Die Natur ist unser wertvollstes Gut
Die neue Strategie der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald stand im Fokus der ersten Tourismustagung im Kurhaus von Bad Liebenzell, um Experten aus Politik, Tourismus, Gewerbe und Hotellerie ebenso wie Bürgern und Vertretern von Schwarzwaldvereinen sowie den Schwarzwald Guides der Region über die weiteren Ziele zum Thema Nachhaltigkeit und Qualiät zu informieren.

Mit einem hochrangigen Aufgebot an Referenten und Podiumsteilehmern war es der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald gelungen, zahlreiche Interessensvertreter aus den umliegenden Orten sowie die Bürger der anliegenden Gemeinden mit der neuen Strategie vertraut zu machen. „Wir Touristiker kennen keine Grenzen“, so René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, der als Gastgeber den Vortragsreigen mit anschießendem Workshop eröffnete.„Auf Basis unserer Mission möchten wir Ihnen zeigen, warum wir die Natur als unser wertvollstes Gut sehen und wie wir als Initiator für einen wertvollen Lebensraum nutzenstiftend agieren wollen“, so Skiba, der Carolin Deberling, Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur für strategisches Marketing Gruppe Drei als Mitgestalter der Stategie und Moderatorin des Tages begrüßte. Unter dem Motto „Stärken stärken“ gab Landrat Helmut Riegger nicht nur einen Rück-, sondern zudem einen Ausblick in den stärksten Wirtschaftsfaktor des Landkreises Calw, der seit der Gründungsphase der Tourismus GmbH im Jahr 2013 die 14 einzelnen Gemeinden unter einer Marke zu vereint. „Tourismus hat Zukunft“, so Riegger der über neue entwickelte Tourismusziele in der Region berichtet, die 2016 als nachhaltiges Reiseziel zertifiziert wurde. „Während die Pandemie den Übernachtungstourismus lahmlegte, boomte der Tagestourismus und Straßen zu Ausflugszielen mussten gesperrt werden.“ Eindrücklich beschreibt Riegger das auslösende Moment zur Neugestaltung der Marke, die daraus Impulse zum Start einen Neuausrichtung im Nordschwarzwald gezogen hat.

Präsentation zur neuen Strategie der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald und Gedankenaustausch mit Diskussionspartnern und Referenten gab es beim ersten Tourismustag in Bad Liebenzell
Die Strategie lautet daher: „Natur erleben, ohne sie kaputt zu machen.“ Wie der Tourismus in diese Richtung zu entwickeln ist beleuchtete Angela Giraldo, die Begründerin der TourCert gGmbH, die sich von dem „immer schneller, weiter und öfter“ im Tourismus abwendet und eine neue Denkweise einfordert, die im Bewusstsein der begrenzten natürlichen Ressourcen, des Klimawandels und drohenden Artenverlustes darauf abzielt die Natur zu schützen, zu erhalten und zu fördern. Mit der neuen Strategie sollen Gäste ebenso wie die lokal ansässige Bevölkerung nicht nur die Natur, sondern auch den touristischen Mehrwert genießen.
Weitere Ausführungen zur Umsetzung nennt René Skiba. „Wir verfolgen Ziele mit dem was wir tun.“ Im Bewusstsein der begrenzten natürlichen Ressourcen, des Klimawandels und des drohenden Artenverlusts soll Energie und Material gespart werden. Um das zu erreichen werden Strukturen gebildet, die durch Netzwerke und Kooperationen sichtbar sind. „Der Markt hat sich nach Corona verändert. Früher stand der Gast im Fokus, heute ist es die Natur.“ Daher bestimmt nun der Dreiklang „Natur, Bürger, Gast“ die strategische Ausrichtung der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, die dazu beitragen will, dass ein sanfter Tourismus „dem Gast und dem Gastgeber Freude bereitet.“

Landrat Riegger beim ersten Tourismustag in Bad Liebenzell
Mit einer grafischen Aufbereitung aller schriftlich fixierten Ausführungen erläuterte Skiba die neue Ausrichtung der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (TNS), die als „Strategie-Baum“ gestaltet ist. „Als Wurzelwerk dienen die Kommunen und Gemeinden und als Baumkrone die Orte mit ihren touristischen Produkten. Dazwischen bildet der Landkreis den Stamm, um dem gesamten Konstrukt den Halt zu geben, der mit neuen Impulsen durch die TNS versorgt wird.“ Als Ziel wird eine erlebnisreiche Gesamtjahresdestination für Gäste angegeben, die Nachhaltig allen Akteuren dienen soll.
Bei einer Podiumsdiskussion berichtete Profis zum Thema Nachhaltigkeit. Neben Hansjörg Mair, Geschäftsführer Schwarzwald Tourismus GmbH, Angela Giraldo, TourCert, Inge Hormel, Landratsamt Calw, Abteilung Forstwirtschaft, Ricarda Becker, DeHoGa, Kreisverband Calw und Corinna David, Leitung Marketing TNS, war unisono eine zuversichtliche Grundstimmung für eine gute Zukunft des Schwarzwalds zu vernehmen. „Die Qualität stimmt und die Angebote passen“, so Mair, der darüber berichtete, dass die Übernachtungszahlen von Mai 2022 bereits höher liegen als die Übernachtungen aus demselben Zeitraum im Jahr 2019. Zwar sehen die Klimaprognosen nicht so gut aus, doch nach Aussage von Inge Hormel, wird der „Schwarzwald bis 2050 noch immer grün sein.“

Hier einige Stimmen zur Veranstaltung:
Andrea Matt – Unternehmerin aus Bad Liebenzell
„Ich freue mich, dass der nachhaltige Tourismus hier in der Region so ein Gewicht hat, denn auch wir als Unternehmer können nur davon profitieren. Denn es ist auch schön, den Schwarzwald anderen zugänglich zu machen.
Jürgen Rust - Schwarzwald Verein Calw
„Wir pflegen mit rund 13.000 Kilometer ein weit verzweigtes Wegenetz für Touristen und leisten damit die Basis für einen nachhaltigen Tourismus um Wanderner auf unseren Route ohne Overtourismus zu erfreuen.“
Martin Buchwald aus Neuweiler
„Den Tourismus gemeinsam darstellen ist Richtungsweisend für die Region.“
Roberto Chiari, BM Bad Liebenzell
„Tourismus ist für unsere Region essentiell wichtig. Wir stehen nicht im Wettbewerb untereinander, sondern stehen als Region mit anderen potentiellen Reisezielen im Wettbewerb.“
Marco Gauger, BM Bad Wildbad
„Tourismustag heute war wertvoll, um das Thema Qualität im Tourismus zu beleuchten. Die steigenden Übernachtungszahlen zeigen, dass Qualität überzeugt und unsere hochwertigen Angebote wahrgenommen werden.“
Klaus Hoffmann, BM Bad Herrenalb
„Man kann deutlich sehen, dass sich im Tourismus Dinge ändern. Die Natur und der Erhalt der Ressourcen voran zu stellen und trotzdem Wertschöpfung im Tourismus zu generieren das sind Themen die wir alle verfolgen sollten.“
Heide Glasstetter, STG
„Es wurde deutlich wie der NSW zusammen mit Orten und Leistungsträgern die touristische Zukunft mit konkreten Dienstleistungsangeboten gestalten möchte.“
Susanne Mönch – Kapfenhardt
„Der Einwohner und die Bürger müssen detailliert mitgenommen werden auf die touristische Reise, denn auch die Bevölkerung hat davon Nutzen.“


