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Mit der Venus auf Augenhöhe

Kreativbranche ermöglicht spektakulären Perspektivwechsel auf die Stadt

Freudenstadt. Kurze Zeit nach seiner Gründung setzt der regionale Branchenverband der Kreativwirtschaft, der Verein WERK.STADT.SCHWARZWALD e.V., einen ersten Meilenstein. Eine Kubus-Installation um die Venus-Statue, Freudenstadts Denkmal des Wiederaufbaus, wird von einer begehbaren Aussichtsplattform umschlossen. Vom 21. Mai bis Mitte August wird der VENUSBLICK drei Monate lang für alle Besucher frei zugänglich sein

„Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung waren bei uns von Beginn an eng verbunden“, blickt Franziska Hoferer, Netzwerkmanagerin Kreativwirtschaft bei der Stadtverwaltung Freudenstadt, auf die Ursprünge zurück. „Außerdem war es uns ein großes Anliegen, die Verflechtung der Kreativbranche mit der hiesigen Wirtschaft und Industrie sichtbar zu machen und zu stärken. Das kreative Potenzial der Region bedeutet einen Mehrwert für Freudenstadt und seine Umgebung.“, betonen Juliane Votteler und Mathias Schweikle, die Vorsitzenden des Vereins WERK.STADT.SCHWARZWALD. Die als Venusblick bezeichnete Installation steht für einen Aufbruch, vergleichbar der Entstehungszeit der Plastik zum Wiederaufbau. „Wir stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen was den Klimawandel, unser soziales Zusammenleben und die Gestaltung unserer Zukunft betrifft“, sagt Mathias Schweikle, der  mit seinen renommierten Landart-Projekten in der Region bereits großes Aufsehen erregte.

Venus wird zur Aussichtsplattform

Im Inneren der Gerüstkonstruktion befindet sich eine Treppe, die zu einer Aussichtsplattform direkt unter der bronzenen Venus-Figur führt. Der Startschuss für den Venusblick fällt am Samstag, 21. Mai, um 11 Uhr mit einem Eröffnungs-Event mit Musik, Keynote und ersten Besichtigungen. Danach ist die Plattform jeden Tag öffentlich zugänglich. Der Kubus bietet nicht nur einen spektakulären Ausblick, sondern wird durch seine Fassadengestaltung auch selbst ein optischer Hingucker sein. „Wir erhalten hier für drei Monate einen komplett neuen Blick auf unsere Stadt und Umgebung“, freut sich Oberbürgermeister Julian Osswald. „Nach den zurückliegenden Pandemiejahren wird uns das sehr guttun. Es passt, dass der Verein ausgerechnet die Venus für sein erstes Projekt gewählt hat, stellt sie doch den Mittelpunkt unseres wunderbaren Marktplatzes dar.“

Anknüpfung an Freudenstadts künstlerische Wurzeln

Tatsächlich hatte die Pandemie wesentlichen Anteil an der Idee. Das Anliegen des Netzwerks, mit einem öffentlichen Projekt Sichtbarkeit zu schaffen und neue Impulse zu geben entstand zur Zeit der Lockdowns in 2020. Nach der Schockwelle der Pandemie rückte die Venus-Statue in das Blickfeld der Kreativen, die, in Erinnerung an Zerstörung und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer Hand das Vergangene nach hinten schiebt und mit der anderen in eine bessere Zukunft greift. „Es ist einfach passend“, findet Rudolf Müller, der als Amtsleiter Stadtentwicklung für die zurückliegenden Jahre der Netzwerkarbeit verantwortlich war. „David Fahrners Venus ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern seit Jahrzehnten ein Leuchtturm in der Stadt. Seine Aussage und das Anliegen des Vereins könnten nicht besser zusammenpassen.“

Teil des touristischen Angebots in 2022

Der „Venusblick“ wird während der Sommermonate Teil des touristischen und innerstädtischen Erlebnisangebots in Freudenstadt sein. Die Plattform soll außerdem Raum für Vernetzung, Austausch und Unterhaltung bieten - auch für die Bürger der Stadt. Im Sinne von Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfung wird auch die technische Umsetzung gemeinsam mit regionalen Partnern erfolgen. 

Das Planungsteam: Tina Eberhard (Aprinum), Georgios Georgotas (Georgotas Exclusivdesign), Lenn Gerlach und Kyra Heilig, Brigitte Graf (Gestaltung:Graf), Isabelle Göntgen (Illustration Isabelle Göntgen), Heidi Heuser-Kawerau und Jochen Kawerau (Heuser + Partner – freie Architekten und Ingenieure), Franziska Hoferer (Wirtschaftsförderung Stadt Freudenstadt), Erhard John (Reichert Holztechnik GmbH & Co. KG), Eberhard Kappler (spek Design), Heiko Keinath (BUERO Paris), Julia Kläger (Campus Schwarzwald), Eva-Maria Märgner und Thomas trautmann (Tom Texter Ydeas), Claus Matt (SCHMELZLE + PARTNER MBB ARCHITEKTEN BDA), Carolin Moersch (Freudenstadt Tourismus), Rudolf Müller (Amt für Stadtentwicklung, Stadt Freudenstadt), Gudrun Neuchel (gutoli Taschenmanufaktur), Christof Ruetz (Musik- und Kunstschule Region Freudenstadt e.V.), Mathias Schweikle (Landartkünstler), Juliane Votteler (Beratung für Kultur- und Kommunalprojekte), Mathias Walter (w:architekten), Angela Wosylus (Popup SocialMedia PR-Agentur

Text/ Bilder: WERK.STADT.SCHWARZWALD

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