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Neue Saison, neue Herausforderer in der 2. Bundesliga Männer Süd: Wer kann Gotha stoppen?

Die Netze hängen, die Bälle sind aufgepumpt und jetzt zählt wieder das, was am Ende einer Begegnung auf der Anzeigetafel steht. Am 12. September startet die 2. Bundesliga Männer Süd in die Saison 2026/27. Und schon der erste Spieltag verspricht reichlich Spannung:

Leistungsträger Christoph Aßmann zählt mit seinen Blue Volleys Gotha zu den Topfavoriten auf den Titel.

Christian Heilwagen

Die Baden Volleys SSC Karlsruhe II empfangen die Keiler Volleys Stuttgart, die L.E. Volleys treffen auf Titelverteidiger Blue Volleys Gotha, der VC Dresden bekommt es mit dem TSV Grafing zu tun, der SV Schwaig empfängt den TSV Mühldorf und die TuS Kriftel startet gegen die Donau Volleys Regensburg. Am Sonntag komplettiert die Partie zwischen Leipzig und dem ASV Dachau das Auftaktwochenende. 

Nach einer Saison, die mit der Einführung der Playoffs ein neues Kapitel aufgeschlagen hat, sind die Karten neu gemischt. Doch eine Mannschaft trägt die Favoritenrolle auch 2026/27 ganz besonders deutlich: die Blue Volleys Gotha.

Eine Antwort aus (fast) aller Munde: Gotha!

Die Blue Volleys haben in der vergangenen Saison nicht nur die Süd-Meisterschaft knapp vor dem TV Rottenburg gewonnen, sondern sich anschließend auch den ersten alleinigen Zweitliga-Meistertitel gesichert. Der Titelverteidiger geht damit zwangsläufig als Maßstab in die neue Spielzeit.

Für die Konkurrenz ist die Rollenverteilung dabei ziemlich eindeutig. „Gotha hat einfach das beste Gesamtpaket und die Erfahrung, was es braucht, um die Liga zu gewinnen“, lautet die Einschätzung von Axel Roscher, Mannschaftsverantwortlicher der L.E. Volleys. „Gotha ist erneut Favorit aufgrund des Kaders, ihres Umfeldes und der Strukturen“, pflichtet auch Marcus Bohle, Teammanager des TSV Grafing, bei. Und auch bei den Baden Volleys SSC Karlsruhe II fällt die Wahl auf den Titelverteidiger. Für Trainer Joachim Greiner ist Gotha „das beste Team der letzten Saison“ und habe sich sogar noch einmal verstärkt.

Die Favoritenrolle nimmt Gothas Trainer Robert Werner allerdings mit der nötigen Vorsicht an. Das neue Playoff-Format mache es schwieriger, einen eindeutigen Favoriten auszurufen. Zudem seien einige neue Mannschaften hinzugekommen. „Die Karten sind ein Stück weit neu gemischt“, sagt Werner. Gleichzeitig rechnet er damit, dass die Topteams der vergangenen Jahre wieder eine wichtige Rolle spielen werden. „Sehr gespannt bin ich aber auch auf die Aufsteiger. Mömlingen könnte für mich beispielsweise eine der Überraschungen der Saison werden. Dort gibt es einen sehr erfahrenen Trainer und einige Spieler, die bereits viel Erfahrung auf hohem Niveau gesammelt haben“, ergänzt Werner.

Einer der spannendsten Herausforderer könnte Eltmann werden. Die CERATONIA Volleys haben ihren Kader umfassend verändert und mit zahlreichen Neuzugängen individuelles Potenzial hinzugewonnen. Donau Volleys-Zuspieler Jonas Daschke traut Eltmann deshalb einiges zu: „Wenn sie gemeinsam als Team agieren, können sie alle Mannschaften der zweiten Liga schlagen.“ In Dachau beantwortet Teammanager Sven Lehmann die Frage nach dem Favoriten indes selbstbewusst: „Wir. Ganz einfach. Wer es seinem eigenen Team nicht zutraut, kann gleich zuhause bleiben.“ An der Elbe kommt man zu einer ähnlichen Einschätzung. „Saisonfavorit ist ganz klar Titelverteidiger Blue Volleys Gotha. Aber auch Eltmann, Dachau und Grafing werden wieder eine gewichtige Rolle in der Liga spielen“, so VC Dresden-Coach Peter Hesse. In Mühldorf spricht Kapitän Fabian Bartsch ebenfalls dem TSV Grafing „aufgrund der vorhandenen Kaderstärke und Vielseitigkeit“ Chancen auf eine Top-Platzierung zu.

Playoffs: Mehr als nur ein neues Format

Die erste Playoff-Saison hat in der 2. Bundesliga Süd deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem eines ist geblieben: Die Bedeutung jedes einzelnen Spiels ist gestiegen. „Die Einführung der Playoffs in der letzten Saison hat den Run auf die begehrten Plätze enorm vergrößert“, berichtet Eltmanns Teammanager Rudolf Werner. Die Konkurrenzsituation habe sich verschärft, gleichzeitig sei die Attraktivität der Liga enorm gestiegen.

Auch in Gotha fällt das Fazit positiv aus. Trainer Robert Werner sieht in den Playoffs vor allem einen sportlichen Gewinn: „Sie sorgen dafür, dass bis weit in die Saison hinein viel Spannung vorhanden ist, weil zahlreiche Mannschaften um die vier Playoff-Plätze kämpfen. Gleichzeitig sind die Playoffs auch für die Vereine eine große Chance. Wer dort spielt, muss sich noch einmal intensiver mit den Anforderungen und Rahmenbedingungen der 1. Bundesliga auseinandersetzen.“

Damit verändern die Playoffs nicht nur den Saisonendspurt, sondern auch die Zielsetzung vieler Teams. SV Schwaig-Manager Felix Reschke bringt es auf den Punkt: „Es wird nicht mehr ausschließlich darum gehen, aufzusteigen oder den Abstieg zu vermeiden. Ziele wie ‚Wir wollen in die Playoffs‘ oder ‚Wir wollen den Anschluss an die Playoffs halten‘ geben den Mannschaften zusätzliche Zwischenziele.“

Für den SV Schwaig ist der Anschluss an die Playoff-Plätze ein zusätzlicher Anreiz für Bestleistungen.

SV Schwaig

Zwischen Gibbon, Fuchs und Monkey D. Ruffy

So unterschiedlich die sportlichen Ausgangslagen sind, so unterschiedlich sind auch die Persönlichkeiten, die hinter den Mannschaften stehen. Und manchmal lässt sich der Charakter eines Teams eben am besten mit einem Tier oder einer Animefigur beschreiben.

Bei den Donau Volleys Regensburg ist es der Gibbon. Mittelblocker Moritz Engelmann erklärt: „Der Gibbon ist seinem Partner ein Leben lang treu. Das passt zu unserer Mannschaft, weil viele von uns schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger zusammenspielen und sich daraus über die Jahre Freundschaften entwickelt haben.“ Dazu kommt die Verbundenheit mit der eigenen Stadt: Das Team sei „sehr revierbezogen“ und glücklich darüber, so Engelmann, gemeinsam in Regensburg Volleyball spielen zu können.

Bei den Keiler Volleys in Stuttgart tritt man dagegen als ehrgeiziger, bodenständiger Charakter mit einer gesunden Portion Selbstironie auf. Bei den L.E. Volleys steht vor allem eines im Mittelpunkt: Lernbereitschaft. Viele junge Spieler wollen den nächsten Schritt machen und sich in der 2. Bundesliga beweisen. Auch Aufsteiger Mömlingen sieht sich laut Vorstand Björn Schönfeldt als „ambitionierten Neuankömmling“: flexibel, offen, ehrgeizig – und mit einer gewissen chaotischen Note, die für Unberechenbarkeit sorgen soll. Am Bundesstützpunkt in Friedrichshafen ist die Metapher tierisch. Dort ist es laut Bundesstützpunkttrainer Adrian Pfleghar der „junge Fuchs. Jung, motiviert und wissbegierig.“ Genau darum geht es bei den Volley YoungStars: junge Spieler individuell und als Mannschaft weiterzuentwickeln.

In Dresden ist der Teamgeist das Element, das den Charakter der Mannschaft ausmacht. Hesse sieht bei seinen Spielern keine Star-Allüren: „Die Mannschaft ist der Star. In unserem Team gibt es keinen Überflieger. Wie im vergangenen Jahr hoffen wir, über gutes Teamwork zum Erfolg zu kommen.“

Und dann wäre da noch der ASV Dachau. Dort fällt die Wahl auf Monkey D. Ruffy aus „One Piece“: laut, chaotisch, ständig am Blödeln, bis es ernst wird. „Dann steht da einer, der genau weiß, was er will, und keinen Gegner fürchtet. Dazu eine Crew, die zusammenhält, egal was passiert. Passt auf uns wie angegossen“, sagt Dachaus Teammanager Sven Lehmann. Bei all den unterschiedlichen Charakteren gibt es aber auch Rituale, die Mannschaften verbinden. Beim TSV Mühldorf gehört laut Kapitän Fabian Bartsch ein gemeinsames Einstimmen zum festen Ablauf vor dem Spiel: „Bei uns gibt es die Tradition direkt vor jedem Spiel einen kurzen lautstarken Wachmacher-Schrei an der frischen Luft mit dem ganzen Team plus Staff durchzuführen.“ Ein Ritual, das vor allem eines signalisiert: Jetzt geht es los.

Zwischen „Alles kann“ und „Fighting Bayrisch“

Was aber nehmen sich die Mannschaften für die neue Saison vor? Die Antworten fallen so unterschiedlich aus wie die Teams selbst. Bei den Baden Volleys SSC Karlsruhe II gilt gemäß Coach Greiner das Motto: „Alles kann, nichts muss.“ Als zweite Mannschaft könne man befreit aufspielen und den Druck einer ersten Mannschaft etwas von sich fernhalten. Der Spaß soll im Vordergrund stehen und der Rest – so die Hoffnung – komme dann von allein.

In Eltmann ist die Marschroute dagegen maximal klar: Das Team will alles geben, um am Saisonende die bestmögliche Platzierung zu erreichen. Beim TSV Grafing geht es unter dem Label „Fighting Bayrisch“ laut Marcus Bohle um unbedingten Willen, vollen Einsatz, Leidenschaft und Geschlossenheit. Die Philosophie beim TuS Kriftel bringt Teammanager Danny Schleuning mit „Unser Maximum. In jedem Spiel.“ auf den Punkt. Nicht einzelne Ausreißer sollen die Saison in Grafing definieren, sondern Konstanz und tägliche Arbeit.

Die TuS Kriftel will mit täglicher Arbeit möglichst immer das eigene Leistungsmaximum abrufen können.

Gerald Oelze-De Stoppany

In Gotha bleibt man ebenfalls bei den eigenen Grundsätzen. Robert Werner will sich nicht zu früh mit möglichen Titeln beschäftigen. Stattdessen gehe es darum, Woche für Woche konzentriert zu arbeiten, sich im Training weiterzuentwickeln und sich auf jeden Spieltag bestmöglich vorzubereiten. „Wenn uns das über eine gesamte Saison konstant gelingt, ist am Ende vieles möglich.“

Ganz anders klingt es beim SV Schwaig. Dort steht der Begriff „Umbruch“ über der Saison. Das Durchschnittsalter wurde deutlich gesenkt, der Bundesliga-Kader auf zwölf Stammspieler ausgerichtet und um vier Perspektivspieler ergänzt. Diese sammeln Wettkampferfahrung in der 3. Liga und trainieren regelmäßig auf Bundesliga-Niveau. Der Weg zur Bundesliga soll innerhalb des Vereins sichtbar und möglich werden.

Neue Gesichter, neue Strukturen, neue Energie

Überhaupt hat sich bei vielen Vereinen im Sommer einiges bewegt. Mühldorf geht mit acht Abgängen und sieben Neuzugängen in die neue Spielzeit, darunter vier Spieler aus der eigenen Struktur und mehrere Rückkehrer. Mit Iven Ferch kommt zudem ein Spieler aus der 1. Bundesliga zurück. Dazu kommt mit Thomas Gailer ein neuer Cheftrainer. Ähnlich groß fällt der Umbruch in Eltmann aus: Sechs Spieler haben ihre Bundesliga-Karriere beendet oder den Verein verlassen, sieben neue Akteure sind hinzugekommen. Auch das Trainerteam wurde komplett neu aufgestellt.

In Karlsruhe wurde insbesondere die Zuspielposition neu besetzt. Zwei erfahrenere Zuspieler sollen Stabilität bringen. „Zusätzlich sind wir jetzt vier Mittelblocker statt zwei, wie in der letzten Saison. Die Außen oder Dias müssen also nicht Mitte spielen“, so Cheftrainer Greiner. Die L.E. Volleys setzen auf den Überraschungsmoment: „Yannick Siebeck wird neuer Kapitän und die Mannschaft anführen. Das ist für ihn eine neue Rolle, die er sehr gut annimmt. Und mit Julius Weckebrodh haben wir einen Jungnationalspieler als Shootingstar in unseren Reihen. Er wird alle überraschen…“, sagt Teammanager Axel Roscher voraus.

Regensburg hat dagegen seinen Spielerkern weitgehend zusammengehalten. Drei Neuzugänge kompensieren die Abgänge langjähriger Spieler. Gleichzeitig wurde der Verein strukturell auf neue Beine gestellt: neues Coachingteam, neuer Sportvorstand, neue Vorstandsstruktur sowie zusätzliche Verantwortliche für Sponsoring, Spieltage, Physiotherapie und Hallensprecher-Aufgaben. Aus vielen Einzelaufgaben soll so eine klarer organisierte Gesamtstruktur werden: „Jetzt sind viele Rollen klarer verteilt, wobei es auch insgesamt mehr Arbeit geworden ist. Das Wichtigste ist jetzt diese einzelnen Aufgabenbereiche gut zu koordinieren“, sagt Außenangreifer Johannes Klinkert.

Beim Titelverteidiger Gotha ist die Entwicklung weniger von einem personellen Umbruch als von kontinuierlicher Professionalisierung geprägt. Trainer Robert Werner sieht den Verein in den vergangenen Jahren auf mehreren Ebenen gewachsen. Die sportlichen Erfolge sorgen inzwischen auch im Umfeld für Aufbruchsstimmung. Das Interesse an Volleyball in Gotha nehme zu - bei Stadt, Sponsoren und Partnern gleichermaßen.

„Wir haben uns quantitativ, aufgrund der letztjährigen Verletzungsmisere, aber auch qualitativ auf den Angriffspositionen verstärkt“, erklärt Geschäftsführer Marcus Bohle die Situation in Grafing. Dachau wiederum erlebt nach dem Rückzug aus der 1. Bundesliga eine besondere Konstellation: Erfahrene Spieler aus dem Erstligateam und die bisherige zweite Gruppe sind nun zusammengeführt, aus zwei halben Teams wurde für Sven Lehmann eine Mannschaft: „Nach dem Rückzug aus der ersten Liga sind die erfahrenen Dachauer Spieler mit runter und die anderen hochgezogen worden. Jetzt sitzen alle im selben Boot: Erfahrung plus Hunger. Für uns war das kein Bruch, sondern ein Glücksfall.“

Trainer Adrian Pfleghar setzt bei den Volley YoungStars Friedrichshafen auf die Weiterentwicklung von Talenten wie Finn Hofmeester.

Alexander Hoth

Bei den Volley YoungStars Friedrichshafen stehen naturgemäß viele Veränderungen auf dem Feld bevor. „Altersbedingt haben uns neun Spieler in Richtung Bundesliga und 2. Liga verlassen. Mit Anton Müller und Chris Oberglock sind zwei Spieler zum Erstligaprojekt VCO Berlin gegangen. Jetzt haben die nächsten Spieler die Chance, sich in den entstandenen Lücken zu entwickeln“, erklärt Adrian Pfleghar die Situation am Bodensee. Und bei Aufsteiger Mömlingen? Dort ist der Kern der Meistermannschaft geblieben, gleichzeitig wurde der Kader gezielt verstärkt. Christian Sossenheimer übernimmt das Amt des Cheftrainers, während Patrick Götz als Co-Trainer erhalten bleibt. Mit Jason Lieb kehrt ein langjähriger Zweitliga-Zuspieler zu seinem Stammverein zurück, dazu kommen weitere Verstärkungen auf Mittelblock- und Außenposition. Parallel wächst das Umfeld mit: Sponsorensuche und Helfergewinnung laufen erfolgreich, die Vorfreude in der Gemeinde ist groß.

Aus Fehlern lernen, neue Ziele setzen

Was bleibt von der vergangenen Saison? Für die Keiler Volleys Stuttgart vor allem die Erkenntnis, dass Volleyball nicht allein mit Technik und Taktik gewonnen wird. „Wir haben bemerkt wie entscheidend Energie, Präsenz und die eigene Überzeugung sind. Zu oft haben wir uns von schwierigen Phasen, der gegnerischen Stimmung oder Rückständen beeinflussen lassen, anstatt selbst das Spiel emotional mitzugestalten“, sagt Teammanagerin Samira Baâroun. Genau dort will die Mannschaft ansetzen: Stimmung soll nicht erst entstehen, wenn es läuft, sie soll dazu beitragen, dass es läuft.

Bei der TuS Kriftel war dagegen die Verletzungsmisere eine der großen Lehren. Für die neue Saison wurde der Kader deshalb breiter aufgestellt, um auf Ausfälle flexibler reagieren zu können und jederzeit eine leistungsstarke Mannschaft auf das Feld zu bringen.

Sportlich sind die Ziele der Mannschaften naturgemäß unterschiedlich. „Unser realistisches Ziel ist der sichere Erhalt der Klasse und insgeheim wünschen wir es uns, im vorderen Mittelfeld und bei den Playoffs anzuklopfen“, gibt Fabian Bartsch die Zielsetzung beim TSV Mühldorf aus. Karlsruhe formuliert es ähnlich. Offiziell geht es um den Klassenerhalt, ganz heimlich darf es dann doch der Playoff-Platz sein.

Der VC Dresden will seinen Fans vor allem wieder das Playoff-Erlebnis möglich machen, das dem Standort einen ganz neuen Schub gegeben hat. Für Trainer Peter Hesse ist das Ziel, „dass wir unserem Publikum auch diese Saison Playoff-Spiele bescheren wollen. Uns ist aber klar, dass das dieses Jahr noch schwerer werden wird, weil es so viele ambitionierte Teams in der Südstaffel der 2. Bundesliga gibt.“

Regensburg möchte sich auf dem neuen Niveau etablieren und die Liga halten, würde aber ebenfalls gerne „oben ranschnuppern“, wie es Diagonalangreifer Max Oischinger formuliert. Grafing hat die Playoffs dagegen klar als Ziel ausgegeben. Kriftel möchte erneut unter die besten vier und diesmal mit einer besseren Ausgangslage in die K.-o.-Runde starten. Für die Volley YoungStars zählt vor allem die Entwicklung: Die Mannschaft will sich von Spiel zu Spiel verbessern und zeigen, dass sie sportlich in diese Liga gehört.

Die Aufsteiger gehen naturgemäß vorsichtiger an die Sache heran. Mömlingen setzt alles auf den Klassenerhalt. „Alles andere wäre wahrscheinlich vermessen nach zwei Aufstiegen hintereinander und dem Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Liga. Als Neuling heißt es, sich möglichst schnell an das deutlich höhere Niveau, sprich Tempo und Härte, zu gewöhnen“, glaubt Coach Sossenheimer.

Auch Stuttgart weiß, worum es geht: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Der Klassenerhalt steht ganz oben auf der Liste. Samira Baâroun verrät augenzwinkernd aber doch: „Insgeheim wäre es allerdings schön, wenn die Frage danach irgendwann in der Saison ziemlich langweilig werden würde.“

Und dann geht es wieder los

Am Ende ist es vielleicht genau diese Mischung, die die 2. Bundesliga Männer Süd so besonders macht: Titelambitionen treffen auf Aufbruch, Erfahrung auf Jugend, eingespielte Mannschaften auf neu zusammengestellte Kader. Gotha geht als Gejagter in die Saison, während dahinter gleich mehrere Teams darauf warten, die Hierarchie ins Wanken zu bringen. Und vielleicht ist genau das die größte Konstante dieser Liga: die Unberechenbarkeit.

SV Schwaig-Manager Felix Reschke beschreibt die 2. Bundesliga Süd als sportlich wie menschlich außergewöhnlich eng: „Menschlich ist jedes Spiel ein tolles Wiedersehen unter Sportfreunden – zwischen den Spielern und dem ganzen Staff. Sportlich ist die Liga so faszinierend eng beieinander.“

Auch Gothas Trainer Robert Werner blickt genau deshalb voller Vorfreude auf die neue Spielzeit. „Über die vergangenen Jahre hat man sich in der Liga natürlich sehr gut kennengelernt und es sind viele enge und spannende Duelle entstanden. Jetzt kommen einige neue Mannschaften dazu, sodass es spannend sein wird zu sehen, wie sich die Kräfteverhältnisse entwickeln. Genau das macht die Liga für uns jedes Jahr aufs Neue interessant.“

Text/Bilder: Volleyball Bundesliga GmbH

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