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Nachrichten aus Ortenau

Offenburger Modell macht Schule

Verlässlichere Betreuungszeiten, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Bildungsqualität

Nicht nur Offenburg, sondern Kommunen deutschlandweit stehen vor dem Problem des Fachkräftemangels in den städtischen Kindertageseinrichtungen. Die Folge: Reduzierungen der Betreuungszeiten, so dass Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Alltag nur schwer gemanagt bekommen. Das Offenburger Modell bietet hier eine interessante Alternative und ist bereits in vielen anderen Städten gefragt.

Bürgermeister Hans-Peter Kopp (4.v.l.) und Fachbereichsleiterin Martina Köllner (5.v.l.) freuen sich über das große Interesse am Offenburger Modell. V.l. Kariane Höhn (Referentin, Städtetag Baden-Württemberg), Michael Link (Referent, Städtetag Baden-Württemberg), Klaus Feistauer (Vorstand AG Frühkindliche Bildung, Böblingen), Elke König (stellvertretende Vorsitzende AG Frühkindliche Bildung, Karlsruhe), Benjamin Lachat (Dezernent Städtetag Baden-Württemberg).

Walz

„Seit nunmehr fast zweieinhalb Jahren praktizieren wir das Offenburger Modell erfolgreich in unserer Stadt. Das Modell steht für gute Bildungs- und Erziehungsqualität sowie bessere Rahmenbedingungen in den Kitas und weitestgehend verlässliche Betreuungszeiten mit bis zu neun Stunden täglich durch die an die Kita anschließende Spielzeit der Malteser – viele Eltern sind damit sehr zufrieden“, freut sich Martina Köllner, Fachbereichsleiterin Familien, Schulen und Soziales.

Win-win-win-Situation

Die positiven Auswirkungen konkret: Eine höhere Bildungs- und Erziehungsqualität für alle Kinder sei durch die Reduzierung des Schichtdienstes und der Konzentration der Fachkräfte auf maximal sechs bis sieben Stunden Bildungs- und Erziehungszeit sowie einen höheren Fachkräfteschlüssel gewährleistet, informiert Köllner. „Für unsere Erzieherkräfte und Mitarbeitenden ergeben sich bessere Arbeitsbedingungen, welche die Mitarbeitenden an uns binden und den Krankheitsstand stark reduzieren“, erklärt die Sozialchefin. Eine Win-win-win-Situation für Kinder, Erzieherkräfte und Eltern.

Impulse geben

Kein Wunder, dass regelmäßige Anfragen nicht nur von Städten aus Baden-Württemberg, darunter Stuttgart, Heidelberg und Freiburg, sondern auch aus anderen Bundesländern wie dem Saarland, Bremen sowie Bayern und Rheinland-Pfalz beim Fachbereich Familien, Schulen und Soziales eingehen. Auf Einladung der Städte Freiburg und Zweibrücken stellte bzw. stellt Martina Köllner im Mai und Juni das Offenburg Modell vor; dort sind bereits Überlegungen zur Umsetzung in vollem Gange. Darüber hinaus tagte am vergangenen Dienstag die Arbeitsgemeinschaft „Frühkindliche Bildung des Städtetages“ auf dem Offenburger Messegelände. Auch hier bestand der Wunsch nach Vorstellung des Offenburger Modells und seinem aktuellen Umsetzungsstand, um die Mitgliedsstädte zu informieren sowie Städten, die dieses Modell ebenfalls umsetzen wollen, die nötigen Impulse zu geben.

Modell-Entwicklung

Nach einer intensiven Beteiligungsphase zur Konkretisierung des Offenburger Modells und einer rund einjährigen Pilotphase mit intensivem Austausch aller am Projekt Beteiligten beschloss der Gemeinderat im Dezember 2023, dass die Spiel- und Betreuungszeit immer dann als Regelangebot am Kita-Standort aufgebaut und den Eltern der Ü3-Kindern angeboten wird, wenn nicht mehr ausreichend pädagogische Fachkräfte vorhanden sind, um einen Ganztagsbetrieb durch die Kita aufrecht zu erhalten. Der Malteser Hilfsdienst hat sich als Träger für die Spiel- und Betreuungszeitzeit angeboten – zunächst für die drei Piloteinrichtungen in Bühl, Rammersweier und Zunsweier. Im Februar 2024 folgten die Kitas in Elgersweier und im Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt, dann die im Stadtteil- und Familienzentrum Albersbösch zum 1. Juli 2024. Seit Februar 2025 wird die Spiel- und Betreuungszeit auch in der Kita im Stadtteil- und Familienzentrum Oststadt angeboten.

Übergänge gestalten

„Aktuell haben wir sieben Modell-Standorte stadtweit mit je ein bis zwei Gruppen, insgesamt rund 150 Kinder in der Spiel- und Betreuungszeit“, stellt Martina Köllner klar. In der Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst gilt es immer wieder, gut in Kontakt zu sein, um Übergänge zu gestalten, Eltern zu informieren und die Kooperation zwischen den Kita-Fachkräften und dem geschulten Personal der Malteser zu gestalten. Ausbau

Je nach Bedarf sei man so auch in der Lage, das Offenburger Modell weiter auszubauen und den Eltern die Betreuungszeit sehr verlässlich anbieten zu können, freut sich die Sozialchefin. Erkrankungswellen wird es natürlich auch weiterhin – wie schon immer in den Kitas – geben. Köllner: „Im Rahmen der Kita-Bedarfsplanung bringen wir Ausschuss und Gemeinderat jedes Jahr auf den neuesten Stand.

"Weitere Informationen zum Offenburger Modell über Herausforderung, Weg und Ausgestaltung finden Interessierte auf der Homepage der Stadt Offenburg.

Text/Bild: Stadt Offenburg

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