Mittelalterliches Treiben begeistert im Nordschwarzwald
Bereits zum neunten Mal verwandelte sich iim August die Freifläche vor dem Dobler Wasserturm in ein spektakuläres mittelalterliches Lager mit rund 600 Mitwirkenden und vielen weiteren Besuchern.

Vom Verein der Badischen Schwertspieler mit dabei: Alice Ferdini und Marcel Regenscheit
„Hier ist alles Natur“, freut sich Stefan Kling vom Dobel, der das Fest mit seiner Tochter Lina besucht und sich nach zwei Jahren Corona-Pause auf das mittelalterliche Treiben der bunt gemischten Gruppen freut. Für das Lagerleben waren erneut die „Satzveyaner“ aus Pfronten im Allgäu und die Tomburg Riitter aus Worersdorf bei Bonn angereist, um die grandiose Aussicht ins Rheintal bei einem entschleunigten Wochenende zu erleben. „Unsere Gruppe ist insgesamt mit elf Zelten vertreten“, berichtet Volker Reutier aus Pfronten, der alias „Marquardt von Schellenberg“ auf das Holzfeuer und die Verpflegung der Gruppe im „Pfundstopf“ achtet. „Das Lagerleben entschleunigt“, berichtet Bernd Trojandt, der eigens aus Sachsen-Anhalt angereist ist, um sich der Gruppe anzuschließen. Insgesamt waren 35 Lagergruppen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands angereist, um je nach Epoche ein Wochenende so zu gestalten und zu leben wie einst. Darunter die Schäfer aus Bretten, die Teckschen Trutzn aus dem Schwabenland oder die Dragonari aus der Region, der Kim Vischer aus Conweiler ebenso wie ihr Vater Eddy angehören und sich Jahr um Jahr auf das Treffen freuen, das für sie zu einer wunderbaren Auszeit ohne Handy zählt.

Interessant für Gäste sind auch die kulinarischen Besonderheiten
Was für die einen als Hobby und Urlaub im Ländle gilt, ist für andere eine Augenweide zum Schauen und Staunen. „Hier lagern nicht nur 25 unterschiedliche Gruppen, die in ihrer Freizeit das mittelalterliche Leben und Treiben nachstellen, sondern zudem Händler, die ein erlesenes Angebot anbieten“, so Markus Bröhmer, der als Marktvogt von der Bruchsaler Ritterschaft das Spektakulum organisiert und sich über das große Interesse an Besuchern freut.

Schwertkämpfe die auf dem Turnierplatz ausgefochten werden sind die Attraktion für kleine und große Besucher
Denn geboten wir alles, was das Herz begehrt. „Sarazenenmaul“ heißt der Döner mit Putenfleisch und „Hexengesöff“ der Apfelsaft mit Calvados. Für Vegetarier gibt es Falaffel oder Fladenbrote und gezahlt wird mit „Talern“. Wer sich gestärkt hat, kann sich dem bunten Treiben widmen und sich bei „Luftikus“ alias Eberhard Nitsche aus Ludwigsburg die Zukunft aus der Kristallkugel vorhersagen lassen, bei den Handwerkern wie Seiler, Lederer und Steinmetze bei der Arbeit zuschauen, oder die Gravuren bei Karl-Heinz Fleck bestaunen. Zur musikalischen Umrahmung sind „Ryanmar der Fidler“ aus Fellbach und „Petrus Fortunatus“ aus Trier angereist und begeistern den fünfjährigen Ben aus Schöllbronn, der selbst Gitarre spielt. „Unser Junge ist von den Rittern und Gauklern begeistert“, verrät sein Vater Hans-Jürgen Weber, der das „gigantische Lager mit der tollen Atmosphäre und den eindrucksvollen Schwertkämpfen“ lobt. Zum Schlendern, Schauen und Kaufen werden nicht nur Mitmachangebote für Kinder angeboten, sondern zudem originalgetreu nachgearbeitete Belagerungswaffen gezeigt. „Das ist ein Trebouchet, ein Katapult-Modell aus Holz und Seilen gefertigt, das bei Belagerungen zum Beschuss von Burgen eingesetzt wurde“, erläutert Frank Stühle aus Schwäbisch Gmünd.

Wissenswertes aus der Belagerungszeit im Mittelalter ist ebenfalls zu erfahren
Publikumsmagneten waren nicht nur die spektakulären Schwertkämpfe der Brachmanoth Gruppe, oder das „Marktgericht“ der Bruchsaler Ritterschaft, bei der die Besucher direkt in den Schauprozess eines Diebes mit einbezogen werden.
Bei Einbruch der Dämmerung lockte die eindrucksvolle Feuershow der „Plattenwald Barbaren“ die unter Trommelklängen mit Feuer und rhythmischem Tanz viel Beifall erhielten



