Mit der Rikscha zu mehr Teilhabe
Projekt „Radeln ohne Alter“ ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität kostenlose Ausflüge in Oberkirch

Von links: Herrmann-Josef Müller (Franz- und Gabriele Hättig Stiftung), Maryna Bielorovska (Bufdi Seniorenarbeit Stadt Oberkirch), Karl Bähr (Verein Altenpflegeheime e.V.), Oberbürgermeister Gregor Bühler, Michael Sax (Pilot), Yvonne Schumacher-Ross (Geschäftsführerin Wohnen und Pflege gGmbH), Monika Wolf (Pilotin), Franziska Eisele (Leiterin Sozialer Dienst St. Josef), Hans Wolf (Pilot), Hubert Kopp (Einrichtungsleitung St. Barbara), Bernhard Wolf (Kapitän und Pilot) und Seniorenbeauftrage Sabrina Lusch. Personen in den Rikschas (von links): Erwin Kimmig, Else Basler, Johann Schäfer und Adelheid Graf.
Am Mittwoch, 16. September 2026, wurde in Oberkirch das neue Projekt „Radeln ohne Alter“ vorgestellt. Gemeinsam mit dem Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“ und den beteiligten Alters- und Pflegeeinrichtungen St. Josef und St. Barbara, möchte die Stadt Oberkirch künftig Menschen mit eingeschränkter Mobilität mehr gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Künftig sollen ehrenamtliche, geschulte Rikscha-Piloten zunächst Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime kostenlos zu Ausflügen in und um Oberkirch mitnehmen. Ziel ist es, ihnen neue Möglichkeiten der Mobilität und Begegnung zu eröffnen und zugleich Einsamkeit entgegenzuwirken.
„Teilhabe bedeutet auch, weiterhin unterwegs sein, vertraute Orte besuchen und am Leben in unserer Stadt teilhaben zu können. Mit ‚Radeln ohne Alter‘ schaffen wir dafür eine weitere Möglichkeit und bringen gleichzeitig Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen“, betont Oberbürgermeister Gregor Bühler.
Zum Einsatz kommen die Rikschas der Wohnen und Pflege Oberkirch gGmbH. Die erste Rikscha wurde von Christels Blumenstube gespendet und ist bereits seit längerer Zeit im Einsatz. Bernhard Wolf, ehemaliger Sozialamtsleiter der Stadt Oberkirch und heute im Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“ aktiv, unternimmt damit regelmäßig Ausfahrten mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeheime St. Barbara und St. Josef. Dank der Unterstützung der Franz- und Gabriele Hättig-Stiftung, vertreten durch Hans Josef Müller, sowie des Vereins Altenpflegeheime, vertreten durch Karl Bähr, konnte eine zweite Rikscha angeschafft werden. Mittwochs werden bereits zwei Fahrten angeboten und geplant ist das Angebot weiter auszubauen.
Gemeinsam unterwegs
Gerade für Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, können bereits kurze Strecken eine große Hürde darstellen. Mit den Rikschas sollen deshalb Ausflüge möglich werden, die aufgrund ihrer Entfernung oder der Beschaffenheit des Weges ansonsten nicht zu bewältigen wären. Die speziell angefertigten Rikschas ermöglichen eine sichere und komfortable Fahrt. Ein Elektromotor unterstützt die Piloten bei Bedarf beim Treten. Die Ausfahrten dauern in der Regel zwischen einer halben und zwei Stunden. Auch eine Pause in einem Café oder der Besuch eines anderen Ausflugsziels sind möglich.
Dabei geht es um mehr als die zurückgelegte Strecke. Die gemeinsamen Ausflüge bieten Gelegenheit für Begegnungen, Gespräche und den Austausch von Lebensgeschichten. „Manchmal sind es gerade die kleinen Erlebnisse, die viel bewirken: wieder einmal durch die Stadt fahren, die Natur erleben oder bei einer Tasse Kaffee miteinander ins Gespräch kommen. Wir möchten mit den Rikscha-Fahrten solche Momente ermöglichen und damit ein Stück Lebensfreude schenken“, erklärt Sabrina Lusch, Seniorenbeauftragte der Stadt Oberkirch.
Ehrenamtliche Piloten übernehmen die Fahrten
Die Rikscha-Ausflüge werden von ehrenamtlichen Piloten durchgeführt. Vor ihrer ersten Fahrt erhalten sie eine Schulung mit Fahrtraining zur sicheren Handhabung der Rikscha und einer Einweisung in den Umgang mit den Passagieren. Die Fahrten werden mit zwei Piloten und zwei Rikschas oder mit einer Rikscha und einer Begleitperson auf dem Fahrrad durchgeführt.
Als Kapitän des Projekts ist Bernhard Wolf vom Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“ Hauptansprechpartner für die ehrenamtlichen Piloten. Er kümmert sich um deren Ausbildung und Betreuung, die Gewinnung neuer Piloten sowie um die Rikschas. Die Organisation der Ausfahrten übernehmen die sogenannten Lotsen. Sie koordinieren die Fahrten, verwalten den Kalender und nehmen Ausfahrtwünsche entgegen. Für die Wohnen und Pflege Oberkirch gGmbH übernimmt Franziska Ahnert, Leiterin des Sozialen Dienstes des Pflegeheims St. Josef, diese Aufgabe. Auf Seiten der Stadt Oberkirch koordiniert Sabrina Lusch die Fahrten gemeinsam mit dem Telefondienst des Seniorennetzwerks „Von Mensch zu Mensch“.
Initiative in mehr als 40 Ländern
Die Stadt Oberkirch ist dem Verein „Radeln ohne Alter Deutschland e. V.“ beigetreten und darf die Marke „Radeln ohne Alter“ für den Standort Oberkirch verwenden. Die ursprünglich aus Dänemark stammende Initiative ist mittlerweile in mehr als 40 Ländern vertreten. Sie steht unter dem Motto „Jeder und jede hat ein Recht auf Wind in den Haaren“.
Kontakt und weitere Informationen
Bei Fragen zum Projekt „Radeln ohne Alter“ sowie zu den Rikscha-Ausfahrten können sich Interessierte an Sabrina Lusch, Seniorenbeauftragte der Stadt Oberkirch, wenden. Telefon: 07802 / 82-169 und E-Mail:


