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FT 1844 Freiburg startet trotz Verletzungssorgen mit Optimismus in die neue Volleyball-Saison

Die Volleyballer der FT 1844 Freiburg haben eine starke Vorbereitung hinter sich. Die neue Mannschaft ist zusammengewachsen, die Spieler haben große Fortschritte gemacht.

Doch drei Verletzungen trüben die Vorfreude auf den Saisonstart. Am Freitag trifft die Affenbande im Ligacup auf Friedrichshafen, bevor sie zum Bundesligaauftakt nach Berlin reist

Am Mittwoch wurde gewählt. Charlie Figy, Jonathan Schönhagen und Yannick Harms sind die drei Kapitäne, die die Affenbande durch die neue Saison führen sollen. Mit Schönhagen und Harms übernehmen dabei zwei Spieler Verantwortung, die den Freiburger Volleyball schon lange begleiten und neben Reservespieler Luc Hartmann zu den Dienstältesten im Kader gehören. Sie kennen den Verein, seine Eigenheiten und den Weg, den die Affenbande in den vergangenen Jahren genommen hat. Es passt zu einer Vorbereitung, in der die Freiburger nicht nur an Aufschlägen, Angriffen und Abwehrsystemen gearbeitet haben, sondern vor allem daran, eine Mannschaft zu werden.

Dafür gab es reichlich Gelegenheiten. Einen Teamabend bei Ganter, ein Testspielwochenende in eigener Halle, weitere Tests gegen Karlsruhe und den Schweizer Spitzenclub Näfels an unterschiedlichen Tagen. Dazu das Sponsorenfrühstück, die Pressekonferenz und am vergangenen Montag der Mediaday, bei dem die Spieler zwischen Kameras und Fototerminen noch einmal ihre Geduld beweisen mussten.

Es waren Wochen voller Volleyball, gemeinsamer Erlebnisse und ziemlich viel Gelächter.

Vor allem aber waren es Wochen, in denen die Spieler jeden Tag an ihre Grenzen gingen. Sich im Training nichts schenkten, um jeden Ball kämpften, einander herausforderten und anfeuerten. Und bei aller Anstrengung eine erstaunliche Leichtigkeit bewahrten.

„Es gibt nur einen besseren Teambuilder, als Zeit miteinander zu verbringen: gewinnen“, sagt Trainer Jakob Schönhagen. Was ihn aber vor allem freut, ist die Art, wie seine Spieler miteinander umgehen.

„Die Jungs haben sich toll aufeinander eingelassen und eine gute Kultur entwickelt. Es gibt eine große Freude am täglichen Wettkampf. Völlig verausgabte Spieler, aber mit einem breiten Grinsen – so gehen wir fast täglich aus der Halle. Das stimmt uns zuversichtlich.“

Auch Wolfgang Beck sieht große Fortschritte. Einzelne Spieler hätten starke individuelle Sprünge gemacht, die Mannschaft insgesamt sogar einen noch größeren. Ohne die Verletzungen, sagt er, wäre das Team bereit für den nächsten Schritt.

Denn ausgerechnet auf der Zielgeraden hat es die Affenbande hart getroffen. Yannick Harms erlitt eine Fingerluxation, die Neuzugänge Takumi Kameyama und Owen Rose zogen sich schwere Bänderverletzungen zu.

Gerade die Ausfälle der beiden Neuzugänge wiegen schwer. Kameyama und Rose gehörten zu den auffälligsten Spielern der Vorbereitung, hatten mit ihrer Qualität und ihrer Spielfreude schon gezeigt, wie sehr sie diese Mannschaft bereichern können. Nun fehlen ausgerechnet zwei, die dem Freiburger Spiel bereits ihren Stempel aufzudrücken begannen.

Besonders bitter ist das auch deshalb, weil beide mit großem Einsatz in Freiburg angekommen sind. An ihrem Tatendrang hat sich durch die Verletzungen wenig geändert: Kameyama und Rose arbeiten ebenso fleißig wie entschlossen an ihrer Rückkehr.

„Das ist natürlich unglücklich“, sagt Manager Florian Schneider. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir gut durch die ersten Wochen kommen. Wir müssen lernen, auch solche Rückschläge hinzunehmen und damit umzugehen.“

Viel Zeit zum Hadern bleibt ohnehin nicht. Am Freitag um 13.30 Uhr trifft Freiburg im Ligacup auf den VfB Friedrichshafen, danach geht es weiter nach Berlin, wo am Dienstag und Mittwoch die ersten Bundesligaspiele anstehen.

Eine ganze Woche unterwegs, mit langen Fahrten, gemeinsamen Mahlzeiten, Hotelzimmern und jeder Menge Volleyball. Für eine Mannschaft, die sich gerade erst gefunden hat, ist das eine weitere Gelegenheit, einander noch besser kennenzulernen. Nun eben nicht mehr im geschützten Raum der Vorbereitung, sondern unter den Bedingungen einer Saison, in der sich nicht alles planen lässt.

Die Verletzungen haben den Freiburgern früh vor Augen geführt, wie schnell sich die Dinge ändern können. An der Stimmung hat das bislang wenig geändert.

Schönhagen und seine Spieler haben einen Sommer hinter sich, in dem sie einander ziemlich viel abverlangt haben und dabei offenbar noch mehr Spaß hatten. Manchmal sind sie nach einem Trainingstag so verausgabt, dass sie sich kaum noch bewegen können. Aber genau deshalb kommen sie am nächsten Morgen wieder.

Weil sie diesen täglichen Wettkampf lieben, gegen die anderen, vor allem aber gegen sich selbst. Weil es Freude macht, an die eigenen Grenzen zu gehen und herauszufinden, ob nicht doch noch ein bisschen mehr geht.

Und wenn sie nach einer Woche mit Friedrichshafen, Berlin und reichlich Reisekilometern noch immer so erschöpft und breit grinsend aus der Halle kommen, dann hat diese Mannschaft schon einiges richtig gemacht. Ganz unabhängig davon, was auf der Anzeigetafel steht.

Text/Bild: Leonie Junginger

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