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Nachrichten aus Schwarzwald

Das Wetter bleibt zu kalt für die Bienen – Sorge um das Streuobst-Schätzle?

Das feuchte Wetter freut die Natur und den Mineralbrunnen Bad Dürrheimer, denn durch die Feuchtigkeit zum richtigen Zeitpunkt fällt die Blüte besonders gut aus und auch die Grundwasserspeicher profitieren von der Regenperiode im Süden. Die kalte Witterung jedoch macht es den bestäubenden Insekten im Moment schwer. Und das kann auch Auswirkungen auf das „Streuobst-Schätzle“ von Bad Dürrheimer haben.  

Stefan Walther vom Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. (links) und Ulrich Lössl, Geschäftsführer Bad Dürrheimer

Was es jetzt bräuchte, bringt Stefan Walther vom Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis e.V., einem der Streuobst-Experten und Kooperationspartner des Unternehmens, auf den Punkt: „Ein paar Sonnentage mit wärmeren Temperaturen wären jetzt notwendig, damit möglichst viele Insekten losfliegen und viele Blüten bestäuben. Leider verhindert ein Tiefdruckgebiet jedoch genau das seit einigen Tagen und wahrscheinlich auch noch bis zur nächsten Woche.“

Eigentlich sind die Streuobstflächen auf der Baar, zwischen Schwarzwald und der Schwäbischen Alb, gut verteilt - sie liegen auf 500 bis 800 Meter über dem Meeresspiegel und haben dadurch zeitlich versetzte Blüten und damit ein verteiltes Risiko. Da beim Streuobst aber nicht vom Menschen nachgeholfen wird, sind höhere Temperaturen besonders wichtig.

Das Streuobst-Schätzle liegt Bad Dürrheimer besonders am Herzen, denn dieses Projekt steht für die Förderung von Bodengesundheit und damit schlussendlich Grundwasserschutz. „Wir sehen die Förderung der Streuobstwiesen als einen wichtigen Bestandteil für die Erhaltung der Artenvielfalt und damit auch der Bodengesundheit – denn nur durch einen gesunden Boden fließt ein reines Wasser.  Und deshalb würden wir uns wünschen, dass noch mehr Initiativen oder auch Unternehmen mit eigenen Projekten den Erhalt der Streuobstwiesen in ihrer jeweiligen Nachbarschaft unterstützen würden“, so Geschäftsführer Ulrich Lössl.

Die Bäume für die Streuobstschorle werden mit sachkundiger Unterstützung des Landschaftserhaltungsverbands Schwarzwald-Baar-Kreis e.V. ausgewählt. Dabei wird auch auf das Vorhandensein alter Apfelsorten geachtet. Die Ernte wird durch Vereine, Privatpersonen aber auch Landwirte unterstützt. Bad Dürrheimer zahlt 20 Euro pro 100 kg Streuobst. Das ist mehr als doppelt so viel wie der aktuelle Marktpreis. Die Äpfel werden in der Region zu Saft gepresst und gelangen auf schnellstem Wege in den Mineralbrunnen. In Bad Dürrheim wird der naturtrübe Apfelsaft mit reinstem Mineralwasser gemischt und mit leicht spritziger Kohlensäure versetzt. Danach wird die Streuobstschorle an ausgewählte regionale Getränkemärkte ausgeliefert. Streuobst-Schätzle-Zeit von November an bis ca. Februar.

Von jeder verkauften Flasche fördert der Mineralbrunnen mit 10 Cent den Naturschutz. Das Geld fließt also zurück, z.B. in die Pflege von Apfelbäumen, in das Pflanzen von Apfelbaum-Setzlingen oder andere wertvolle Maßnahmen für Natur und Umwelt.

Für das Streuobst-Schätzle kommt nur Obst aus der Region in die Flasche. Sollte der Ertrag zu schlecht sein, helfen geschützte Lagen der Schwäbischen Alb und angrenzende Gebiete aus, wie z.B. 2021 das Obst aus Mössingen.

Mehr Informationen zum Bad Dürrheimer Engagement für die Streuobstwiesen auf www.bad-duerrheimer.de/naturschutz.

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