Klimabündnis Rastatt initiiert großes Begrünungsprojekt in städtischen Parks
Pflanzen und Gehölze für 3.300 Euro mit ehrenamtlichen Helfern gepflanzt
Das Klimabündnis Rastatt hat mit Unterstützung mehrerer Partner eine große Begrünungsaktion an zwei Rastatter Parkanlagen umgesetzt.

Beim letzten Arbeitseinsatz am Festplatz war auch Oberbürgermeisterin Monika Müller (Mitte) dabei und pflanzte Stauden ein.
Bei dem Gemeinschaftsprojekt, an dem auch die Naturfreunde Rastatt, die Stadt Rastatt und der NABU Rastatt beteiligt sind, wurden Pflanzen und Gehölze im Wert von mehr als 3.300 Euro angeschafft und mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern am Festplatz und in der Grünanlage Beethovenstraße eingepflanzt. Hauptaktionsfeld war der Festplatz. Dort wurden 2.700 Blumenzwiebeln für Frühblüher wie Krokusse, Narzissen und Tulpen in die Erde gebracht, 700 einheimische Stauden gepflanzt, drei Gehölzinseln mit 20 Vogelschutzgehölzen wie Holunder, Weißdorn und Johannisbeeren angelegt sowie 30 Heckenrosen an Baumscheiben (die Erde rund um den Baumstamm) gepflanzt. Außerdem sind zwei Igelüberwinterungshilfen entstanden. Darüber hinaus wird der NABU Rastatt im Februar noch fünf Nistkästen für Vögel aufstellen und künftig auch pflegen.
Die Festplatzbegrünung nahm ihren Anfang bereits Ende 2024. Damals hatte das Klimabündnis Rastatt der Stadtverwaltung bereits fünf Bäume im Wert von 1.600 Euro gespendet. Das Geld war durch die Benefizveranstaltung „Hallo Baum“ mit Mundartdichterin Brigitte Wagner und Musiker Hans Florian zusammengekommen. Die gespendeten Setzlinge wurden von der Stadt zusammen mit sieben weiteren – von der Stadt bezahlten – Bäumen am Festplatz eingepflanzt. So reifte bei Sieghard Oberacker, Sprecher des Klimabündnisses Rastatt, die Idee, auch die Biodiversität des Platzes zu verbessern, um Lebensräume für Insekten und Vögel zu schaffen und natürlich die Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Oberacker holte die Naturfreunde, die Stadt Rastatt und den NABU ins Boot und konnte die Umweltstiftung und die Bürgerstiftung Rastatt für die Finanzierung gewinnen.
„Wir hoffen, dass unser Projekt als Blaupause dient und nun noch viele andere städtische Grünflächen aufgewertet werden“, so der Bündnissprecher. Er hat bereits die Grünanlage Beethovenstraße ins Visier genommen und mit seinem Team dort 60 Stauden und 100 Blumenzwiebeln in die Erde gebracht. Die Einrichtung eines Totholzbereichs ist noch geplant. Um die Projekte in den beiden Parks umzusetzen, waren rund zehn Arbeitseinsätze notwendig, an denen bis zu zehn Helfer beteiligt waren. Zudem gab es zahlreiche Vorbereitungsgespräche. Unterstützt wurde Oberacker dabei vom „Orgateam Grünanlage“, in dem auch Ingrid Gröne, Michael Nickel, Hannah Mirold-Stroh und Klaus Bikar mitgearbeitet haben. Eine wertvolle Unterstützerin war auch Veronika Öder vom Fachbereich Stadt- und Grünplanung der Stadt Rastatt, die bei der Planung, Pflanzauswahl und Vorbereitung der Pflanzstandorte maßgeblich mitgewirkt hat. Außerdem half die Stadtgärtnerei bei der Logistik.
Ein Highlight war für das Klimabündnis, dass Oberbürgermeisterin Monika Müller die Aktion auch persönlich unterstützt hat. Sie kam im Rahmen der Aktion „Drei packen an“ am Ehrenamtstag, dem 5. Dezember 2025, zum Arbeitseinsatz am Festplatz. Gemeinsam wurden die letzten Stauden eingepflanzt und eine Igelüberwinterungshilfe eingerichtet. Danach folgte ein gemeinsamer geselliger Abschluss. Oberacker ließ sich dabei die Chance nicht entgehen, bei der OB noch wesentlich mehr Begrünungsmaßnahmen einzufordern. „Der Bedarf ist hoch, denn unsere Stadt ist besonders stark vom Klimawandel betroffen“, so der Bündnissprecher. Laut dem Klimaanpassungskonzept der Stadtverwaltung habe sich die mittlere Temperatur in Rastatt in den letzten 60 Jahren um rund drei Grad erhöht, und die heißen Tage über 30 Grad hätten sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdreifacht.
Deshalb fordert das Klimabündnis, weitere städtische Parks aufzuwerten, noch mehr Bäume in der Stadt zu pflanzen und Fassaden zu begrünen – als Schutz gegen die zunehmende Hitze. „An vielen Plätzen wie Schulen, öffentlichen Gebäuden und Grünanlagen könnten sehr einfach Bäume gepflanzt werden“, sagt Oberacker und will demnächst eine Aufstellung vorlegen. Er regte außerdem an, dass die Stadt Förderprogramme in Anspruch nimmt, die bisher nicht genutzt wurden, und das 1.000 Bäume-Programm wiederauflegt. „Wir werden diese Themen in den Klimabeirat einbringen und hoffen dabei weiterhin auf eine aktive Unterstützung von Oberbürgermeisterin Müller“, so Oberacker.


