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Nachrichten aus Ortenau

Naturschatz „Waldbachsenke“

Stadt informiert über Artenschutzpflege

Seit Januar 2024 werden die Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Waldbachsenke – ein Biotop gegenüber des Weingartenfriedhofs – sukzessive umgesetzt. Anlässlich des Tags des Artenschutzes am 3. März, der dazu aufruft, auf den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten aufmerksam zu machen, informiert die Stadt über den aktuellen Stand des Projekts.

Die Blühwiesen in der Waldbachsenke stehen unter Biotopschutz.

Birk

"Die Fortsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans für die Waldbachsenke geht auf einen Antrag der Gemeinderatsfraktion der Bündnis 90/Die Grünen aus dem Jahr 2020/2021 zurück", erklärt Stefanie Birk, städtische Projektleiterin Freiraumplanung. Das dazu beauftragte ökologische Fachbüro erstellte ein Gutachten mit Ist- und Soll-Zustand. Ziel sei es, mit den vom Fachbüro erarbeiteten Maßnahmen den Bestand von geschützten Tieren und Pflanzen zu stabilisieren, so Birk. "Mitarbeitende der Technischen Betriebe Offenburg (TBO) haben dazu in den vergangenen Wochen mit entsprechenden Maschinen die Brombeerhecken gerodet, um Platz für die Wiesen und Schilfgewächse zu schaffen. Darüber hinaus wurden Nistkästen für Höhlenbrüter aufgehängt", umschreibt sie die TBO-Arbeiten.

Pflegemaßnahmen

Jetzt gelte es, das Biotop mit Pflegemaßnahmen über das Jahr hinweg auf diesem Niveau zu halten. Dazu gehören die Einhaltung der Mahdtermine und die Nachpflanzung von Obstbäumen, erklärt Birk.

Seltene Vogelarten wie den Teichrohr- und Sumpfrohrsänger oder den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine im Artenschutzprogramm aufgenommene Schmetterlingsart, leben in diesem Biotop. Die Brutplätze der Schilfbrüter können durch die Ausbreitung des Schilfgürtels gesichert und ausgedehnt werden. "Der Ameisenbläuling schafft es, die Ameisen als seine natürlichen Feinde dazu zu bringen, ihn als Raupe zu ernähren und zu beschützen. Doch sobald die Raupe sich als Schmetterling entpuppt ist, ist er durch sie gefährdet", erklärt die Fachfrau, wie die Abläufe in der Natur miteinander verwoben sind.

Unter Biotopschutz

Die Offenlandbiotope, wie etwa die Schilfröhricht-Bereiche in der Waldbachsenke, sind ebenfalls geschützt. Die Blühwiesen in der Waldbachsenke sind nach den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien als sogenannte FFH-Wiesen unter Biotopschutz gestellt. Das heißt, dass Maßnahmen zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Lebensräumen einer Tier- oder Pflanzengemeinschaft umgesetzt werden. Blühwiesen dienen als Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Fledermäuse. "Wir haben mit der Waldbachsenke ein stadtnahes, strukturreiches Biotop mit Bachlauf, Schilf, alten Obstbaumsorten und Gehölzen", schwärmt Birk.

Die Waldbachsenke steht zu 90 Prozent im Eigentum der Stadt, die restlichen Flächen befinden sich in Privatbesitz. "Wir können hier nach dem landesweiten Artenschutzprogramm nur Empfehlungen aussprechen, wie die Flächen zu behandeln sind. Auf die Einhaltung von Vorschriften können wir leider nicht bestehen", informiert die Freiraumplanerin.

Text/Bild: Stadt Offenburg

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