Einblick auf die Fortschritte und Zukunftspläne
Therme Bad Herrenalb
Nach intensiven Diskussionen fiel am 22. Januar 2025 die Entscheidung: In einer Sondersitzung des Herrenalber Gemeinderats wurde die Fortführung der Revitalisierung der Siebentäler-Therme offiziell beschlossen. Damit ist der Weg frei für die umfassende Modernisierung des Thermalbads, die nicht nur energetische Optimierungen, sondern auch gestalterische Neuerungen mit sich bringt.

Alles ist entkernt - Bülent Varda und Karina Herrmann von den Stadtwerken Bad Herrenalb zeigen die Räumlichkeiten
Nun geht es mit großen Schritten in die nächste Phase. Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH, gibt einen detaillierten Einblick in den aktuellen Stand der Maßnahmen und die geplanten Veränderungen. Auch wenn die strengen Vorgaben der europaweiten Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke den Prozess zu Verzögerungen führen, bleibt Herrmann zuversichtlich, dass die Therme 2026 wiedereröffnet: „Wir sind auf einem guten Weg.“
Sanierung – Außenbecken im Fokus
Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die Neugestaltung des Außenbeckens, das energetisch als Schwachpunkt der Therme gilt. „Es bekommt eine leicht veränderte Form, damit es besser abgedeckt werden kann“, betont Herrmann. Bisher wurde das Außenbecken nachts mit blauen Folien abgedeckt, doch diese reichten nicht aus, um die Wärme effizient zu speichern. Künftig wird eine neue Abdeckung verwendet, um die Wassertemperatur über Nacht zu halten und den Energieverbrauch zu reduzieren.
Mit der Sanierung wird zudem eine klare Trennung zwischen Innen- und Außenbecken eingeführt, sodass ein Durchschwimmen nicht mehr möglich sein wird. „Das ist eine wesentliche Veränderung. Die Kälte im Außenbecken zieht sonst ins Innenbecken und führt zu einem enormen Energieverbrauch“, so Herrmann. In Bad Herrenalb muss das Wasser mit erheblichem Energieaufwand von 17 und 19 Grad Censius auf 30 Grad erwärmt werden – dazu sind rund 15.000 bis 20.000 Kilowattstunden pro Jahr nötig, um die Temperatur um nur ein Grad zu erhöhen.

Außen wird das Becken komplett saniert
Die Neugestaltung des Außenbeckens wird zudem einige Veränderungen mit sich bringen. Bestehende Elemente wie Nackenduschen, Sprudeldüsen und Massagedüsen bleiben erhalten. Zusätzlich entstehen ein kleiner Innen-Strömungskanal und Unterwasser-Liegen, die für mehr Komfort sorgen. Der Außen-Liegebereich bleibt in seiner bisherigen Form bestehen und wird künftig in Zusammenarbeit mit dem Bauhof gepflegt.
Auch das Prießnitz-Dampfbad bleibt erhalten. Mit einer Temperatur von rund 60 Grad ist es ein geschätzter Bereich, der weiterhin in der bestehenden Form genutzt werden kann. Da die Technik der beiden Innenbecken noch in einem guten Zustand ist, wird hier erst in etwa fünf bis sieben Jahren modernisiert. „Eine vorzeitige Sanierung würde zusätzlich rund sieben bis acht Millionen Euro kosten, da wir die gesamte, noch funktionstüchtige Technik entfernen müssten“, erklärt Herrmann. Um die Finanzierung zu unterstützen, sollen dann in einem zweiten Maßnahmenkatalog erneut Fördermittel beantragt werden, von denen touristische Bäder profitieren.
Saunalandschaft und Gastrobereich
Im Innenbereich sind bereits deutliche Veränderungen sichtbar. Vom ursprünglichen Eingangsbereich, einschließlich der Kassen und Sitzgelegenheiten für das Bistro im Entree, bis hin zu den Umkleidekabinen ist alles verschwunden – es sind nur noch blanke Wände zu sehen. Auf der Rohbauzustand -Fläche ist viel Phantasie erforderlich, um sich Spinde und Umkleidekabinen für die Badegäste vorzustellen, die ebenso wie die Saunalandschaft im modernen „Schwarzwaldstil“ entstehen soll. Der gesamte Bereich erhält ein neues Konzept mit einer Panoramasauna samt Anbau, einem neuen Dampfbad sowie einer Außensauna mit vergrößerter Liegefläche. Zudem werden alle Bereiche barrierefrei gestaltet, um sie für Menschen mit Behinderung oder Rollatoren zugänglich zu machen.
Für die Gastronomie wird es künftig keinen klassischen Servicebereich mehr geben. Stattdessen entsteht ein erweiterter Gastrobereich mit Außenfläche, die auch für externe Gäste zugänglich ist. Ein Self-Service-Konzept soll sowohl Badegästen als auch Besuchern zur Verfügung stehen. Für dieses Konzept wurden frühere Räumlichkeiten, darunter die ehemaligen Solarien- und Massageräume, entkernt.

Hier wird es einen Gastrobereich mit Außenterrasse für Spaziergänger und Thermen-Gäste geben
Strukturelle Veränderungen: Eigenständige Geschäftsführung für die Bäder
Mit der Sanierung geht auch eine organisatorische Neuausrichtung einher. Zukünftig wird es eine eigenständige Geschäftsführung für die Therme und das Freibad geben. „Neben mir wird eine weitere Person in der Geschäftsführung tätig sein, die sich ausschließlich um die Bäder kümmert“, erklärt Karina Herrmann. Diese neue Struktur soll eine effizientere Verwaltung ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die umfangreichen Investitionen von 16,5 Millionen Euro durch die Stadt Bad Herrenalb.
Die Sanierung stellt nicht nur eine Modernisierung der Infrastruktur dar, sondern auch einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der Therme als überregionales Wellnessangebot.


