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Affenbande verpasst Comeback

Gegen die SVG Lüneburg hält die FT lange gut mit, steigert sich von Satz zu Satz und beweist Comebackqualitäten. Auf dem Papier steht am Ende dennoch ein vermeintlich klarer Auswärtssieg der LüneHünen – und die Niederlagenserie der Breisgauer hält an.

FT 1844 Affenbande verpasst Comeback

TH.Lenswork

Die Vorfreude auf das erste Heimspiel der Saison war groß: Nach drei Auswärtsspielen zum Auftakt durften die FT-Volleyballer ihre treuen Fans endlich wieder im heimischen Dschungel begrüßen. Wie aus den vergangenen Jahren gewohnt, füllte sich die Act-Now-Halle nach Einlassbeginn um 18:44 Uhr rasch, und die berüchtigte Stimmung der Dschungelbande war ohne Anlaufschwierigkeiten sofort wieder da. Unter den 1.420 Zuschauenden waren auch einige SVG-Fans, die den weiten Weg aus dem Norden auf sich genommen hatten, um ihr Team zu unterstützen.

Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Lüneburg hatte zwar zum Saisonauftakt in Karlsruhe gepatzt (0:3), die folgenden drei Ligapartien aber ohne Satzverlust gewonnen. Die Gastgeber dagegen warteten nach drei Spielen noch auf den ersten eigenen Satzgewinn – gegen den VCO Berlin, die BR Volleys und die Volleygoats Mitteldeutschland setzte es jeweils ein 0:3.

Diese Rollenverteilung spiegelte sich prompt auf dem Feld wider: Lüneburg startete souverän, während die Hausherren einen Moment brauchten, um Fuß zu fassen. 2:6, 3:7 – die SVG hielt die Affenbande zunächst auf Abstand, vor allem der schwedische Diagonalangreifer Axel Enlund stellte die FT vor Probleme.
Nach dem zwischenzeitlichen 7:10 pirschten sich die Gastgeber jedoch langsam heran und fanden vor allem im Angriff bessere Lösungen. Die Partie wurde ausgeglichener, und von der Satzmitte (12:12) bis zum 18:18 ließ das Team nicht mehr locker. In der Crunchtime war es dann aber erneut Enlund, der sich mit einer Aufschlagserie zum 24:19 in den Vordergrund spielte und den Satz anschließend gleich selbst mit einem Ass eintütete.

Im zweiten Durchgang waren die Breisgauer von Beginn an wacher und vermieden diesmal einen größeren Rückstand. Vor allem im Block legte das Team von Trainer Jakob Schönhagen zu: Enlund kam nicht mehr mit jedem Angriff durch, und auch in der Feldabwehr häuften sich die erfolgreichen Aktionen.
Mittelblocker Peer Lindemann erwischte eine starke Phase, als er gleich zweimal im Block zupackte und anschließend auch im Angriff punktete. Getragen von seiner Energie wurde die Halle lauter und lauter, und die FT erspielte sich zwischenzeitlich eine Drei-Punkte-Führung. Auch der eingewechselte Marco Frohberg machte seine Sache gut und steuerte weitere Punkte bei.
Wer nun aber dachte, die LüneHünen würden dem Rückstand hinterherlaufen und sich vom anpeitschenden Publikum beeindrucken lassen, wurde prompt eines Besseren belehrt: Die Gäste aus dem Norden stabilisierten sich rasch, erarbeiteten sich ihre Chancen, und am Ende markierte ein Zuspielertrick von Santeri Väliimaa das 25:23 in einem ausgeglichenen Satz. So ging es mit einem 0:2 in die zehnminütige Pause – obwohl der Satzausgleich durchaus in der Luft gelegen hatte.


Im dritten Satz fiel es der FT dann schwer dranzubleiben. Lüneburgs Mittelblocker wurden indes immer gefährlicher, und auf den Außenpositionen machten sowohl Daniel Gruvaeus als auch der US-Amerikaner Rodgers einen sehr guten Job: Rodgers punktete mit harten Lösungen, Gruvaeus nahm vor allem die gegnerischen Blockhände ins Visier und nutzte sie clever. Beim Stand von 21:15 schien der Drops gelutscht, und die Partie erweckte ein wenig den Eindruck, als würde sie nur noch „dahinplätschern“. Doch dann trat der eingewechselte Anton Jung an die Aufschlaglinie, servierte einen scharfen Float nach dem anderen – und Stück für Stück kehrte die Hoffnung in die Halle zurück. Wie aus dem Nichts waren die Gastgeber wieder dran. Die Lüneburger Annahme hatte enorme Probleme mit Jungs Aufschlägen, im Angriff fanden die Gäste kaum noch einen Weg am Block vorbei, und bis zum 21:21 stieg der Geräuschpegel auf den Rängen stetig an. Ein Comeback lag tatsächlich in der Luft!
Lüneburg stellte zwar auf 23:21 und 24:22, doch dann servierte auch Frohberg noch einmal stark und wehrte die ersten Matchbälle der SVG ab. Es folgte ein offener Schlagabtausch – Vorteil Lüneburg, Vorteil Freiburg, wieder Vorteil Lüneburg. Spektakuläre Abwehraktionen auf beiden Seiten häuften sich, und es entwickelte sich eine Schlussphase mit einem Spannungsbogen, den so niemand mehr erwartet hatte. Nicht nur die FT-Anhänger:innen hatten ihre Freude an diesem Aufbäumen – auch neutrale Beobachter:innen dürften am Spielgeschehen noch einmal großen Gefallen gefunden haben.
Über die Ziellinie retten konnten sich die Hausherren trotzdem nicht: Beim Stand von 31:32 setzte der Lüneburger Block den Schlusspunkt und sicherte der SVG den nächsten Auswärtssieg ohne Satzverlust.

Aus Freiburger Sicht wäre an diesem Abend durchaus mehr drin gewesen – so bleibt die Affenbande in dieser Spielzeit vorerst weiter ohne Satzgewinn. Dennoch dürfte der Auftritt für Schönhagens Team ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sein, denn gegen das Topteam aus Lüneburg funktionierten einige Elemente deutlich besser als in den Ligaspielen zuvor. Zudem konnte die Mannschaft vor heimischer Kulisse einiges an Selbstvertrauen tanken und wirkt für die anstehenden Aufgaben gewappnet.

Schon am Wochenende geht es für die Affenbande im Achtelfinale des DVV-Pokals bei den Badenvolleys in Karlsruhe weiter. In der Liga wartet eine Woche später der VfB Friedrichshafen, ehe das zweite Heimspiel der Saison gegen Düren ansteht.

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