High Noon im Dschungel
Zum Ende einer wilden und herausfordernden Hauptrunde empfangen die Erstliga-Volleyballer am Sonnabend die WWK Volleys Herrsching. Der selbsternannte Geilste Club der Welt ist der entscheidende Konkurrent um die Playoff-Teilnahme. Brisanter könnte das letzte Hauptrundenheimspiel kaum sein.

FT 1844 High Noon im Dschungel
Für die Erstliga-Volleyballer der 1844 war das vergangene ein bitteres Wochenende. Erst verlor die Affenbande gegen Spitzenreiter SVG Lüneburg, dann eventuell auch noch Diagonalangreifer Brendan Mills. Mitte des zweiten Satzes zog sich Mills eine schwere Fingerverletzung zu. Ob er kommendes Wochenende gegen Herrsching auflaufen kann, ist offen.
Doch dem nicht genug. Überraschend punktete am vergangenen Wochenende nämlich noch die Konkurrenz: Herrsching besiegte Königs Wusterhausen, Ludwigsburg Düren. Erstere sind damit auf vier Punkte enteilt, zweitere gar auf fünf. Es wird hart. Aber in den letzten beiden Spielen kann 1844 immer noch Dampf machen. Zwei Siege sollten im Normalfall für den Playoff-Einzug reichen.
„Es werden zwei taffe Wochen, aber dafür macht man den Sport, für solche Momente“, zeigt sich Co-Trainer Wolfgang Beck voller Vorfreude auf die High Noon Wochen der Saison. Seine Erfahrung tut der Affenbande aktuell gut. Seit über zwei Jahrzehnten – ehrlicherweise nähert sich Beck sogar den drei FT-Jahrzehnten – ist er in mehreren Funktionen Teil der Freiburger Erstliga-Volleyballer. Er weiß, wie man die derzeitige Saison bewerten kann.
Er ordnet sie wie folgt ein: „Herausfordernder geht es kaum. Uns sind reihenweise Spieler ausgefallen, es kam eigentlich nie Rhythmus auf“, findet Beck. Und verweist auf die wochen- bis monatelangen Ausfälle gleich mehrerer Stammspieler.
Am schlimmsten wog der Ausfall der Zuspiel-Diagonal-Achse. Brendan Mills fehlte die ersten beiden Monate, Fabian Hosch trainiert seit November eingeschränkt, hat zuletzt sieben Wochen gar nicht mehr trainieren können und ebenso viele Spiele verpasst.
Dem aber nicht genug: Außenangreifer Anton Jung fiel vier Spiele mit einer hartnäckigen Grippe aus. Charlie Figy fehlte acht Partien, Liam Kristjanson vier, Timothy McIntosh mit Knie drei. Die normalen Grippe-Ausfälle, Sprunggelenks- und Kapselverletzungen nicht einberechnet.
„Dennoch kann man über die gesamte Saison ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen“, findet Beck. Bestes Indiz: Mit Hosch ist die Affenbande seit Mitte Dezember ungeschlagen. Zuletzt konnte man trotz größter personeller Einschränkungen ordentliche Partien gegen Lüneburg, Düren und Berlin hinlegen – das Spitzentrio der Liga.
„Insgesamt muss man die Runde deshalb positiv bewerten“, sagt Beck. Und findet wichtig, dass man dies bereits jetzt tut. Unabhängig der letzten beiden Partien gegen Herrsching und Dachau.
„Das sind nun wieder Gegner aus der unteren Hälfte, auf diese Spiele haben wir hintrainiert“, sagt Beck. Dass dabei nun eventuell der Ausfall von Hauptangreifer Brendan Mills droht, passt ins Bild. Ungeachtet dessen will die Affenbande die Hauptrunde auf einem Hoch beenden. Im Vordergrund stehen die eigenen Werte und das eigene Spiel. „Wie immer liegt hierauf unser Fokus“, sagt Beck. An der Schwarzwaldstraße hoffen sie, dass dieser Fokus sie weit trägt. Am liebsten bis in die Playoffs.


