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Nachrichten aus Ortenau

HFG wird Schule mit Courage

Mehr als 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler tragen die Aufnahme in das bundesweite Netzwerk mit

Mehr als 5.000 Schulen mit über drei Millionen Schülerinnen und Schülern haben durch ihren Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bereits Flagge gezeigt. Seit Montag zählt auch das Hans-Furler-Gymnasium (HFG) dazu.

Gemeinsam nahmen sie das Schild als ein Versprechen für gelebte Toleranz im Hans-Furler-Gymnasium entgegen (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Gregor Bühler, Andreas Haiss (Landeskoordination BW), Lehrer Norman Doll, Pate Noah Vilmen, Schulleiter Ingo Kruse und Schülersprecherin Karlene Kiefer.

Denise Burkart/Stadt Oberkirch

. Bei der Aufnahmefeier am 21. September im Pädagogischen Zentrum des HFG überreichte Andreas Haiss von der Landeskoordination Baden-Württemberg im Beisein der gesamten Schülerschaft sowie von Schulleiter Ingo Kruse und Oberbürgermeister Gregor Bühler das offizielle Schild.

Der Aufnahme vorausgegangen war ein deutliches Votum: Mehr als 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler des HFG wollen nicht wegsehen, wenn Menschen ausgegrenzt oder diskriminiert werden. Auf dieser Grundlage bewarb sich die Schule erfolgreich um die Aufnahme in das bundesweite Netzwerk. Für Schulleiter Ingo Kruse ist die hohe Zustimmung ein „kraftvolles Signal, dass wir dieses Leitbild an unserer Schule leben wollen“.

Ein Versprechen für den Schulalltag
Das Schild macht diese gemeinsame Haltung nach außen sichtbar. Zugleich erinnert es daran, den damit verbundenen Anspruch im Schulalltag immer wieder mit Leben zu füllen. Die Aufnahme ist keine Auszeichnung für einen bereits erreichten Zustand, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft: hinsehen, Diskriminierung ansprechen und füreinander einstehen.

Kruse betonte, dass sich die Schulgemeinschaft mit der Aufnahme ein Versprechen gebe: „An unserer Schule ist kein Platz für Ausgrenzung, Diskriminierung oder Mobbing.“ Courage zeige sich dort, wo Menschen nicht wegsehen, wenn Grenzen überschritten und andere ausgegrenzt werden. Ebenso wichtig sei es, zuzuhören, wenn Mitschülerinnen und Mitschüler von ihren Erfahrungen erzählen. Alle trügen Verantwortung dafür, dass das HFG ein Ort bleibt, an dem sich jeder Mensch sicher, respektiert und willkommen fühlen kann. Zu dieser Selbstverpflichtung gehört außerdem, mindestens einmal im Jahr ein gemeinsames Projekt gegen Diskriminierung umzusetzen.

Oberbürgermeister Gregor Bühler hob hervor, dass dieses Versprechen über den Schulalltag hinausreiche. Mit der Aufnahme komme eine zusätzliche Aufgabe auf die Schulgemeinschaft zu. „Es geht heute nicht nur um die Schule. Ihr lernt hier das, was wir draußen in unserer Gesellschaft so sehr brauchen: Zusammenhalt“, sagte Bühler. Er ermutigte die Schülerinnen und Schüler, aufeinander zuzugehen und die gemeinsame Verantwortung auch im Alltag anzunehmen.

Hinsehen und füreinander einstehen
Schülersprecherin Karlene Kiefer lenkte den Blick auf Situationen, die leicht überhört oder als beiläufige Bemerkung abgetan werden. Rassismus und Diskriminierung zeigten sich nicht immer laut und offensichtlich. Oft steckten sie in Vorurteilen oder Kommentaren über Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder andere Gruppenzugehörigkeiten. „Vorurteile können erlernt werden, aber wir können auch lernen, sie zu hinterfragen“, betonte Kiefer. Sie wünsche sich eine Lernatmosphäre, in der sich niemand ausgeschlossen fühle. Dafür müsse sich die Haltung hinter dem Schild im täglichen Umgang miteinander widerspiegeln.

Mit dem ehemaligen HFG-Schüler Noah Vilmen steht der Schule bei ihrem weiteren Engagement ein Pate zur Seite. Patinnen und Paten begleiten die Courage-Schulen als externe Unterstützerinnen und Unterstützer, geben Impulse für Projekte und tragen dazu bei, die Schulen stärker mit der Gesellschaft zu verbinden. Vilmen warb in seiner Ansprache dafür, genauer hinzusehen und Menschen nicht auf äußere Merkmale oder ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu reduzieren. „Es geht darum, genauer hinzusehen, was in einem Menschen steckt“, sagte Vilmen. Wer einen Menschen positiv beeinflusse, könne damit etwas anstoßen, das dieser wiederum weitertrage. So werde jeder Einzelne zum Vorbild für die Menschen im eigenen Umfeld.

Werte on- und offline vertreten
Andreas Haiss von der Landeskoordination Baden-Württemberg knüpfte daran an und machte deutlich, dass die Aufnahmefeier den Beginn der weiteren Arbeit markiert. Werte wie Toleranz, gegenseitiger Respekt, Vielfalt, Rücksichtnahme und Zusammenhalt müssten jeden Tag gelebt werden. Das gelte im Schulalltag ebenso wie im Familien- und Freundeskreis sowie in den Kommentarspalten sozialer Medien. Das Netzwerk unterstütze die Schulen dabei, aktiv zu bleiben, voneinander zu lernen und gemeinsam jeder Form von Ausgrenzung entgegenzutreten.

Zum Abschluss dankte Kruse dem Arbeitskreis Demokratiebildung unter der Leitung von Norman Doll sowie der Integrationsbeauftragten Svenja Gerbendorf für den Anstoß und die Zusammenarbeit. Die HFG-Bigband unter der Leitung von Andreas Rauber umrahmte die Aufnahmefeier musikalisch.

Quelle: Stadtverwaltung Oberkirch

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