Bach begeistert
26. Bach- Kantatenwochenende lockt Teilnehmer aus ganz Deutschland in den Schwarzwald
Ein grandioser Abschluss für einen arbeitsreichen Tag – so könnte man das beeindruckende Orgelkonzert beschreiben, das am Samstagabend in der Klosterkirche von Bad Herrenalb erklang.

Orgelkonzert mit den beiden herausragenden Organisten Christian-Markus Raiser, Kantor und Organist der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Kaufmann die die historische Walcker-Orgel vierhändig und mitreißend zum Klingen brachten. - Claudia Rauch, Pfarrerin am Notenblatt
Die Evangelische Akademie Baden hatte zu diesem außergewöhnlichen musikalischen Erlebnis eingeladen, bei dem die beiden herausragenden Organisten Christian-Markus Raiser, Kantor und Organist der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe, sowie der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Kaufmann die historische Walcker-Orgel vierhändig und mitreißend zum Klingen brachten.
Das Konzert fand im Rahmen der traditionsreichen Akademietagung „Bachkantate in Theorie und Praxis“ statt, die bereits zum 26. Mal in Bad Herrenalb durchgeführt wurde. Unter dem Titel „Singet dem Herrn ein neues Lied“ kamen vom 7. bis 9. Februar 2025 über 90 Musikliebhaber aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam zu proben und die Kantate BWV 190 von Johann Sebastian Bach einzustudieren. Die intensive Arbeit an der Musik stand dabei im Vordergrund, ergänzt durch musikwissenschaftliche und theologische Einblicke in die Hintergründe der Komposition. Höhepunkt des Wochenendes war der Kantatengottesdienst am Sonntag in der Stadtkirche Karlsruhe, in dem die erarbeitete Kantate gemeinsam mit dem Waldstadt Kammerorchester Karlsruhe aufgeführt wurde. Die Predigt hielt Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart. (Das Ergebnis zum Kantatenwochenende ist auf YouTube zu sehen:

Vierhändig an der Walcker Orgel
„Es ist jedes Mal überraschend, wie viele Menschen sich für eine Bach-Kantate begeistern und ein ganzes Wochenende intensiv daran arbeiten“, sagte Christian-Markus Raiser, der sich begeistert zu der großen Beteiligung äußerte: „Ich glaube, so eine große Gruppe hatten wir noch nie. Ich kann nur sagen: Die Leute sind glücklich.“ Bereits zum 26. Mal wurde in Bad Herrenalb zum Kantatenwochenende eine Kantate einstudiert und Michael Kaufmann erläutert. „Die Leute singen voller Begeisterung und die Akademie in Herrenalb bietet dafür die ideale Atmosphäre.“ Das Orgelkonzert wertet er als Abschluss der Probephase, und ist seit Jahren ein besonderer Höhepunkt. Auch die Teilnehmenden waren begeistert. „Es ist so wunderbar, in der Akademie mit diesen großartigen Dozenten zu arbeiten“, sagte Elisabeth Schaller aus Duisburg. Und für Aaron Leps aus Hannover war es zwar ein "hartes Programm, aber es hat Spaß gemacht. Es ist so vielseitig und die ganzen Informationen die man dazu mitbekommt - die auch noch von Profis erzählt zu bekommen ist super."

Applaus für ein gelungenes Konzert
„Die Mischung aus Proben, fachlichen Einblicken und gemeinsamer Musikpraxis ist einfach grandios. Deshalb bin ich extra angereist.“ Viele Teilnehmende des Kantatenwochenendes berichteten von einem tiefen emotionalen Erlebnis und einer einzigartigen musikalischen Gemeinschaft. Claudia Rauch, Pfarrerin und Referentin für gesellschaftspolitische Jugendbildung der Evangelischen Akademie Baden, leitete die Tagung gemeinsam mit den Referenten. „Wir haben die Kantate BWV 190 nicht nur geprobt, sondern uns auch intensiv mit ihrer theologischen und musikalischen Bedeutung auseinandergesetzt“, erklärte sie. „Das macht dieses Wochenende so besonders: Es geht nicht nur um die Aufführung, sondern um das tiefere Verstehen und Erleben der Musik Bachs.“

Seit 26 Jahren begeistert das Bach Kantaten-Wochenende Teilnehmer aus ganz Deutschland
Das Orgelkonzert am Samstagabend war sozusagen das „Bonbon“ für die Teilnehmenden nach einem intensiven Probentag mit Werken von Bach, Bachmann, Kalējs, Rinck und Lefébure-Wély. Eröffnet wurde es mit einer festlichen Toccata, die die volle Klangpracht des Instruments eindrucksvoll zur Geltung brachte. Als weiteres Werk von Johann Sebastian Bach war das Choralvorspiel BWV 725 „Herr, Gott, dich loben wir“ zu hören, die Kaufmann als „eine meisterhafte Meditation über eine gregorianische Melodie“ bezeichnete und einen Bezug zum diesjährigen Albert-Schweitzer-Jahr betonte: „Der berühmte Theologe, Arzt und Musiker Albert Schweitzer spielte dieses Werk regelmäßig bei Benefizkonzerten, um Spenden für sein Krankenhaus in Lambarene zu sammeln.“
Neben Bach erklangen auch Werke von Sixt Bachmann, darunter seine faszinierende „Fuga in F“ für vier Hände und Füße, die höchste spieltechnische Virtuosität erforderte. Felix Mendelssohn Bartholdy und der französische Komponist Louis James Alfred Lefébure-Wely rundeten das Programm mit klangvollen Stücken ab, die die Vielseitigkeit der Orgel eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Das Publikum in der Klosterkirche zeigte sich begeistert von der außergewöhnlichen Darbietung und würdigte die beiden Musiker mit langanhaltendem Applaus.



