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Nachrichten aus Schwarzwald

Die Familie Keller – Eine musikalische Geschichte aus dem Nördlichen Schwarzwald

Musik verbindet Generationen – nirgends wird das so spürbar wie bei der Familie Keller aus dem Gaistal im Nördlichen Schwarzwald. Seit 75 Jahren besteht der Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal, und von Anfang an war ein Name untrennbar mit seiner Geschichte verbunden

Musik ist ihre Leidenschaft - Die Familie Keller aus dem Gaistal in Bad Herrenalb ist seit vier Generationen mit der Blasmusik verbunden

Sabine Zoller

Karl Keller, Gründungsmitglied der ersten Stunde. Er legte den Grundstein für eine Familientradition, die bis heute nachklingt. Die Familie Keller steht heute nicht nur für eine musikalische Ader, sondern für gelebte Tradition, Zusammenhalt und eine tiefe Verbundenheit zum Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal, der an diesem Wochenende sein großes Jubiläumsfest auf der Talwiese im Gaistal feiert. 

Die Wurzeln dieser musikalischen Familiengeschichte reichen zurück bis zur Gründung des Musikvereins vor 75 Jahren und bis zu einem Mann, der auch in der Familie den Takt vorgab. Als Gründungsmitglied des Musikvereins war Karl Keller in den Anfangsjahren eine feste musikalische Größe – nicht nur im Blasorchester, sondern auch mit seiner eigenen Tanzkapelle „Edelweiß“, die in den 1950er-Jahren in Bad Herrenalb für Tanzstimmung sorgte. Später musizierte er mit dem „Schwarzwald Quartett“, und seine Begeisterung für Musik wurde bald zur Familiensache.

Seine drei Söhne – Jürgen, Uwe und Andreas – fanden ganz natürlich ihren Weg zur Musik. Es war kein Zwang, wie sie heute rückblickend betonen, sondern eine freiwillige Entscheidung – wenn auch mit klarer väterlicher Vorauswahl: „Die Instrumente waren vom Vater aus quasi vorbestimmt – er hatte eine Kapelle, also dachte er: Trompete, Klarinette, Tenorhorn – das passt“, erinnert sich Andreas Keller mit einem Schmunzeln.

Drei Brüder - eine Leidenschaft - Blasmusik

Sabine Zoller

Die Wege waren kurz, aber klangvoll. Ohne Auto, ohne elterlichen Fahrdienst marschierten die Kinder zu Fuß ins untere Gaistal, rund 1,5 Kilometer weit, ins alte Schulhaus zu dem Proben. In Herrenalb waren sie kaum, doch die Musik – sie war da, ganz nah. Damals war es üblich: War der Vater bei der Musik, folgten die Buben. Gemeinschaft war alles – der Musikverein prägte den Alltag im Gaistal. Wir waren bei den Auftritten dabei und das hat einfach Spaß gemacht“, erzählen sie heute.

Schon als Teenager standen sie der Bühne. Als „Gaistal Buben“ tourten sie mit 12 bis 15 Jahren durch die Region, spielten bei Heimatabenden im Kurhaus oder – als unvergessliches Highlight – bei „Ein Platz an der Sonne“ in der Karlsruher Stadthalle. Für Andreas Keller, der Trompete spielt, eines der größten Erlebnisse seiner Jugendzeit.

Hoch oben im Gaistal erklingt Blasmusik mit einem großen Jubiläumsfest vom 11.-13. Juli 2025

Sabine Zoller

Ein berührendes Familienfoto zeigt Karl Keller mit seinem erstgeborenen Sohn Jürgen Keller, der nicht nur in die musikalischen, sondern auch in die organisatorischen Fußstapfen seines Vaters trat: Von 1997 bis 2011führte Jürgen als 1. Vorsitzender den Verein mit Herz und Hingabe. Unvergessen bleibt die große USA-Reise im Jahr 1997, die er für dem Musikverein unternahm. Von New York über Long Island, zu den Niagara-Fällen, weiter nach Washington und zurück nach New York – ein musikalisches Abenteuer mit Auftritten beim Oktoberfest des Deutschen Clubs in Clark, das den Verein weit über die Heimat hinaus bekannt machte. Diese musikalische Leidenschaft lebt heute weiter. Sein Neffe Luca (22) spielt Tenorhorn, das selbe Instrument wie sein Onkel Jürgen: „Ich wollte unbedingt neben ihm im Musikverein sitzen.“ Ein Wunsch, der längst erfüllt ist. Und auch die jüngste Generation lässt aufhorchen: Enkelin Cora, gerade neun Jahre alt, erklärt überzeugt: „Ich will das gleiche Instrument spielen wie der Opa.“

Ihre Mutter Daniela Tomasch, selbst musikalisch aktiv mit Querflöte und Piccoloflöte, erinnert sich schmunzelnd: Es hat sich bei uns nie die Frage gestellt, welches Instrument wir spielen – ich habe mit der Blockflöte angefangen und bin dann bei der Querflöte geblieben.“Auch sie ist fester Bestandteil der musikalischen Familie, die im Musikverein aktiv ist. Christel und Susanne, die Ehefrauen von Jürgen und Uwe, sind ebenfalls überzeugte Musikerinnen und bereichern aktuell das eigens zum Jubiläum des Musikvereins gegründete Projektorchester mit ihrem Saxophonspiel – eine klangvolle Ergänzung, die dem Familienensemble im Gaistal zusätzliche Farbe verleiht.

Die Familie Keller steht nicht nur für eine musikalische Ader, sondern mittlerweile mit vier Generationen für gelebte Tradition, Zusammenhalt und eine tiefe Verbundenheit zum Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal. Was mit Karl Keller begann, lebt heute in einem beeindruckenden Familienbild weiter – ein klangvolles Ensemble aus Generationen, Instrumenten und Emotionen, das den Geist des Gaistals musikalisch prägt. 

Das ist die Heimat der Gaistäler

Sabine Zoller

Die Familie Keller steht für Kontinuität, für musikalisches Miteinander und für ein Lebensgefühl, das im Gaistal nicht nur Hause ist, sondern auch an diesem Wochenende auf der Talwiese mit dem Jubiläumsfest gebührend gefeiert wird.

Text/Bilder: Sabine Zoller

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