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Nachrichten aus Sport aus der Region - Region im Blick

Freiburg und Duisburg trennen sich mit 1:1

Punkt in letzter Sekunde

Die Bundesliga-Frauen des Sport-Club müssen sich gegen den MSV Duisburg mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Janina Minge rettete in der Nachspielzeit einen Zähler gegen das Tabellenschlusslicht.

Janina Minge rettete in der Nachspielzeit einen Zähler gegen das Tabellenschlusslicht

Frank Scherer

vergangenen Herbst Drama: Damals glich Antonia Halverkamps für die Zebras in letzter Sekunde zum 2:2 aus, das Rückspiel im Dreisamstadion sollte am Sonntagabend eine ähnliche Dramaturgie nehmen: Janina Minge rettete ihren Freiburgerinnen in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einen Punkt – doch für beide Teams fühlte sich das 1:1 wie eine Niederlage an. Duisburg bleibt mit nun drei Zählern unverändert Tabellenletzter, der SC rückt durch zwei verschenkte Punkte aber ebenfalls wieder näher an die Abstiegszone heran. Trainerin Theresa Merk sagte daher nach dem Spiel auch: „Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Wir wollten uns nach dieser englischen Woche unbedingt belohnen, auch für ein gutes Spiel in Frankfurt. Wir nutzen die frühen Chancen nicht. Je länger so ein Spiel Unentschieden steht, desto mehr lässt man den Gegner auch wieder rankommen.“

Die Freiburger Trainerin wechselte nur auf einer Position: Cora Zicai rückte für Lisa Kolb auf den offensiven Flügel und in die Startformation. Und diese setzte schon nach wenigen Sekunden das erste Ausrufezeichen: Ally Gudorf behauptete sich auf ihrer rechten Angriffsseite stark und legte im Strafraum auf Eileen Campbell ab. Die bediente die mitgelaufene Lisa Karl, die aus fünf Metern allerdings frei vor dem Duisburger Kasten scheiterte und ihren Schuss am linken Torpfosten vorbeisetzte (4.).

Der SC ließ seinen Fuß allerdings weiterhin auf dem Gaspedal: Die 1.414 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen nur eine Mannschaft unter Flutlicht kicken – es war ein Spiel ausschließlich auf das Duisburger Tor. Doch den hohen Ballbesitzanteil konnten Merks Freiburgerinnen viel zu selten in echte Torgefahr ummünzen. Freiburg tat sich schwer, gute Lösungen im letzten Drittel zu finden. Die nächste Chance verzeichnete der SC erst in der 20. Minute, als Kapitänin Hasret Kayikci in ihrem 185. Bundesliga-Spiel für den Sport-Club die eingelaufene Annabel Schasching suchte, deren Fußspitze aber wenige Zentimeter zu kurz für das sehenswerte Zuspiel war. Kayikci rückte gegen den MSV damit zu Ex-Freiburgerin Juliane Maier auf, die bislang SC-Rekordspielerin war. Am kommenden Samstag könnte Kayikci somit neue – und alleinige – Rekordspielerin für den Sport-Club werden.

Taryn Ries traf zur Führung für den MSV Duisburg

Frank Scherer /RiB

nach Vorarbeit von Landsfrau Eileen Campbell nur knapp über die Querlatte zielte (45.). „Ich war mit der Energieleistung in der ersten Halbzeit nicht zufrieden. Im Laufe der Zeit hat man gemerkt, dass die Duisburgerinnen unbedingt wollen, das habe ich bei uns vermisst und in der Halbzeit meiner Mannschaft auch gesagt“, so Merk.

In Durchgang zwei waren es dann die Gäste, die den ersten Abschluss für sich verbuchen konnten: Halverkamps versuchte es mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz, den SC-Keeperin Rafaela Borggräfe jedoch sicher zu entschärfen wusste (52.). Auf der Gegenseite sorgte die eingewechselte Giovanna Hoffmann per Hacke für die bis dato gefährlichste Situation vor dem Duisburger Tor (62.). „Ich finde, wir sind dann auch besser rausgekommen, hatten ein, zwei gute Möglichkeiten und müssen auch einfach mal ein Tor machen.

Dann wird es ein völlig anderes Spiel, das haben wir aber nicht geschafft, sondern sind nach eigenem Fehler wieder in Rückstand geraten“, bemängelte die Freiburger Trainerin. Mit einem der seltenen Angriffe kam nach 65 gespielten Minuten der MSV nämlich mal wieder vor das Freiburger Tor: Ein abgefälschter Ball von Vanessa Fürst fiel Taryn Ries vor die Füße, die völlig frei vor Borggräfe zur überraschenden Führung für Duisburg traf. In der Folge schnürte der SC die Gäste in deren Hälfte weiter ein und kam nach und nach auch vermehrt zu Abschlüssen: Samantha Steuerwald prüfte MSV-Torfrau Ena Mahmutovic aus kurzer Distanz (69.), Janina Minge und Milla Punsar verpassten jeweils nur knapp (74., 75.), ehe Selina Vobian gegen ihren ehemaligen Klub einen Distanzschuss auspackte, den Mahmutovic zum Bedauern aller SC-Fans glänzend aus dem rechten oberen Toreck fischte (90.+3).

Doch Vobians Versuch sollte nicht umsonst gewesen sein: Die anschließende Ecke, die erneut Vobian trat, nickte Minge aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Und der Sport-Club wollte mehr als den einen Punkt. Vobian zog in der sechsten Minute der Nachspielzeit nochmal einen Freistoß, weil sie durch die eingewechselte Natalie Muth am Fuß getroffen wurde – die Duisburgerin sah daraufhin von Schiedsrichterin Naemi Breier sogar die Ampelkarte. Doch der Standard brachte nichts mehr ein – weshalb beide Teams mit einem Punkt leben mussten, der jedoch auch für beide Teams zu wenig war.

Frank Scherer

Der SC muss mit nun acht Punkten Abstand auf Nürnberg, die am morgigen Montagabend gegen Bayer Leverkusen noch nachziehen dürfen, wieder den Blick in den Rückspiegel werfen. „Am Ende hatten wir nochmal gute Chancen, daher geht das Unentschieden in Ordnung. Dennoch bin ich mit der Art und Weise grundsätzlich nicht zufrieden“, sagte Merk nach Abpfiff. 

Vor der anstehenden Länderspielpause hat der SC am kommenden Samstag nochmal die Chance, mehr Zähler einzufahren. Die Aufgabe wird dann beim Überraschungsteam der Stunde nicht einfacher: Die SC-Frauen treten am 17. Februar um 14 Uhr beim formstarken SV Werder Bremen an.

Text:SC Freiburg / Bilder Frank Scherer (RiB)

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