Marktfrauen aus Leidenschaft
Offenburger Kundschaft offen für Neues
Wenn auch die frostigen Temperaturen weniger Kundschaft anlocken, so freuen sich Barbara Schmider und ihre Tochter Ann-Kathrin über den Offenburger Kundenstamm, der sehr offen ist und gerne auch mal etwas Neues ausprobiert.

Freuen sich über Kunden vor allem auch bei kalten Januartemperaturen: (V.l.) Barbara und Ann-Kathrin Schmider.
Seit einem halben Jahr sind die beiden Marktfrauen mit ihrem Stand immer dienstags auf dem Offenburger Wochenmarkt anzutreffen. Anlass, ihre Ware in der Ortenau-Metropole anzubieten, sind die zahlreichen Kund*innen aus Offenburg, die ihren Hofladen auf dem Mattenhof in Zell am Harmersbach aufsuchen und fragten, ob sie nicht auch in Offenburg verkaufen könnten. "Die Offenburgerinnen und Offenburger sind immer wieder offen, auch mal etwas Neues auszuprobieren", freut sich Agrarwissenschaftlerin Ann-Kathrin Schmider, die gemeinsam mit ihrer Familie den Mattenhof bewirtschaftet. Ihre Familie – das sind Mama Barbara, Papa Edgar und Bruder Christian.
200 Jahre Traditionshof
Hinter dem Mattenhof steht eine 200 Jahre alte Familiengeschichte. Übernommen hat den Hof Tochter Barbara, besser gesagt: sie ist eingesprungen, nachdem ihre Schwester sich entschied auszuwandern. "Wir sind eigentlich gelernte Bankkauffrau und -mann", erklärt Barbara Schmider, doch die Leidenschaft für die Familientradition waren für sie und ihren Ehemann größer, so die Wunsch-Landwirtin. Ihr Mann Edgar ließ sich zum Bio-Düngemittel-Berater ausbilden und schmeißt heute im Rentenalter das Büro. Und die Jugend zieht nach: Sohn Christian unterstützt als gelernter Landmaschinenmechatroniker das Familienunternehmen.
Auf dem Hof gibt es Rinder, Schweine und Hühner. Angebaut wird saisonal ein umfangreiches Angebot von Gemüse und Obst. Auf dem Markt werden viele verarbeitete Produkte aus Eigenproduktion wie Nudeln aus den gentechnik-frei produzierten Eiern, verschiedene Brotsorten, süße Gebäckteile, Marmeladen, Wurst, Salami und Geräuchertes angeboten. Auch die unterschiedlichen Kartoffelsorten ziehen die Kunden an, vor allem die "rote Laura" mit roter Schale und gelber Frucht. Schnäpse und Liköre sind ebenfalls im Angebot, produziert von der gelernten Brennerin, eine Ausbildung, die Ann-Kathrin nach ihrem Studium absolvierte.
In Frauenhand
"Die Direktvermarktung liegt bei uns in Frauenhand", erklärt die 26-Jährige stolz. Besonders beliebt sind derzeit die Zimtschnecken und das neue Kräuterzupfbrot. Nur der Honig und der Käse kommen nicht aus Eigenproduktion. Mit ihrem Standort vor dem Textilunternehmen H & M in der Hauptstraße sind sie zufrieden. "Die Kundschaft hat uns nach der Umorganisation wegen der Baustelle in der Steinstraße schnell gefunden. Das spielt sich ein", sind sich die beiden einig. "Aktuell ist bei diesen Temperaturen einfach weniger los."


